FGM-Schiris geben die Richtung vor
22.02.2012
Ort: Marktbreit Von: Jürgen Sterzbach ![]()
Fußball Vorbildlich: Die FG Marktbreit-Martinsheim stellt derzeit sechs Schiedsrichter - zwei mehr als bei der Anzahl ihrer Mannschaften nötig wären. Peter und Manuel Meyer nahmen vor fünf Jahren die Pfeife in die Hand, Vater und Sohn sind seitdem begeistert bei der Sache.

Er zeigt den Spielern die richtige Richtung an: Schiedsrichter Peter Meyer pfeift seit fünf Jahren aktiv für die FG Marktbreit-Martinsheim. Foto: Sterzbach
"Die Anzahl der Schiedsrichter von Marktbreit-Martinsheim entwickelte sich als ein Selbstläufer. Es ist dort nicht so, dass eine enge Beziehung zwischen der Vorstandschaft und dem Schiedsrichterwesen besteht", verweist der Obmann der Schiedsrichtergruppe Kitzingen/Ochsenfurt, Helmut Wittiger, darauf, dass bei der FGM kein Unparteiischer in höheren Vereinsgremien zu finden ist.
Der Jüngste unter den Schiedsrichtern der FG ist Harald Knof. Der 15-Jährige pfeift wie seine Vereinskollegen Peter Meyer sowie Claus und Frederic Höpfner bis zur Kreisklasse und richtet als einer von zwei Assistenten im Gespann von Stefan Volkmann in der Bezirksliga an der Seitenlinie.
Über 16 000 Schiedsrichter sind in Bayern aktiv, treffen Spieltag für Spieltag ihre Entscheidungen. Richtige werden meist kommentarlos hingenommen, dagegen falsche oder nur als falsch empfundene umso heftiger und zuweilen auch rüpelhaft kritisiert. In unteren Ligen ist der Unparteiische auf den Platz ein Einzelkämpfer, erst ab der Bezirksliga tritt er im Gespann mit zwei Assistenten an den Linien auf.
Ohne den 23. Mann auf dem Feld würde das Spiel der 22 anderen in nicht wenigen Fällen im puren Chaos enden - denn einer muss ja schließlich dafür sorgen, dass das Spiel allerorts unter Einhaltung der gleichen Regeln abläuft. So dass jedes Wochenende ausreichend Unparteiische zur Verfügung stehen, verpflichtet der Verband jeden Verein dazu, eine gewisse Anzahl an Schiedsrichtern, abhängig davon, wie viele Mannschaften am Spielbetrieb teilnehmen, zu stellen. Leider können einige Vereine dieser Auflage nicht nachkommen, so dass Ausfallgebühren erhoben werden, die beim Verband zwar den Säckel füllen, aber keinen zusätzlichen Referee hervorbringen.
Obmann lobt die FGM
Als "vorbildlichen Verein" lobte Schiedsrichterobmann Helmut Wittiger daher auf der Halbzeit-Spielgruppentagung in Ochsenfurt die FG Marktbreit-Martinsheim mit insgesamt sechs anrechenbaren Schiedsrichtern. Anrechenbar sind Unparteiische, wenn sie mehr als 15 Spiele in einer Saison leiten und dabei zugleich an mindestens fünf Sitzungen teilnehmen. Von so aktiven Schiedsrichtern gibt es in der von Wittiger geleiteten Gruppe Kitzingen/Ochsenfurt derzeit nur 226. "Der Zusammenschluss beider Mannschaften machte sich auch in der Anzahl der Schiedsrichter positiv bemerkbar", stellte der Obmann fest, "in den letzten Jahren erhielt der Verein einen großen Zuwachs an Schiedsrichtern. Davor konnte auch er sein Soll nur teilweise erfüllen."
Helmut Demel, der früher bis zur Kreisliga eingesetzt wurde und noch heute mit 72 Jahren Spiele in der B-Klasse leitet, und Höpfner sind an der Pfeife die beiden erfahrensten Unparteiischen der FGM. Demel ist bereits seit stolzen 42 Jahren dabei, Höpfner seit zwölf. Auch sein 17 Jahre alter Sohn Frederic geht mittlerweile demselben Hobby nach wie er. "Wir schätzen es, dass es im Verein viele aktive Leute gibt, die sich für das Schiedsrichten interessieren. Die doppelte Konstellation von Vater mit Sohn ist dabei etwas besonders und für den Verein ein großer Vorteil", weiß Wittiger.
Gemeinsam fingen auch Peter (46) und Manuel Meyer (23) vor fünf Jahren an, sich bei der FG Marktbreit-Martinsheim als aktive Schiedsrichter zu engagieren. Dass beide zur gleichen Zeit begannen, ist für Peter Meyer rückblickend allerdings eher aus Zufall entstanden. "Der Verein brauchte Schiedsrichter und da wir bei Turnieren schon öfter Spiele gepfiffen hatten, fragte unser Vorsitzender Karl-Heinz Kikiernicki, ob wir nicht Interesse hätten, auch aktiv zu pfeifen." Als für die Meyers der Fußball in erster oder zweiter Mannschaft schließlich nicht mehr in Frage kam, wechselten beide ins Lager der Schiedsrichter. "Das hat von Anfang an richtig Spaß gemacht", berichtet der Vater. Im Jahr leitet er derzeit rund 60 Spiele. Danach tauscht er sich auch gerne mit seinem Sohn unter Referees über die Begegnungen aus. "Wenn man gut pfeift, bekommt man weniger Schimpfe und mehr Lob von den Leuten", stellte Peter Meyer fest und sieht dies als Ansporn für die eigene Leistung auf den Plätzen. Dennoch wünscht er sich, dass "einige Funktionäre und Zuschauer einmal die Regeln genauer lesen, dann verstünden sie manchen unserer Pfiffe bestimmt auch besser."
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