Ein letztes Tänzchen in der Halle
07.02.2012
Ort: Stadtschwarzach Von: Jürgen Sterzbach ![]()
Hallenfußball An zwei Wochenenden standen in der umgebauten Schwarzach-Halle die Junioren im Mittelpunkt. Die Verantwortlichen mussten lange um die Austragung bangen, doch wieder lohnten sich alle Mühen, auch wenn es die Spieler schon wieder ins Freie zieht.

Florian Wijnans vom FV Schwarzenau-Stadtschwarzach setzt sich gegen den Großlangheimer Vincent Mrfka durch. Fotos: Sterzbach
"Wir richteten die Turniere in diesem Jahr bereits zum fünften Mal aus", berichtet Schwarzachs Jugendleiter Josef Hitzinger, der gemeinsam mit dem Vereinsvorsitzenden Ludwig Eschenbacher für die komplette Organisation verantwortlich ist. "In den letzten Jahren sammelte ich deshalb viele E-Mail-Adressen von anderen Vereinen, von denen wir immer wieder zu Turnieren eingeladen wurden. Mittlerweile versenden wir am Anfang unserer Planungen für die Turniere rund 500 Einladungen", gibt Hitzinger eine Bestandsaufnahme seines stark gewachsenen Verteilers.
Anfangs richteten die Gastgeber auch Turniere für die Junioren der U17 und U19 aus, kamen allerdings davon ab, weil in den höheren Jahrgängen der Wettstreit untereinander zu großen Raum einnahm und dabei den Spaß am Spiel verdrängte. "Ende August fingen wir bereits mit den Planungen an. Aber bis vor anderthalb Wochen stand noch nicht einmal fest, ob wir überhaupt die Halle benutzen können", erinnert Hitzinger an die Besonderheit in diesem Jahr. Nachdem sich die Umbauarbeiten verzögert hatten, erhielten die Veranstalter erst zwei Tage vor ihrem ersten Turnier von der Gemeinde grünes Licht.
"Es hätte leicht passieren können, dass wir das erste Wochenende hätten absagen müssen", erlebte Hitzinger zuvor bange Momente. "Wir müssen uns dafür auch bei der Gemeinde und den beteiligten Firmen bedanken, dass sie es uns erlaubten, ohne eine offizielle Abnahme die Halle bereits zu nutzen." An der neuen Rundumbande, die nun das Spielfeld auf drei der vier Seiten begrenzt, zwischenzeitlich aber aus den Planungen gestrichen worden war, beteiligte sich der Fußballverein mit einer vierstelligen Summe. Bei der neuen Anzeigetafel half er durch die Suche nach Sponsoren ebenso. Die Arbeiten an der zuvor in die Jahre gekommenen Schwarzach-Halle lohnten sich: "Als Resonanz von den teilnehmenden Vereinen kam zurück, dass sie alle sehr zufrieden mit dem Ablauf und der Organisation waren", berichtet Hitzinger, "vor allem wegen der neuen Halle waren viele beeindruckt."
Auch die Spieler freuten sich über das neue Ambiente der 32 Jahre alten Sportstätte. "Die Halle gefällt mir gut", sagte Ferdinand Frieg von Bayern Kitzingen. Der Sulzfelder schloss sich in diesem Winter den Bayern an und spielte in Schwarzach sein erstes Turnier mit seinen neuen Mannschaftskollegen. "Nur der Platz ist hier etwas klein", fand Ferdinand, "deshalb spiele ich auch lieber im Freien, weil man sich dort mehr bewegen und mehr laufen kann als in einer Halle." Mit dem Erfolg seiner Mannschaft als Turniersieger war er sehr zufrieden: "Für uns lief es sehr gut, das war cool", freute sich Ferdinand, der auch als Torschütze einen gelungenen Einstand bei den Kitzinger Bayern feierte.
Florian Wijnans vom gastgebenden FV Schwarzenau-Stadtschwarzach kennt die Halle dagegen bereits seit vielen Jahren. "Der Boden ist viel besser geworden. Auf ihm kann man jetzt besser Fußball spielen, denn er ist weicher als vorher. Auch die ganze Halle sieht nun viel schöner aus", sagte Florian, der das dritte Mal bei einem Turnier in der Schwarzach-Halle dabei war. Dennoch freut sich der Stürmer bereits auf die Fortsetzung der Runde im Freien: "Auf dem Rasen gefällt es mir trotzdem besser als in der Halle. Dort sind die Tore größer und man kann den Ball leichter auch mal in den Winkel schießen."
Während Ferdinand und Florian als Feldspieler nur gelegentlich auf dem Boden liegen, gehört es für Sebastian Melber zur Aufgabe auf dem Spielfeld. Seit drei Jahren spielt der Torhüter für den FC Großlangheim in der Jugend. "Der Boden hier ist zwar angenehmer als anderswo, aber wenn man sich als Torhüter nach dem Ball wirft, tut es in der Halle schon etwas mehr weh als draußen auf dem Platz", berichtet er bereits aus Erfahrung. "Ich spiele aber in der Halle genauso gerne wie im Freien. Mir macht beides viel Spaß", ergänzt Sebastian. Dies ist auch Antrieb für Josef Hitzinger und seine Helfer, an sechs Turniertagen von früh bis spät nach Mitternacht in der Halle viele Stunden zu verbringen: "Wenn du die Freude und Begeisterung der Kids siehst, weißt du, warum du das alles gemacht hast."
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