Der Hattrick ist nur der Anfang

03.09.2011   Ort: Schlaifhausen  Von: Gernot Wildt  Fränkischer Tag

Sportler der Woche Simon Weisel erzielte für den Fußball-A-Klassisten DJK-FC Schlaifhausen fünf Tore beim 8:1 gegen den SC Kühlenfels II. Als Aufstiegskandidaten sieht der 23-Jährige seine Mannschaft nicht.


Simon Weisel Foto: Gernot Wildt
Simon Weisel von der DJK-FC Schlaifhausen taucht immer wieder in den Torjägerlisten auf. Es mag sein, dass der Gegner am 3. Spieltag in der Fußball-A-Klasse 3 Erlangen/Pegnitzgrund, die Reserve des SC Kühlenfels, nicht unbedingt schlagzeilenträchtig war. Aber nachdem die Reserven überwiegend in die B-Klasse abgestiegen waren, sind die Zweiten Mannschaften auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Wenn eine solche Reserve mit 8:1 an die Wand gespielt wird, ist das ein dickes Ausrufezeichen. Und wenn ein Mann wie Simon Weisel von diesen acht Treffern allein fünf erzielte, spricht das für seinen Torriecher.
Erst recht, wenn man weiß, dass er den deutlichen Sieg mit einem Hattrick einleitete. Simon Weisel brachte seine Mannschaft bereits in der 2., dann in der 28. und 37. Minute auf die Siegerstraße. Danach war er noch einmal in der 48. Minute zum 5:0 erfolgreich, den Schlusspunkt setzte er in der 87. Minute zum Endergebnis von 8:1.
Simon Weisel sieht seine Mannschaft nicht unbedingt in einer Favoritenrolle in der A-Klasse 3. Die Die Kreisklassen-Absteiger FC Leutenbach oder SV Wolfsberg, aber auch den TSV Ebermannstadt und die SpVgg Reuth sieht er in der Abschlusstabelle vor dem FC Schlaifhausen. Dafür hat er Gründe: eine Schwächung des Teams und die Notwendigkeit, junge Leute in die Mannschaft von Trainer Wolfgang Auer einbauen zu müssen, denen man eine gewisse Zeit geben müsse, um die erforderliche Erfahrung zu sammeln. Auch unter dem Gesichtspunkt, dass mit Roland Meixner ein anderer Torjäger verletzungsbedingt für längere Zeit wohl ausfallen wird.
Simon Weisels Pessimismus beruht auf Erfahrungswerten der letzten Jahre. Denn der FC Schlaifhausen war am Aufstieg immer sehr nahe dran, am nächsten in der abgelaufenen Saison, als die Mannschaft sich für die Aufstiegsrelegation qualifizierte, dann aber knapp scheiterte. In so einem Alles-oder-nichts-Spiel kann man zwar den kürzeren ziehen - geradezu traumatische Formen nahm das "Unternehmen Aufstieg" jedoch in der Saison 2007/08 an. Es war Simon Weisels erste Erfahrung mit der Relegation zum Aufstieg - und keine, die den Optimismus fördern konnte. Denn der FC Schlaifhausen hatte drei Chancen, sich zu qualifizieren - und vergeigte alle.
Es begann damit, dass man in der Liga im letzten Spiel nur Unentschieden spielte und daher in ein Entscheidungsspiel mit dem TSV Ebermannstadt bestritt (1:3). Zum Relegationsspiel musste Schlaifhausen nach Ottensoos. Alles lief gut, aber dann musste man in letzter Sekunde den Ausgleich hinnehmen und als Folge davon in die Verlängerung und das Elfmeterschießen.

Drittes Spiel fällig


"Ausgerechnet unser sicherster Elfmeterschütze hat seinen Strafstoß nicht verwandelt", erinnert sich Simon Weisel. Darum war ein drittes Spiel fällig. Es ging auf das Gelände der DJK-SC Oesdorf, der Gegner war der TSV Neuhaus. Die Schlaifhausener führten schnell mit 2:0 und bekamen mit einem Elfmeter die Chance, auf 3:0 zu erhöhen. Der Schütze patzte erneut, und fortan war ein Bruch im Schlaifhausener Spiel zu spüren. Für die völlig verunsicherten Schlaifhausener bezeichnend war, dass der 3:2-Siegtreffer für Neuhaus durch ein Eigentor fiel.
In der Spielzeit nach der dreifach vergebenen Chance hatte die Mannschaft einen echten Durchhänger. Das "Nichtaufstiegs-Triple" endete irgendwo im Mittelfeld. Zeitweise sollte der Erfolg mit einem neuen Trainer erzwungen werden, "aber es ging einfach nichts." Was dann folgte, waren die beiden Spielzeiten mit dem von oben verordneten Übermaß an zweiten Mannschaften, das bei vielen an den Nerven zerrte, mit eher unerwünschten Risiken und Nebenwirkungen. Schlaifhausen belegte hinter Pinzberg den zweiten, zur Aufstiegsrelegation berechtigenden Platz. Und auch da war´s dann auch nichts mit dem Aufstiegserfolg.
"Heuer wollen wir vorn mitspielen", sagt Simon Weisel, schränkt aber ein: "Für den Aufstieg wird es diesmal nicht langen. Erst in zwei oder drei Jahren sind die Jungen so weit, dann können wir wieder angreifen." Denn das Gros der Mannschaft ist jetzt um die 23, 24 Jahre alt. Simon Weisel meint: "Das gilt es jetzt erst einmal aufzubauen."

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Simon Weisels "Steckbrief" finden Sie im Fränkischen Tag vom Samstag, 3. September 2011.


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