Bis zum Schluss motivieren

21.02.2012   Ort: Volkach  Von: Gerd Ludwig  Die Kitzinger

Volleyball Herren-Landesligist Volkach befindet sich auf einem guten Weg, muss aber viereinhalb Wochen warten, ehe er den Klassenerhalt in trockene Tücher bringen kann. Drei Teams wolle der VfL hinter sich lassen, sagt Coach Wagenhäuser.


Volkachs Trainer Raimund Wagenhäuser (rechts) motiviert sein Team in einer Auszeit. Für das Saisonfinale in viereinhalb Wochen braucht er seine Mannschaft nicht anzustacheln, denn alle Akteure wollen weiter in der Landesliga spielen. Foto: Pfannes
Einen Meilenstein gen Klassenerhalt hat der VfL Volkach (6./10:18) mit dem Sieg am Samstag gegen Weißenburg geschafft (siehe nebenstehenden Bericht). Jetzt muss der Landesliga-Neuling bis 24. März warten, ehe er zu den nächsten, abschließenden Begegnungen wieder ans Netz darf. In der Zwischenzeit kann der VfL nur das Abschneiden der Konkurrenz beobachten und die Spannung hoch halten. Gegen Schlusslicht Haßfurt (9./4:16) plant Trainer Raimund Wagenhäuser den zum Klassenerhalt noch wichtigen Sieg fest ein. Auch gegen Trennfurt (5./12:16) sieht er sein Team nicht chancenlos.
Über die bisherige Runde und die Perspektiven sprach die Kitzinger mit dem Coach.

Wie stellt sich für Sie die Volkacher Ausgangslage auf dem Weg zum Klassenerhalt dar?
Raimund Wagenhäuser: Wir müssen noch ein Spiel gewinnen. Wenn wir beim Abschluss-Spieltag in Trennfurt gegen Haßfurt oder gegen die Gastgeber in einer Partie mit 3:2 siegen und die andere mit 0:3 verlieren, würden wir Katzwang I trotz Punktgleichheit, aufgrund des Satzverhältnisses, hinter uns lassen. Katzwang I kommt auf minus zwölf Sätze, wir hätten dann nur minus neun. Also wäre zumindest der direkte Abstieg vermieden. Theoretisch könnten wir dann noch den Relegationsplatz acht belegen, aber das derzeitige Schlusslicht TV Haßfurt, das sechs Punkte hinter uns liegt und noch sechs Partien absolvieren muss, gewinnt keine drei Spiele mehr. Wir haben zwei, drei Begegnungen - gegen Forchheim, Katzwang II und Eltmann II - knapp verloren. Uns fehlte die Routine, wir waren einfach nicht so weit. Dadurch haben wir Probleme bekommen, sonst stünden wir längst im gesicherten Mittelfeld.

Die anderen sechs Mannschaften in dieser Liga haben spätestens am 17. März ihre Runde beendet. Sie müssen bis zum letzten Spieltag am 24. März warten, ehe Sie ihre letzten Spiele bestreiten können. Einen Sieg gegen das Schlusslicht Haßfurt planen Sie ein, aber Trennfurt ist auch machbar.
Natürlich, Trennfurt hat auch total abgebaut. Die sind bereits gesichert und werden sich wohl auch nicht mehr so reinhängen. Allerdings weiß ich nicht, wie sie am letzten Spieltag in eigener Halle auftreten werden. Wir wissen, was wir machen müssen, da alle anderen Mannschaften bereits die Runde beendet haben. Wir können uns voll danach richten.

In der Landesliga gibt es kein einheitliches Tabellenbild. Mit Katzwang I hat bereits ein Team alle 16 Spiele absolviert, Haßfurt erst deren zehn und Volkach 14.
Nachdem, wie gesagt, eine Mannschaft zurückgezogen hat, wurden die ganzen Spiele durcheinander gewürfelt. Das ist einfach ungünstig gelaufen.

Ihr müsst auf den letzten Spieltag in viereinhalb Wochen hintrainieren, ohne noch ein Spiel absolvieren zu können.
Ich habe damit kein Problem. Wir sind richtig motiviert. Wir haben eine gute Stimmung und das schaffen wir auch. Es ist ja nicht so, dass wir eine blutleere Mannschaft sind. Alle wollen weiter in der Landesliga spielen und deshalb habe ich auch keinerlei Bedenken. Der Knackpunkt war, dass wir am Wochenende das Spiel gegen Weißenburg gewonnen haben. Das hat uns unheimlich weitergebracht, auch in der Tabelle. Der Weißenburger Trainer war dann zwar enttäuscht, aber er hat mir gesagt: Ihr wart die Mannschaft, die gewinnen wollte. Das habe er bei seinem Team vermisst. Das sind die entscheidenden Unterschiede.

Welcher Platz ist für Sie zum Rundenabschluss realistisch?
Wir werden drei Mannschaften - Katzwang I, Weißenburg und Haßfurt - hinter uns lassen. Ich schätze, dass Forchheim uns noch überholt. Das wäre auch in Ordnung. Wir könnten ein paar Plätze weiter vorne stehen, aber für ganz vorne drinnen, hätten wir keine Chance gehabt.
Wenn sich der VfL Volkach wieder für die Landesliga qualifiziert, wird er auch künftig dort antreten?
Auf jeden Fall. Die Landesliga ist momentan genau die richtige Klasse für uns. Vom Niveau sehr gut und anspruchsvoll. Wir können optimal mithalten und sehr viel lernen. Wir haben uns in dieser Runde sehr viel weiterentwickelt. Es gibt hier keine schwachen Mannschaften. Wir müssen immer bis ans Limit gehen. Sobald man nachlässt, hat man verloren. Das ist das Interessante an der Liga. Allerdings blicken wir momentan nicht auf die nächste Saison. Wir müssen das jetzt durchziehen und dann einfach weiterplanen. Wir haben viele Studenten, unser ältester Spieler ist 21 Jahre alt, da kann es sein, dass der eine oder andere ein Auslandssemester absolviert oder ein anderes Studium woanders beginnt.

Wie lautet das mittelfristige Ziel?
Natürlich wollen wir irgendwann vorne mitspielen. Das schaffen wir auch mit Sicherheit, wenn wir zusammenbleiben können und den ein oder anderen Spieler dazubekommen. Es haben sich schon einige gemeldet, die auch kommen würden, aber bis auf einen Akteur - Rimpars Bruno Wedrich (vorher TSV Eibelstadt) - ist noch nichts konkret. So einen richtig großen Star haben wir nicht in Aussicht, eher Ergänzungsspieler.
Was ist Ihnen im Rundenverlauf aufgefallen?
Die mittelfränkischen Teams haben untereinander Spiele gewonnen, die sie normalerweise nicht gewinnen hätten können. Ich will denen nichts unterstellen, aber vielleicht wird dann nicht mit dem letzten Ehrgeiz gekämpft. Bevor die Mittelfranken bis Volkach oder Trennfurt fahren, treten sie beispielsweise lieber in Schwabach an.

Sie spielten nur zwei Spieltage in Volkach. Ist dies üblich?
Normal sind es drei Heimspieltage, aber nachdem ein Team zurückgezogen hat, haben zwei oder drei Mannschaften einen Heimspieltag verloren - da waren wir leider dabei.

Sie hatten aber dennoch eine gute Zuschauer-Resonanz.
Die war überragend. Das eine Mal kamen rund 200, das andere Mal über 200 Zuschauer. Das habe ich noch nie erlebt.

Sie stellen mit einem Schnitt um die 20 Jahre ein sehr junges Team.
Unsere Spieler sind zwischen 18 und 21 Jahren - einerseits ist das gut. Aber die Kehrseite der Medaille ist, dass Teams, wie die ehemalige Bayernliga-Mannschaft Katzwang II einen Schnitt von 28-30 Jahren aufweist und schon Profis besitzt, die einem mit ihrer Erfahrung schon das Leben schwer machen können.


Drucken Artikel Versenden Abo bestellen
 

Weitere Artikel zum Thema suchen



Alternative Suche im Zeitungsarchiv
Hinweis: für Epaper-Abonnenten kostenlos


Kommentare

Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Kommentieren


Titel:
Text:
 
(noch Zeichen)

Unregistrierte Nutzer
 
 

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername:  *
gewünschtes Passwort:  *
Wiederholung Passwort:  *
E-Mail:  *
Kundennummer:
Anrede:
Frau Herr  
Vorname:
Nachname:
Zusatz (z.B. Firma):
Straße/Hausnr.:
PLZ/Ort:  *
Ich bin mit den AGB und der Netiquette einverstanden.:  *


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Wieviel ist 3 x 3 : 




Lokalsport aus Ihrer Umgebung
Bad Kissingen Schweinfurt Kitzingen Haßberge Bamberg Erlangen-Höchstadt Forchheim Bayreuth Kulmbach Lichtenfels Coburg Kronach