Erster Hoffnungsschimmer für den FC Eintracht

27.05.2010   Von: Timo Stöhr  inFranken.de

Fußball Der vorläufige Insolvenzverwalter des 1. FC Eintracht Bamberg äußert sich zuversichtlich. Altgediente Vereinsmitglieder wollen dazu beitragen, dass die erste Mannschaft in der neuen Saison in der Bayernliga spielen kann und der Verein nach dem wirtschaftlichen Kollaps und dem Abstieg aus der Regionalliga wieder auflebt.


Warteschlangen vor den Bamberger Stadionkassen gab es tatsächlich, und zwar beim ersten Regionalliga-Heimspiel des FC Eintracht am 18. August 2009 gegen Greuther Fürth II. Am Samstag haben die FCE-Fußballer nach zwei Spielzeiten ihren letzten Regionalliga-Auftritt in Ulm. Der vor zwei Wochen gestellte Insolvenzantrag muss nicht unbedingt das Aus bedeuten. Möglicherweise wird in der neuen Saison im Fuchs-Park-Stadion Bayernligafußball gespielt. Archivbild: sportpress
Nach dem gestellten Insolvenzantrag und der damit verbundenen ungewissen sportlichen Zukunft gibt es seit Donnerstag mehrere Anzeichen für ein Fortbestehen des 1. FC Eintracht Bamberg. Altgediente Mitglieder wollen sich in den nächsten Tagen treffen, um gemeinsam über Perspektiven des Vereins zu sprechen. Wolfgang Schauer, der Gründungsvorsitzender des 2006 gegründeten Fusionsvereins war und 2008 sein Amt an den jetzigen Vorsitzenden Holger Eckert abgab, bestätigte gestern gegenüber unserer Zeitung: "Ja, es sind Bestrebungen im Gange, dass es tatsächlich weitergeht auf sportlich höchstmöglichem Niveau. Vor allem geht es uns aber um eine Zukunft für die Jugend und auch um alle anderen Abteilungen im Verein." Aus den Reihen des früheren 1. FC und des damaligen TSV Eintracht Bamberg gebe es einige Leute, deren Herz am Verein hänge. Man mache sich Gedanken darüber, wie man den Karren aus dem Dreck ziehen könnte.

Auch der vorläufige Insolvenzverwalter des 1. FC Eintracht Bamberg, Rechtsanwalt Volker Böhm, äußerte sich gestern zuversichtlich. Die Bemühungen sämtlicher Beteiligter gehen laut Böhm in den nächsten Tagen dahin, den Sportbetrieb in allen Sparten des Vereins aufrechtzuerhalten. "Wir sind bemüht, uns kurzfristig einen Überblick über die finanzielle Planung der nächsten Monate zu verschaffen. Wichtig wird es dabei sein, auch die Sponsoren einzubinden", so Volker Böhm. Mit den wichtigen Partnern des Vereins, den Sponsoren aber auch der Stadt Bamberg stünden in den nächsten Tagen Gespräche an. Die Stadt habe bereits signalisiert, dass sie den Verein, soweit möglich, unterstützen werde.

Auch der Betrieb der Fußballmannschaft soll für den Ablauf der neuen Saison sichergestellt werden. Rechtsanwalt Böhm: "Die Mannschaft hat mir bereits erklärt, in jedem Fall weiterspielen zu wollen. Ich gehe davon aus, dass das Verfahren zum 30. Juni eröffnet wird." Das würde bedeuten, dass der FC Eintracht in der Bayernliga spielen dürfte.

In den nächsten Tagen wird laut Böhm an der Reorganisation und Restrukturierung des Vereins gearbeitet, die Planungen für die kommenden Saison werden erstellt. Wenn ein tragfähiges Fortführungskonzept erarbeitet werden könne, sei beabsichtigt, einen Insolvenzplan vorzulegen; das Insolvenzverfahren könne, wenn der Insolvenzplan von den Gläubigern akzeptiert werde, noch im Jahr 2010 beendet werden. Der Verein habe dann die Chance, unbelastet von Verbindlichkeiten aus der Vergangenheit einen Neustart zu beginnen.

Ob dies gelingt, werde im Wesentlichen vom weiteren Engagement der Mitglieder und ehrenamtlichen Helfer und der Sponsoren abhängen. "Sobald sich die Zukunftsperspektiven und die Konzepte konkretisieren, werde ich anregen, dass eine Mitgliederversammlung durchgeführt wird", informierte der vorläufige Insolvenzverwalter.



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