Rückkehrer machen im ersten Drittel alles klar
15.01.2012
Ort: Höchstadt Von: Johannes Höllein ![]()
Eishockey Mit einem Sieg in Waldkirchen zementiert der Höchstadter EC Platz 2 in der Eishockey-Landesliga. Schon vor dem Spiel hatten die Verantwortlichen eine Bombe platzen. Anton Gluchich vom ESC Haßfurt, der jüngst zwei mal gegen die Alligators traf, läuft ab sofort im Trikot der Panzerechsen auf.
Gestern Abend jedoch durften die Genannten wieder mitmischen und waren mit je zwei Treffern maßgeblich am Sieg beteiligt. Vor allem im ersten Drittel drehten die Führungsspieler auf und machten unerbittlich klar, dass sich der HEC nicht mehr um den zweiten Tabellenplatz und die damit verbundene Teilnahme an der Aufstiegsrunde bringen lassen will.
ESV Waldkirchen - Höchstadter EC 3:9
Von Beginn an entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor und bereits nach wenigen Sekunden hätte Christian Eyrich nach Vorarbeit von André Lenk das 0:1 erzielen können, doch Waldkirchens Goalie Alex Krenn war auf dem Posten. Wenig später hatte er dann allerdings keine Chance, denn die etatmäßige erste Sturmreihe der Alligators funktionierte zuverlässig wie ein schweizer Uhrwerk: Stephan Hiendlmeyer setzte Jan Michalek in Szene, dessen Pass in die Mitte Daniel Jun zur Führung nutzte (4.).
Nur wenige Sekunden später passte Jun dann auf Hiendlmeyer, der sich aus kurzer Distanz die Möglichkeit zum 0:2 nicht entgehen ließ. Der HEC machte weiter kräftig Druck und schnürte die Karoli Crocodiles in deren Drittel ein. Erst als Kapitän Daniel Sikorski bei einem Konter Michalek bediente und der nach einem Solo von der blauen Linie per Rückhand-Schlenzer auf 0:3 erhöhte (7.), schalteten die Gäste aus dem Aischgrund einen Gang zurück und ließen den bis dato harmlosen Waldkirchenern wieder etwas Luft zum Atmen.
Bezeichnend allerdings war, dass der ESV bis zu zehnten Minute brauchte, um den ersten Torschuss abzugeben. Nach einer kurzen Verschnaufpause zogen die Alligators dann aber das Tempo wieder an: Michalek passte auf Jun und der hatte zentral vor dem Tor kein Problem, den Puck ins obere Eck zu befördern (15.). Den Schlusspunkt im ersten Drittel setzte dann Sikorski, der nach einem abgeprallten Hiendlmeyer-Schuss im Gewühl am schnellsten reagierte und zum 0:5 abstaubte (20.).
Im zweiten Abschnitt ließen es die Höchstadter merklich ruhiger angehen und der ESV, von dessen Leistung das Publikum bis dahin hörbar enttäuscht war, erarbeitete sich nun mehr Spielanteile und dementsprechend auch mehr Chancen. Den besseren Start erwischten trotzdem die Gäste: Nach Vorarbeit von Eyrich und Daniel Tratz, verwandelte André Lenk aus kurzer Distanz trocken zum 0:6. Dann aber verlor Marc Kaczmarek den Puck an der gegnerischen blauen Linie an Schinköthe, der sein anschließendes Solo mit dem ersten Treffer für die Gastgeber abschloss (25.).
Zwei Minuten später waren die Alligators dann in Überzahl, Weiß passte auf Hiendlmeyer und der stellte den alten Abstand wieder her. In der Folge plätscherte das Spiel vor sich hin mit einigen Möglichkeiten auf beiden Seiten. Doch es dauerte bis zur 40. Minute, ehe wieder gejubelt werden durfte - diesmal auf Seiten des ESV: Im Gewühl vor dem Höchstadter Tor traf Toth zum 2:7.
Auch das Schlussdrittel ging dann ruhig über die Bühne. Die Alligators beherrschten das Geschehen, ohne allerdings nochmals an der Temposchraube zu drehen, Waldkirchen betrieb Schadensbegrenzung. Doch zunächst nutzte Toth nach einem Schuss von Schinköthe eine Überzahlsituation und staubte zum 3:7 (47.). Auch drei Minuten später war der HEC in Unterzahl, setzte aber einen Konter, den Sikorski nach Doppelpass mit Michalek zum 3:8 nutzte. Den Schlusspunkt in einer zu jedem Zeitpunkt fair geführten Begegnung setzte dann Michalek, der in der 56. Spielminute von Ales Stribny bedient wurde und den Puck zum 3:9-Endstand im Waldkirchener Gehäuse versenkte.
Die Statistik zum Spiel
ESV Waldkirchen - Höchstadter EC 3:9 (0:5, 2:2, 1:2)
ESV Waldkrichen: Tor: Krenn; Verteidigung: Schinköthe, Pilz, Scherbauer, M. Fastenmeier, Legler;
Angriff: Fuchs, Toth, Bayer, Simbeck, S. Fastenmeier, Suchomski, Stögbauer, Heininger
Höchstadter EC: Tor: Riebel; Verteidigung: Sikorski/Stütz, Weiß/Babinsky, Kaczmarek;
Angriff: Jun/Michalek, Hiendlmeyer, Lenk/Eyrich/Tratz, Stribny/S. Goblirsch
SR: R. Altmann, Barth
Zuschauer: 150
Tore: 0:1 Jun (4.), 0:2 Hiendlmeyer (4.), 0:3 Michalek (7.), 0:4 Jun (15.), 0:5 Sikorski (20.), 0:6 Lenk (22.), 1:6 Schinköthe (25.), 1:7 Hiendlmeyer (27.), 2:7 Toth (40.), 3:7 Toth (47.), 3:8 Sikorski (50.), 3:9 Michalek (56.)
Strafzeiten: ESV 8 / HEC 10
Anton Gluchich verstärkt Alligators-Offensive
Der Mannschaftskader des HEC erhält noch einmal Zuwachs. Nur wenige Stunden vor Ende der Wechselfrist gelang es den Alligators, Stürmer Anton Gluchich vom Ligarivalen ESC Haßfurt loszueisen. Unmittelbar nach Spielende saßen die Offiziellen beider Vereine sowie der Spieler bis Mitternacht noch zusammen, um den Wechsel doch noch zu realisieren.
Der schnelle und technisch starke 19-jährige Deutsch-Kasache hatte zuvor mit seinen beiden Toren die Unterfranken wieder ins Spiel zurück gebracht, doch auch er konnte die 2:4-Heimniederlage nicht abwenden. Anton Gluchich ist nach Markus Babinsky und Richard Stütz bereits der dritte Neuzugang im Januar. "Wir wollten nach den Ausfällen und dem Abgang von Robert Bado im Sturm unbedingt noch etwas machen und freuen uns, mit Anton Gluchich einen jungen, ehrgeizigen Stürmer überzeugt zu haben, für uns aufzulaufen. Wir bedanken uns auch bei den Verantwortlichen des ESC Haßfurt, die ihm in einer sicherlich für die Hawks nicht ganz einfachen Phase die sofortige Freigabe erteilt haben und so den Last-Minute-Wechsel erst ermöglichten", so der Sportliche Leiter der Alligators Jörg Schobert.
Gluchich stammt aus Bremen und spielte im Nachwuchs der Iserlohn Roosters und Eisbären Berlin. Nach zwei Jahren in der Deutschen Nachwuchsliga (DNL) wechselte dann zum Zweitligisten nach Bremerhaven. Dort schaffte er allerdings nicht den Sprung und wurde im "Farmteam" beim Nord-Oberligisten Weser Stars Bremen geparkt. Im Sommer konnte ihn Sergej Waßmiller von einem Wechsel nach Unterfranken überzeugen. Doch der junge Stürmer strebt wieder nach höheren Aufgaben und möchte daher möglichst höherklassig spielen.
Anton Gluchich ist bereits im Aischgrund eingetroffen und wird mit der Mannschaft trainieren. Beim Auswärtsspiel in Mitterteich dürfte er sein Debüt im Alligators-Dress feiern.
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