Auf die Vorbilder kommt es an

21.02.2012   Ort: Landkreis  Von: Jürgen Schmitt  Saale-Zeitung

Schiedsrichter-Lehrgang Am aktuellen Lehrgang beteiligen sich überraschend viele Jugendliche. Für Peter Schmitt ist dies keine Überraschung.


Auf das Regelwerk "eingeschworen": Unser Bild zeigt (von links) Marcel Endres (Lehrwart), David Schottorf (Viktoria Untererthal), Niklas Fink (SpVgg Wartmannsroth), Alexander Hahn (TSV Wollbach), Peter Schmitt (stellvertretender Obmann), Jonas Bindrum (FC Viktoria Untererthal), Max Schmid (SV Langendorf), Fabienne Schmitt (FC Poppenroth), Udo Loibersbeck (SV Premich), Sebastian Heck (FC Fuchsstadt), Philipp Goll (FC Poppenroth), Bastian Zoll (SV Langendorf), Heinz Götschel (Obmann) sowie "Hausherr" Rudolf Müller. Foto: privat
Dass der Vater dem Sohn nacheifert, ist dann doch bemerkenswert. Vor zwei Jahren hatte der heute 14-jährige Janik Loibersbeck aus Premich seine Schiedsrichter-Prüfung abgelegt, ist aktuell der jüngste Unparteiische innerhalb der Schiedsrichter-Gruppe Bad Kissingen. Und weil sich die Schiris immer wieder mal im Premicher Sportheim einfinden, wo Udo Loibersbeck zu den Gastgebern gehört, war der persönliche Kontakt zur "schwarzen Zunft" ein Automatismus. "Ich will das jetzt auch mal ausprobieren", hatte der 45-Jährige verlauten lassen - und gehört deshalb zu den zehn Teilnehmern am Neulings-Lehrgang. Die schriftliche Prüfung ist bereits absolviert, der obligatorische Lauftest findet am 5. März statt.

Dass es exakt zehn Personen wurden, freut Peter Schmitt. "Weil wir ab dieser Anzahl einen Zuschuss vom Bayerischen Fußballverband bekommen", weiß der stellvertretende Obmann, der den Kurs gemeinsam mit Lehrwart Marcel Endres leitet. "Es hätten trotzdem ein paar mehr sein können. Ich habe den Eindruck, dass von Vereinsseite so ein Kurs immer noch zu wenig beworben wird", glaubt Schmitt. Und erinnert als positives Beispiel an die Handvoll Anwärter des SV Ramsthal, die vor zwei Jahren die Prüfung absolviert hatten. "Da sind zwar nicht mehr alle dabei, aber selbst wenn nur einer oder zwei langfristig pfeifen, ist schon viel gewonnen."
In sechs kompakten Unterrichts-Einheiten wurden die Bewerber fit gemacht in Sachen Regelkunde. "Es war insgesamt ein ruhiger Kurs", lobt Peter Schmitt die Aufmerksamkeit der Anwärter. Mit seinen 45 Lenzen war Udo Loibersbeck der älteste Teilnehmer, gefolgt vom 30-jährigen Sebastian Heck vom FC Fuchsstadt. Alle anderen Schiedsrichter in spe sind unter 18 Jahren. "Was dazu führte, dass wir bei längeren Sitzungen immer mal wieder eine Pause einschoben, wenn die Konzentration nachließ."


Nachwuchs aus den eigenen Reihen



Die jüngsten Teilnehmer waren die zwei Zwölfjährigen vom SV Langendorf, die bei SV-Abteilungsleiter Marc Halbritter ihr Interesse bekundet hatten. Gerade einmal ein Jahr älter ist Fabienne Schmitt, die Tochter des Obmannes. "Ich werde jetzt Schiedsrichter. Wie du, Papa", hatte die 13-Jährige eines Tages verkündet. "Da bin ich auch ein wenig stolz, dass sich Fabienne trotz ihrer vielen Hobbies für den Kurs die Zeit genommen hat", sagt der Poppenrother. Dass sich so viele junge Interessierte zum Kurs einfanden, der überwiegend im Sportheim der TSVgg Hausen abgehalten wurde, überrascht Peter Schmitt nicht unbedingt: "Gerade im Fernsehen spielt der Schiedsrichter eine immer größere Rolle. Über die Medien lernt man den Unparteiischen auch als Menschen kennen. Wie zum Beispiel den früheren Welt-Schiedsrichter Markus Merk, der aktuell als TV-Experte ein gefragter Mann ist."

Die Wahrnehmung des Unparteiischen auf dem Platz ist für Peter Schmitt ein zentrales Anliegen. "Wird der Leiter eines Spieles nicht nur über das Amt, sondern auch als Mensch wahrgenommen, gibt es weniger Probleme. Und wenn es Vorbilder gibt, hilft das. Solche Idole gibt es übrigens in jedem Verein. Und exakt die müssen mit eingebunden werden, wenn es darum geht, Mitglieder für das Amt des Schiedsrichters zu begeistern." Herrlich unkompliziert wurde Peter Schmitt während einer Testspiel-Leitung in Münnerstadt unlängst erst von ein paar Steppkes angesprochen, die ihre Neugier in Sachen Schiedsrichterei zum Ausdruck brachten. Ein weiterer Beweis dafür, dass sich Vorbilder direkt unter uns befinden.


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