Der weite Weg nach Brasilien
09.12.2011
Ort: Erlangen ![]()
Sportler der Woche Zufrieden blickt der 16-jährige BMX-Sportler Maximilian Gast auf das Jahr 2011 zurück. Schulisch wie sportlich war der Anspruch hoch, aber nicht unerreichbar. Das ganz große Ziel liegt jedoch noch in weiter Ferne.
Der Weg zum großen Ziel, der Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro, Brasilien, ist jedoch geebnet. Mit sechs anderen Fahrern gehört Maximilian zur C/J-Gruppe des deutschen Kader. Es gibt drei Altersgruppen (A, B, C) und eben die Gruppe für die jüngsten Fahrer (C/J). Drei weitere Sportkollegen kommen aus der Region Erlangen, Herzogenaurach und sogar ein Mädchen vom RC 50 Erlangen ist dabei.
Auf Herz und Nieren geprüft
"Zwei Bundestrainer, der Vorstand vom Bund Deutscher Radfahrer Abteilung BMX, sowie der Teammanager vom BMX Air Team spähen die erfolgreichsten BMX-ler aus," erklärt Maximilian das Auswahlverfahren. "Die ersten vier Fahrer der Bundesrangliste der Deutschen BMX-Bundesliga bekommen die Chance, in den deutschen Kader aufgenommen zu werden. Aber auch die Platzierung bei der Deutschen Meisterschaft ist ein Kriterium." Per Telefon informierte ihn der Bundestrainer über seine Auswahl, es folgte eine Einladung zur Leistungsdiagnostik am Olympia-Stützpunkt (OSP).
"Die Tests waren schon anstrengend. Mein Puls war nach 18 Minuten auf 200 und der Kraftaufwand wurde immer größer," erinnert sich der aufstrebende Sportler an den Laktattest. Ein umfangreicher Check, eine Kontrolle der Blutwerte, sowie verschiedene körperliche Tests attestierten ihm am Ende jedoch seine Sporttauglichkeit.
Vielseitiges Training
Die ersten Euro-Läufe ist Maximilian aufgrund einer vom Bundestrainer verordneten Trainingspause nicht gefahren. Daher geht es für ihn am 20. Januar und nicht wie üblich erst im April los, diese Terminvorverlegung fand im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2012 statt. In Belgien findet das Indoor Rennen statt und die Trainingsphase hat bereits begonnen. Maximilians Erwartung an die kommende Saison ist klar: "Weiter als die Vorläufe und eine Teilnahme an möglichst vielen Finalläufen." Den Trainingsplan erhält er vom OSP Stuttgart und setzt diesen im ortsansässigen Fitnesscenter unter Anleitung von Trainerin Petra Welker um.
Das BMX-Rad kommt dann auf der Bahn des Vereins in Erlangen zum Einsatz. Beim RC 50 Erlangen kann der ambitionierte Sportler seine Geschicklichkeit, sowie Sprünge und Sprints mit dem Rad trainieren. "Auf meine Ernährung achte ich mittlerweile selbst," erzählt Maximilian. "In den letzten Jahren habe ich da viel gelernt." Lediglich beim Jahresplan aller Termine hilft ihm sein Vater. "Wir sind auch auf die Unterstützung durch Sponsoren angewiesen," betont Stephan Gast. "Auf den Trikots der Jungs finden sich noch Plätze für weitere Firmen."
Trainingslager in Südfrankreich
Die Kader-Truppe trifft sich gleich zu Beginn des neuen Jahres in Südfrankreich im Trainingslager. "Da wird nicht nur trainiert, sondern man hat auch die Möglichkeit, die anderen Fahrer besser kennenzulernen und sich auszutauschen," erklärt Maximilian seine Pläne für die Weihnachtsferien. "Ich bin jetzt auch mehr alleine unterwegs. Fahre mit dem Zug nach Stuttgart und treffe mich da mit dem Team."
Das erleichtert das Familienleben erheblich, denn bisher galt es für die Eltern die Termine beider Söhne, die beide für das MG Sport Team starten, unter einen Hut zu bringen, da auch der 13-jährige Frederik ein erfolgreicher BMX-Fahrer in der Klasse der U15-Schüler ist. Seine Zielsetzung umreißt er kurz und bündig: "Trainieren und alles gewinnen." Letzte Saison holter sich mehr Erfahrung als Siege, aber auch das sieht er für seine Entwicklung als wichtig an. "Immerhin wurde ich noch Dritter der Bayerischen Meisterschaft," grinst der Gymnasiast verschmitzt.
Versprechen der Mutter
Maximilian besucht seit diesem Schuljahr die Fachoberschule in Erlangen und hofft auch hier, wie schon auf der Realschule Herzogenaurach, auf Unterstützung durch die Schulleitung, da die ein oder andere Freistellung aufgrund des sportlichen Terminplanes nicht ausbleibt. "Ich bin schon mal als Sportler gelistet, das ist ein Anfang."
Zum vollen Terminplan trägt auch die Fahrschule bei. "Autofahren ist gar nicht so toll," wundert sich Maximilian über die Freude bei Gleichaltrigen. "Mit dem Rad bin ich schneller und umgehe jeden Stau. Für mich ist Radfahren auch keine Anstrengung." Viel Freizeit bleibt ihm nicht, aber ein guter Abschluss ist ihm trotzdem wichtig: "Momentan interessiere ich mich für den Beruf des Physiotherapeuten. Aber meine Mutter versprach mir nach einem guten FOS-Abschluss ein freies Jahr, in dem ich mich ganz dem Sport widmen kann."
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