SSV Tschirn kommt ganz groß heraus

10.06.2010     inFranken.de

Fußball  Im September 1957 drehte das Bayerische Fernsehen einen rund 35-minütigen Beitrag mit dem Titel "König Fußball auf dem Lande". Im Mittelpunkt stand ein Spiel der C-Klasse 2, in dem der SSV Tschirn auf den FC Hirschfeld traf.


Albert Ebertsch (stehend) und einige Tschirner Fußballer stellen bei einer Probe des Gesangvereins ihre Pläne vor, die Fußballmannschaft zu neuem Leben zu erwecken.
Nicht den überregional erfolgreichen Vereinen FC Pressig und SV Neuses zum Beispiel wird die große Ehre zuteil, ihr fußballerisches Können bayernweit einem großen Publikum präsentieren zu können. Vielmehr sind es zwei kleine Dorfvereine, die die "Macher" des Bayerischen Fernsehens in den Mittelpunkt einer Sendung stellen, die im Herbst 1957 gedreht wird und dann unter dem Titel "König Fußball auf dem Lande" auch über die Schwarz-Weiß-Bildschirme im Freistaat flimmert.

Erzählt wird die Situation beim Spiel- und Sportverein Tschirn, der nach einigen Jahren Pause in der Saison 1957/58 erstmals wieder am Spielbetrieb in der C-Klasse 2 teilnimmt. Der Film beginnt und endet mit Ausschnitten aus dem Spiel gegen den FC Hirschfeld, das nach einer 2:0-Führung am Ende noch mit 3:5 verloren geht.


Idee kam am Stammtisch


Gezeigt wird aber auch die Vorgeschichte dieser Partie, wie am Stammtisch die Idee aufgegriffen wird, endlich wieder eine Fußballmannschaft zu melden, nachdem die jungen Männer zu der Zeit ihre Freizeit viel lieber im örtlichen Gesangverein verbringen - der jungen Frauen wegen. Albert Ebertsch gehört zu denen, die die Fäden in die Hand nehmen, zusammen mit Bürgermeister Josef Hader einen Brief an den Fußballverband nach München schreibt und die Wiederaufnahme in den Spielbetrieb beantragt. Und er ist es auch, der die Mannschaft im Training auf die anstehende Saison vorbereitet.


Fachsimpeln in der Glashütte


Auch der Gegner aus Hirschfeld kommt gebührend zu Wort, etwa beim Fachsimpeln in der Glashütte einige Tage vor dem Spiel, vor allem aber bei der Spielersitzung, dem "Fußball-Parlament", wie es der Sprecher bezeichnet, das mit dem Vereinslied vom tapferen Schneiderlein eröffnet wird. Unter Leitung des unvergessenen Rudolf Herrmann werden in rauch-geschwängerter, teils hitziger Atmosphäre zunächst die Fehler aus den Spielen zuvor und dann die Marschroute für die anstehende Begegnung besprochen. Schließlich geht es mit Traktor und Anhänger - ein Lied auf den Lippen - in Richtung Tschirn.



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