Neuer Enthusiasmus auf dem Eis

04.02.2012   Ort: Höchstadt  Von: Christian Geist  Fränkischer Tag

Sportler der Woche Als Trainer wurdet Jan Cizek mit dem Höchstadter EC 2006 Bayerischer Meister und 2011 kurz vor dem Abstieg in die Landesliga auf kuriose Art entlassen . Nun versucht er als Nachwuchstrainer, langfristig zu helfen.


Jan Cizel als HEC-Cheftrainer in der Saison 2010/2011.
Der Name Jan Cizek ist mit dem Höchstadter Eishockey untrennbar verbunden. An den größten Erfolgen des Vereins war er erst als Spieler, später als Trainer beteiligt. Doch auch der freiwillige Abstieg aus der Oberliga 2005 oder der jüngst erlittene Abstieg aus der Bayernliga sind Teil seiner Eishockey-Vita. Seit jenem Abstieg 2011 arbeitet er daran, dass sich beim HEC Grundlegendes ändert. Er hat sich der Nachwuchsarbeit verschrieben und will dafür sorgen, dass es im Aischgrund wieder Spieler gibt, die nach ihrer Jugendzeit den Sprung in eine Höchstadter Bayernliga-Mannschaft schaffen.
Ein hehres Ziel, für dessen Erreichen noch sehr viel Arbeit vor ihm liegt. "In den nächsten fünf, sechs Jahren wird es solch einen Spieler wohl nicht geben", realisiert Cizek nüchtern und ergänzt sogleich: "Unsere ganz jungen, Jahrgang 2000 und 2001, haben viel Talent." Eigengewächse wie Thilo Grau oder die Brüder Sven und Daniel Goblirsch seien die letzten Spieler einer Generation, die einst von Zbynek Kukacka, Daniel Sikorski oder ihm selbst ausgebildet wurden.

Im Hintergrund wirken


Nun jedoch klafft eine Lücke, es fehlt an Spielern in den Altersklassen Schüler, Jugend und Junioren. Spielgemeinschaften mit Pegnitz und Würzburg, bei denen die Jugendlichen unter der Woche getrennt voneinander trainieren und sich am Wochenende zu den Spielen zusammen finden, sind derzeit die einzige Option. Vorerst vorbei ist die Zeit, als die Young-Alligators mit Aufstiegen glänzten. "Das war alles vor dem Abstieg aus der Oberliga 2005. Danach wurden die Gelder vom Verein zurückgefahren", blickt Cizek zurück und bedauert, dass in den Folgejahren zumeist der Cheftrainer der ersten Mannschaft die Jugendarbeit mit übernahm, aber kaum Zeit hatte, die Kinder ordentlich zu betreuen.
Dass nun im späten Frühjahr 2011, nach dem Abstieg aus der Bayernliga, der Etat für den Nachwuchs aufgestockt wurde, war für Cizek nicht ausschlaggebend, das Amt zu übernehmen. "Das war schon länger im Gespräch. Auch die Geschehnisse am Ende der Saison konnten daran nichts ändern. Ich gehöre schon fest zum HEC und das alles hatte mit dem Verein ja nichts zu tun", sagt Cizek, der 2010 nach dem zehnten Spieltag Cheftrainer wurde und den Posten schon vor Beginn der Abstiegsspiele gegen den ESV Buchloe wieder räumen musste.
Anstatt im Rampenlicht zu stehen, schätzt er vielmehr die Arbeit im Hintergrund. Und die Kürze der Zeit, in der sich beim Nachwuchs Erfolge einstellen. Die Kleinschüler zum Beispiel haben vergangene Saison vier Mal gegen den Nachwuchs aus Schweinfurt gespielt. Das beste Resultat damals sei eine 0:17-Niederlage gewesen. Binnen einer Saison, in der das Training in erster Linie auf die Entwicklung der schlittschuhläuferischen Fähigkeiten ausgerichtet war, haben sich die Kräfteverhältnisse zwar nicht gedreht. Drei knappen Niederlagen steht jedoch ein 6:2-Heimerfolg über die Mighty Dogs gegenüber.
Die Kontinuität, mit der die rein Höchstadter Mannschaft seit September durch jedes Eistraining und jedes Spiel geführt wird, spiegelt sich auch in der Trainingsbeteiligung wieder. "Als ich letztes Jahr zum Training der ersten Mannschaft gekommen bin, habe ich manchmal vier, fünf Kinder auf dem Eis stehen sehen. Heute zählen Stan und ich 30 Kinder je Mannschaft", freut sich Cizek mit dem neuen Mann an seiner Seite, Stan Mikulenka. Seit Anfang Januar teilen sich die beiden Höchstadter Eishockey-Urgesteine die Arbeit, leiten von Montag bis Donnerstag täglich anderthalb bis zwei Stunden Training und begleiten Knaben und Kleinschüler zu ihren Spielen.

Auf dem Sprung in die Erste


Viel Zeit und Schweiß verlangt dieses Engagement, denn was die beiden Coaches von ihren Schützlingen sehen wollen, müssen sie aktiv vorgeben. "Das ist nicht wie bei der Ersten. Da stehst du an der Bande, malst etwas an die Tafel und dann machen die das", sagt Cizek, der das technisch versierte offensiv ausgerichtete Eishockey der tschechischen Schule schätzt. Er freut sich über den neuen Enthusiasmus im Höchstadter Eishockey, der sich in der Motivation der Kinder und im Rückhalt der Eltern widerspiegelt.
Das Eis zu nutzen, einen Grundstock an jungen Spielern aufzubauen und diese mit dem Logo des HEC auf der Brust in den Spielbetrieb zu begleiten, war das grundlegende Ziel, das sich Jan Cizek zu seinem Amtsantritt gesetzt hat. In Etappen sollen nach und nach alle Jugendmannschaften wieder eigenständig werden. Sie sollen in Höchstadt trainieren, spielen und irgendwann den Sprung in die erste Mannschaft schaffen. "Jedes Jahr ein, zwei oder drei Spieler raus zu bringen, das sollte zu schaffen sein", glaubt Cizek, weiß aber auch, dass das Zeit braucht. Genug Zeit für den HEC, in die Bayernliga zurück zu kehren und sich dort mit Eigengewächsen zu etablieren.



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