Die Moggaster Allzweckwaffe mit "Pfiff"

23.07.2011   Ort: Moggast  Von: Gernot Wildt  Fränkischer Tag

Sportler der Woche Markus Lang ist die Verlässlichkeit in Person beim Kreisklassen-Aufsteiger SV Moggast. Der "Betriebsunfall" Fußball-A-Klasse ist mit dem sofortigen Wiederaufstieg behoben.


Markus Lang Foto: Gernot Wildt
Wie Markus Lang zu dem Spitznamen "Pfiff" gekommen ist, kann er selber nicht sagen. Natürlich ist denkbar, dass er sich häufig mit dem Unparteiischen angelegt hat, aber das kann man sich bei diesem friedfertig wirkenden Mann nicht so recht vorstellen. Er weiß aber, dass er früher unter denen, die da auf der Straße Fußball spielten, stets der Kleinste war. Darum liegt es am nächsten, zu vermuten, dass der Name von "Pfiffer" für einen sehr kleinen Menschen kommt. Doch der "Pfiffer" wächst, wird älter und wird zum "Pfiff" befördert.
Klein gewachsen ist Markus Lang seit seiner Kinderzeit nicht mehr. In der Hintermannschaft des SV Moggast kommt kaum einer an ihm vorbei. "An Jesus kommt keiner vorbei - außer Libuda", hieß es einst prahlerisch in den Zeiten, als Borussia Dortmund zum ersten Mal den Europapokal der Landesmeister erkämpfte. So ähnlich mögen die Gegenspieler in der Fußball-A-Klasse 5 Erlangen/Pegnitzgrund empfunden haben, als sie versuchten, das Hindernis namens Markus Lang zu umgehen, das zwischen ihnen und dem Mog gaster Tor stand.
Seine anderen Beinamen, die er im Verein erhalten hat, "Vielseitiger" oder "Allzweck-Lang", haben damit zu tun, dass er fast überall, wohin der Trainer ihn stellt, mit großer Verlässlichkeit Leistung zeigt. Markus Lang war sechs, vielleicht sieben Jahre alt, als er - noch als "Pfiffer" - beim TSV Ebermannstadt anfing. Er blieb durchgehend bis zur A-Jugend beim TSV, und spielte noch knapp zwei Jahre in der Herrenmannschaft. Die spielte damals in der Bezirksoberliga, bis der Hauptsponsor in Konkurs ging. Der Trainer ging, und mit ihm die meisten Spieler. Auch Markus Lang sah dort keine Zukunft mehr und wechselte nach Muggendorf.

Ein untypischer Wechsel


Beim SV Neideck war damals Holger Feinermann (heute TSV Drügendorf) Trainer, dem es gelang, eine schlagkräftige Mannschaft zu formieren. "Der hat Gott und die Welt gekannt und sich eine Menge Beziehungen geschaffen", erinnert sich Markus Lang. Trotzdem war das Umfeld in Muggendorf damals - ohne Sportheim - nicht ideal. Den Wechsel, den Markus Lang vollzog, sieht er als untypisch an: "Muggendorf und Moggast spielten in der gleichen Liga, es gab kein Zerwürfnis, und ein Wechsel führte zu keinerlei sportlicher Verbesserung."
Trainer waren zu dieser Zeit neben Martin Vogler auch der heutige Vorsitzende Thomas Merz, und Markus Lang hatte beim SV Moggast einen Traumstart. Auf Anhieb gab es einen souveränen Aufstieg in die Kreisliga, und Markus Lang wusste sofort: "Hier bringt mich keiner mehr weg."
Wobei die Sportanlage in Moggast, vor allem seit 1996 der zweite Sportplatz eingeweiht werden konnte, ihresgleichen sucht - eine der schönsten Sportanlagen im Spielkreis überhaupt. Es gab in der Folgezeit noch diverse Aufstiege, zuletzt 2007 unter Trainer Wolfgang Auer in die Kreisliga, dann wieder die Abstiege in die Kreisklasse und später in die A-Klasse.
Das Ziel hieß also nach dem "Betriebsunfall A-Klasse", den sofortigen Wiederaufstieg zu schaffen - ein haariges Unterfangen in der letzten Saison, in der auch über den Abstieg in die neue B-Klasse entschieden werden musste. Dass der Saisonverlauf eine sportliche Achterbahn wurde, hatte etwas mit Spielausfällen, nicht angetretenen Reserven und der Angst vor dem Scheitern gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner zu tun. Von Anfang an machten der SV Moggast, der TSV Ebermannstadt, der SV Bieberbach und die DJK Weingarts II die Aufstiegsränge unter sich aus. Die Tabelle konnte endgültig im April zurechtgerückt werden, als Ebermannstadt sein spielfreies Wochenende und Moggast fast über Nacht sechs Punkte Vorsprung hatte. Am Ende hatte der SVM mit diesem Vorsprung klar die Nase vorn. Der "Betriebsunfall" konnte also innerhalb von nur einer Saison repariert werden.

Trikots mit der Nummer 4


Ein paar Details liefert noch der Vereinsvorsitzende Thomas Merz nach. So hat Markus Lang seinen beiden Kindern je ein Trikot mit seiner Nummer 4 und seinem Namen anfertigen lassen, und wenn er einmal ein Tor erzielt, ist er bekannt dafür, dass er die Szene, die zum Treffer führte, noch einmal ausführlich nacherzählt und analysiert. Und "er ist seit Jahren sehr beliebt und dazu einer, der die Mannschaft antreibt" - auch einer, der stets für gute Stimmung sorgt.
In der vorigen Saison, als der Abstieg besiegelt war, war Markus Lang einer der ersten, der seine Zusage für die neue Spielzeit gegeben hatte - mit der Begründung: "Wir haben uns das gemeinsam eingebrockt, jetzt ziehen wir die Karre auch gemeinsam aus dem Dreck."
Nachdem das nun geschafft ist, war er auch wieder einer der ersten, die dem neuen Trainergespann Alexander Roth und Christian Staatz seine Zusage gegeben hat, noch eine Saison dranzuhängen. "Ich bin gesund und fit", sagt er, "und seit der SV Moggast gleich nebenan einen Spielplatz gebaut hat, bekomme ich auch von meiner Frau nicht mehr meine häufigen Aufenthalte auf dem Fußballplatz vorgehalten. Sie setzt sich einfach mit den Kindern auf den Spielplatz und muss dazu nicht einmal Spielsachen mitnehmen."


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