Blackout im "Vier-Punkte-Spiel"
05.02.2012
Ort: Herzogenaurach Von: Volker Schneller ![]()
Handball In der so wichtigen Partie gegen Neuaubing schaffen es die Herzogenauracher Handball-Frauen nicht, dem eigenen Anspruch gerecht zu werden und offenbaren vor allem im Abwehrverhalten eklatante Schwächen, die auch mit dem Fehlen einiger Leistungsträger nicht zu erklären ist.

Andrea Berner (Nummer 17) und Nina Bestle (8) hoffen, dass Mannschaftskollegin Celine Schreck trifft.
Und das, obwohl Neuaubing im Angriff eines der harmlosesten Teams war, das jemals in Herzogenaurach vorstellig wurde. Die Gäste konnten lediglich über ihre linke Außenangreiferin (acht Tore) gehobene Angriffsqualität nachweisen, ansonsten waren die Offensivbemühungen eher Zufallsprodukte oder erfolgreich abgeschlossene Gegenstöße.
In der Abwehr hingegen kämpfte Neuaubing nicht nur 60 Minuten lang aufopferungsvoll um jeden Zentimeter, sondern zeigte auch jene Aggressivität, welche für Teams aus dem Tabellenkeller selbstverständlich sein sollte. Während die TS-Frauen immer wieder neun Meter vor dem Tor so festgemacht wurden, dass ein finaler Pass unmöglich wurde, konnten die Gäste umgekehrt regelmäßig Zuspiele zum Kreis oder über Außen durchbringen.
Nervenflattern beim Strafwurf
Dieser kollektive Blackout bei der TSH ist auch nicht mit dem Fehlen von fünf Leistungsträgerinnen zu erklären, denn mit Martina Prochaska, Nina Bestle, Susi List, Daniela Leschke und Andrea Berner, dazu die Torfrauen Bianca Urban und Martina Ebersberger, standen weitere sieben Akteurinnen auf dem Feld, die jede für sich zuvor schon gar manchen Sieg maßgeblich mitgestaltet hatten. Gerade Berner und Prochaska, sonst Garanten für eine Flut von entscheidenden Toren, standen völlig neben sich. Dass zum Beispiel die einst sichere Strafwurfschützin Berner in diesem wichtigen Spiel gleich zwei mal patzte, ist besonders bitter, zumal auch noch Leschke und Schreck je einen Siebenmeter vergaben.
Dennoch war Leschke die einzige Akteurin auf Seiten der Gastgeberinnen, welche echte Torgefahr ausstrahlte, zahlenmäßig allenfalls noch unterstützt von List, die mit schönen Gegenstoßtoren auf sich aufmerksam machen konnte. Es wäre gerade gegen Mitte der zweiten Halbzeit, als weder Berner noch Bestle Zählbares zu Stande brachten, wichtig gewesen, Daniela Leschke, die sich ab der 35. Minute vom linken Rückraum aus gerade "warm" geschossen hatte, kompromisslos in diese für sie günstige Wurfposition zu bringen, drei mal klappte es bestens. Warum sie aber von der 52. bis zur 58. Minute plötzlich auf der rechten Rückraumposition um ihre eigentliche Stärke gebracht wurde oder sich selbst brachte, war später nicht zu ergründen.
Um das Maß voll zu machen, wurde Berner 25 Sekunden vor dem Abpfiff auch noch ein völlig reguläres Tor wegen angeblichem Stürmerfoul aberkannt. Eine derart krasse Fehlentscheidung dürfte Schiedsrichtern in dieser Liga an sich nicht passieren. Die TSH musste vom Anpfiff weg einem Rückstand hinterher laufen und lag nach 17 Minuten schon 3:8 zurück. Lediglich in der 52. Minute schaffte man man den Ausgleich zum 17:17, doch zu mehr reichte es nicht, da die Harmlosigkeit im Angriff ebenso wie Nachlässigkeiten in der Abwehr auch in der Folge nicht abgestellt wurden.
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