14 Mann beliebig ein- und auswechseln
27.07.2010
Von: Martin Rehm ![]()
Fußball Die Neuregelung des Rückwechselns auf Kreisebene der Erwachsenen sorgt für Gesprächsstoff. Ein Trainer darf wie bisher drei Mann einwechseln, dann aber alle 14 am Spiel beteiligten Akteure munter tauschen. Der Schiedsrichter soll auf Zeitspiel achten.
Beschluss
Nachdem das Rückwechseln im Juniorenbereich bereits seit Jahren praktiziert wird, ist dies nun auch im Erwachsenenbereich möglich. Der entsprechende Antrag wurde beim 23. Ordentlichen Verbandstag in Bad Gögging gestellt und mehrheitlich von den Vereinsvertretern verabschiedet. Bei den Kreistagen gab es mehrheitlich Zustimmung, im Kreis ER/PEG 51:40 Prozent, im Kreis BA/BT 71:25 Prozent.
Regel
Drei Auswechselspieler (bzw. vier bei Frauen und nicht aufstiegsberechtigten Reserven) können beliebig oft ein- und ausgewechselt werden. Es dürfen aber immer nur die gleichen Spieler ein- oder ausgewechselt werden.
Beispiel
Hat ein Trainer zum Beispiel die Spieler mit der Nr. 12, 13, 14 für die Nr. 2, 3 und 4 eingewechselt, so darf er fortan alle Spieler von 1 bis 14 beliebig wechseln. Nur etwaige Spieler mit der Nr. 15, 16 usw. dürfen dann (wie auch bisher) in diesem Spiel nicht eingesetzt werden. Die in unserem Beispiel ausgewechselten Nr. 2, 3, 4 können eingewechselt werden für einen beliebigen Spieler Nr. 1, 5 bis 14. Es muss also nicht Nr. 2 für Nr. 12 (oder 13 und 14) zurückgetauscht werden, sondern kann etwa für Nr. 7 aufs Feld kommen. Die dann ausgewechselte Nr. 7 kann wieder beliebig etwa für Nr. 9 oder 13 zurückkommen. Ausgewechselte Spieler müssen sich in der "Technischen Zone" aufhalten.
Geltungsbereich
Bei Punktspielen der Herren ist das Rückwechseln nur auf Kreisebene erlaubt, also von der Kreisliga bis B-Klasse. Bei den Frauen gilt dies bis einschließlich Bezirksebene. Im DFB-Toto-Pokal der Herren gilt die Regelung bis einschließlich Kreisfinale, ist dort also auch für Bezirks- und Bezirksoberligisten erlaubt.
Privatspiele
Die Anzahl der erlaubten Rückwechsel legen die beteiligten Vereine im Vorfeld der Partie fest und ist dem Schiedsrichter mitzuteilen.
Prozedur
Der Wechsel muss grundsätzlich in einer Spielunterbrechung und mit Zustimmung des Schiedsrichters vollzogen werden. Wenn der Schiedsrichter meint, dass der Wechsel nur der Spielverzögerung dient (etwa kurz vor Schluss), hat er die Möglichkeit, den Wechsel abzulehnen bzw. dann ist diese Zeit unbedingt nachzuspielen.
Verletzungen/Platzverweis
Wird ein Spieler wegen Verletzung ausgewechselt und kann an der Partie nicht mehr teilnehmen, so verringert sich entsprechend die Anzahl der Spieler dieser Mannschaft, die im weiteren Verlauf zurückgewechselt werden können. Dies gilt auch, wenn ein Spieler mit Roter oder Gelb-Roter Karte
des Feldes verwiesen wird.
Sonderfall
Bei einem Strafstoßschießen (Pokal) sind nur die Spieler zugelassen, die beim Schlusspfiff auf dem Platz waren. Für einen Freistoß oder Elfmeter im regulären Spiel dagegen kann ein Akteur gezielt eingewechselt werden - aber nur mit Zustimmung des Referees.
Umsetzung
Gerhard Pech, Bezirksschiedsrichterobmann in Mittelfranken, erklärt: "Es wurden von mir alle Obleute in den Schiedsrichtergruppen über die Neuregelung informiert mit der Bitte, dies an die Lehrwarte weiterzugeben." Die Anwendung der Regel sollte laut Pech den Schiedsrichtern vertraut sein aus dem Jugendbereich, wo das Rückwechseln (von vier Spielern) bereits Usus ist. Damit ein Schiedsrichter nicht kurz vor Spielende zum Buhmann werde, weil er eine Einwechslung wegen vermeintlicher Spielverzögerung verweigerte, habe er die andere Möglichkeit, nachspielen zu lassen. Pech sagt: "Dann dauert eben ein Spiel öfter einmal 97 oder 98 Minuten." rm
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