Raus aus dem Klammergriff

03.02.2012   Ort: Etwashausen  Von: Carolin Straßberger  Die Kitzinger

Handball Landesliga Männer Maximilian Schmidt und seine Kollegen vom TV Etwashausen kämpfen nach wie vor chronisch ersatzgeschwächt gegen den Abstieg. Die direkten Konkurrenten müssen aber allesamt noch in den Sickergrund.


Ewashausens Maximimilian Schmidt versucht sich gegen die Helmbrechtser Defensive durchzusetzen. Seinem TVE steht heute gegen Roßtal abermals ein schweres Heimspiel bevor.
TV Etwashausen - TV Roßtal (31:35; heute, 20 Uhr, Sickergrundhalle).

Kitzingen — Die alten Bekannten Willi Taborsky und Thomas Hanft übernahmen, nachdem Coach Frank Munoz im Dezember vor dem wichtigen Spiel gegen Mitabstiegskonkurrent Stadeln das Handtuch geworfen hatte, als Trainergespann die Mannschaft und damit eine schwere Aufgabe.
Beide kennen den TVE und die Jungs gut - sie spielten selbst lange Zeit für den Verein und fungierten danach als Jugend- oder Aktiven-Trainer. Nun stehen sie mit ihrer Mannschaft mit 7:25-Punkten auf dem vorletzten Platz der Landesliga und können damit nur den TSV Mainburg mit 6:26-Zählern hinter sich lassen. Doch sowohl der zwölfte als auch elfte Platz sind noch drin für den TVE und damit ein eventueller Klassenerhalt. Mit nur zwei Pluspunkten mehr sind Stadeln und Amberg noch in Reichweite. Zudem spielt der TVE noch gegen alle drei Teams. Bereits am 11. Februar geht es nach Amberg, die anderen Konkurrenten Mainburg (31. März) und Stadeln (28. April) empfangen die Kitzinger Vorstädter zu Hause, wobei letzterer Gegner wohl zum absoluten Abstiegs-Saisonfinale anreist.
"Ein Nichtabstieg wird schwer, er ist ist aber unser Ziel. Wir spekulieren natürlich auf den viertletzten Platz und hoffen, dass das dann am Ende reicht", blickt Willi Taborsky auf den Relegationsrang. Hier kommt es natürlich auf die Zahl der Absteiger aus den höheren Ligen an. "Wir werden jetzt sicherlich nicht die Flinte ins Korn werfen. Wenn wir einmal gewinnen, sind wir wieder voll mit dabei."
Und Siege sind allemal drin, weil der TVE auch als Außenseiter schon überzeugte, zuletzt vor zwei Wochen, als er dem Spitzenreiter Landshut zwei Punkte abnahm. Doch die Etwashäuser sind launisch: Steht eine wichtige Partie gegen einen Kontrahenten aus der unteren Tabellenhälfte an, kann es passieren, dass sie deutlich verlieren.

Ohne Druck läuft es besser


Dass die Gärtner die gute Leistung aus dem Landshut-Spiel am letzten Samstag in Selb nicht wiederholen konnten, lag teilweise wohl auch an der personellen (Not-)Lage. Neben den fehlenden Maxi Murray, Tobias Herrling und einem angeschlagenen Maximilian Schmidt, war es vor allem die Einstellung, die den Unterschied ausmachte. "Gegen Landshut konnten wir befreit und ohne Druck aufspielen. Wir hatten nichts zu verlieren. Gegen Selb hatten wir gedacht, punkten zu können und schon lief es nicht", schildert Taborsky. "Der Druck wird natürlich jetzt von Woche zu Woche größer. Das müssen wir irgendwie beiseite schieben und das Ganze locker angehen."
Ob sie es an diesem Wochenende schaffen, dem Druck standzuhalten, wird sich zeigen. Gegen Roßtal (5./19:13) punkteten die TVE-ler im vergangenen Jahr daheim schon einmal. In dieser Spielzeit zeigten sie auch in der Hinrunde eine gute Partie und waren bis zehn Minuten vor dem Ende bis auf einem Tor an Roßtal dran, verloren am Schluss aber mit 31:35. Vor allem die zwei starken Linkshänder Schuh und Brandschner sollte Etwashausen in den Griff bekommen. Die Abwehr muss einfach besser zupacken. Denn im Schnitt kassierte der TVE in jeder Partie knapp 35 Gegentore. Im Angriff dürfen die Etwashäuser den Ball nicht durch leichte technische Fehler herschenken und eine bessere Chancenauswertung an den Tag legen, um die wichtigen Punkte einzufahren. Wie es allerdings in der nächsten Runde für das Team und die beiden Trainer weitergeht, hängt wohl im Wesentlichen von der Spielklasse ab. Ein neuer Coach wird gesucht, ebenso wie neue Spieler. "Was nach dieser Runde ist, das sollen sich andere überlegen. Wir konzentrieren uns darauf, im Moment das Beste daraus zu machen", ist Taborsky mit der momentanen Situation beschäftigt.

Mehr zum Handballgeschehen am Wochenende erfahren Sie in der Samstagsausgabe Ihrer KITZINGER.


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