Über die Bayernauswahl in das Nationalteam

29.04.2010     inFranken.de

Sportler der Woche Die Handballerin Natascha Weber aus Forchheim spielt in der Jugend-Bayernliga des 1. FC Nürnberg 2009. Bei DHB-Lehrgängen geht es darum, sich für die U16-Nationalmannschaft zu empfehlen.


Natascha Weber Foto: Gernot Wildt
Mit ihrem Spitznamen muss Natascha Weber leben - auch wenn "Naschi" eher nach einer Katze klingt, die um einen Beutel Katzenminze herumstreicht. Doch da streicht sie schon lieber um den Wurfkreis vor einem Handballtor herum, und das so erfolgreich, dass man bundesweit auf die 14-Jährige aufmerksam wurde. Im vergangenen Jahr wurde die Forchheimerin "entdeckt" und für den Kader der Jugendnationalmannschaft nominiert.

Der Verein, für den Natascha Weber um Punkte und Tore kämpft, heißt 1. FC Nürnberg 2009. Der Zusatz "2009" ist wichtig, denn die Handballabteilung des Clubs musste im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden. Eine Nachfolgemannschaft - und wenn sie noch so sehr in der Tradition des ruhmreichen 1. FC Nürnberg steht - darf sich nicht mehr so nennen wie dieser. Nur mit einem Zusatz als "1. FC Nürnberg 2009" darf die Mannschaft weiterleben.

Natascha Weber hat nicht schon immer für den 1. FC Nürnberg gespielt. Ihre Mutter Claudia, die gerade mit dem VfB Forchheim den Aufstieg aus der Bezirksklasse Ostbayern West geschafft hat, brachte sie zum Handball, als sie sechs oder sieben Jahre alt war. Oder war sie erst fünf? So genau weiß sie das nicht - sie weiß aber, dass sie zwei Jahre lang bei den Minis gespielt hat, weitere zwei Jahre in der E-Jugend und noch einmal zwei Jahre bei der D-Jugend.

Schon im zarten Alter von elf Jahren suchte Natascha Weber eine neue Herausforderung und schloss sich dem 1. FC Nürnberg an. Warum musste es ausgerechnet der Club sein? Für "Naschi" ganz einfach: "Schon die C-Jugend spielte in der Bayernliga, es gab stärkere Gegner, bessere Mitspielerinnen, an denen man wachsen und sich beweisen konnte." Noch spielt sie in der C-Jugend, wird aber demnächst zur B-Jugend kommen. Zum Teil spielt sie bereits bei den Älteren mit.

Auch die B-Jugend spielt hochklassig. Wenn in den nächsten Wochen die Qualifikation geschafft ist - womit gerechnet werden darf - , wird Natascha Weber auch in dieser Altersstufe in der Bayernliga spielen. Und die Insolvenz des Vereins, verbunden mit einem Neubeginn, eröffnet auch ihr durchaus Zukunftschancen: Da die "Geldhandballerinnen" im Seniorenteam den Zweitligisten verließen und die Damen, die ihren Sport nicht des Geldes wegen betreiben, übrig blieben, wurden auch sie in die Bayernliga zurückgestuft.

Der Auswahltrainer staunte


Es war im letzten Jahr, als der Ostbayern-Auswahltrainer Attila Kardos Natascha Weber sah. Eigentlich war er gekommen, um die Männermannschaft aus Winkelhaid zu beobachten, doch dabei stach ihm Natascha förmlich ins Auge.

Er lud sie zu einem Lehrgang ein, obwohl sie das B-Jugendalter noch gar nicht erreicht hatte. Wenn man dort überzeugt, wird man in die Bayernauswahl berufen - immerhin die 16 besten Spielerinnen im Freistaat. Nächster Schritt war ein Lehrgang des DHB, des Deutschen Handball-Bundes, auf dem es um mehr geht als nur um Handball. In Übungseinheiten wie Leichtathletik, Turnen oder Koordinationstraining geht es um körperliche und geistige Fitness, und in einer Art Turnier der einzelnen Länderauswahlen können sich die Trainer ein Bild der Berufenen machen.

Die DHB-Jugendtrainerin Ute Lemmel sowie ihre Co-Trainerinnen Meike Balthasar und Heike Axmann nahmen alle Teilnehmerinnen haargenau unter die Lupe, wobei Natascha das Glück hatte, bereits beim Jahrgang 1994 getestet worden zu sein. Ihr eigener Jahrgang steht erst in diesem Jahr zum Test an, den sie somit bereits hinter sich hat. Als "95erin" hat sie also im Vergleich zu ihren Altersgenossinnen die Nase vorn und hat es voraussichtlich leichter, im Kader Berücksichtigung zu finden.

Die Auslese ist enorm


Die U16-Nationalmannschaft beginnt ihre Spiele erst ab Pfingsten, und zwar im Rahmen eines internationalen Turniers. Zu den Lehrgängen, die davor stattfinden, werden 20 Spielerinnen aus dem Kader mitgenommen, zu den Pfingstturnieren werden diese noch einmal auf 16 reduziert. Die Auslese ist also enorm, wobei Nataschas Vorteil darin besteht, dass sie bereits zum Kader gehört, während die Gleichaltrigen erst nachziehen müssen.

Für die nächsten Wochen und Monate ist Natascha Weber guten Mutes und voller Hoffnung, denn sie hat Selbstvertrauen und weiß, was sie kann. "Jetzt geht es nur noch darum, dass ich nicht verletzt werde - und meine Chance suche", stellt sie fest.

Zur Person


Geburtsdatum 5. Dezember 1995
Geburtsort Forchheim
Familienstand ledig
Wohnort Forchheim
Beruf Schülerin
Hobbys Handball, Ausgehen
Spitzname Naschi
Vorbild Sara Walzik (2005 - 2009 1. FC Nürnberg, seitdem Bayer Leverkusen)
Vereine 1. FC Nürnberg, VfB Forchheim
Schönster Erfolg Seit 2009 im Kader der Handball-Jugendnationalmannschaft
Schlimmste Niederlage -



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