Am Ende ging wieder die Puste aus

11.11.2009   Ort: Importartikel  Von: Klaus Groh  inFranken.de

Basketball-Bundesliga Die Brose Baskets zeigten sich nach dem Debakel gegen Berlin zwar verbessert, mussten gestern Abend aber erneut eine klare Heimniederlage hinnehmen. Die Bamberger unterlagen den Telekom Baskets Bonn mit 69:80.


Enttäuscht verlassen (von links) Robert Garrett, Tibor Pleiß und Bastian Doreth das Spielfeld. Foto: sportpress
Zum Faschingsauftakt herrscht Aschermittwochsstimmung in der Jako-Arena: Die Brose Baskets haben den Befreiungsschlag verpasst und stecken nach der vierten Niederlage in Folge weiter tief in der Krise. Die Bamberger zeigten sich zwar gegenüber dem 44:62-Debakel am Sonntag gegen Berlin verbessert, gingen wesentlich engagierter zur Sache, doch den 80:69 (39:38)-Erfolg der Telekom Baskets Bonn konnten sie nicht verhindern.
Die Fans, die am Sonntag noch lautstark pfiffen, unterstützten ihre Mannschaft am Mittwochabend von Anfang an. Und die Bamberger bedankten sich bei ihrem Anhang mit einer engagierten Vorstellung. Vor allem Peja Suput, der im ersten Viertel 14 Punkte verbuchte, ließ die Bonner schlecht aussehen. 8:1 führten die Hausherren nach 90 Sekunden. Erst bei einem 8:14-Rückstand fanden die Gäste ins Spiel und drehten mit einer 9:0-Serie das Spiel. Suput und der erneut starke Tibor Pleiß sorgten aber für den 23:19-Zwischenstand nach zehn Minuten.
Bryce Taylor und Chris Ensminger, der mit viel Applaus von den Bamberger Fans begrüßt wurde, setzten auf Bonner Seite die Akzente. Den Gastgebern war sowohl in Verteidigung und Angriff die Verunsicherung anzumerken. Es entwickelte sich die erwartet spannende Partie. Probleme hatten die Hausherren vor allem, wenn die Bonner ihre überfallartigen Angriffe vortrugen. Auf der anderen Seite sorgten Beckham Wyrick und Robert Garrett mit ihren Dreiern dafür, dass die Gastgeber bis zur Pause wieder auf 38:39 dran waren.
Nach dem Seitenwechsel ging der erbitterte Kampf weiter. Auf beiden Seiten häuften sich die Ballverluste, Körbe waren Mangelware. 4:44 Minuten vor dem Ende des dritten Viertels stand es 44:44 – Brose-Coach Chris Fleming holte seine Jungs in einer Auszeit zusammen, um wieder etwas Struktur ins Spiel zu bringen. Doch das gelang nicht – die Bonner nutzten die Bamberger Verunsicherung (7 Ballverluste im dritten Viertel) und zogen dank John Bowler erstmals in dieser Partie auf acht Punkte Differenz (57:49) davon.
Robert Garrett, der jetzt auch die Rolle des Spielmachers für den überforderten Brian Roberts übernahm, startete mit einem Dreier die Aufholjagd. Fünf Minuten vor dem Ende hatten sich die Gastgeber dank Elton Brown auf 60:62 herangekämpft – und Chris Ensminger musste mit fünf Fouls vom Feld. Fehlversuche von Roberts auf der einen und drei Dreier von Bryce Taylor und Jared Jordan auf der anderen Seite waren aber dafür verantwortlich, dass die Bonner wieder auf 71:60 wegzogen. In diesen letzten vier Minuten fiel das Team wie schon in den vorangegangen Partien wieder auseinander und kassierte folgerichtig noch eine klare Niederlage.
Gavel soll Goldsberry vertreten
Die Bamberger haben offensichtlich schnell Ersatz für John Goldsberry, der auf Grund eines Bänderrisses im Sprunggelenk mindestens drei Wochen ausfällt, gefunden. Auch wenn Manager Wolfgang Heyder am Mittwochabend betonte, dass noch nichts unterschrieben sei, erhält wohl der Slowake Anton Gavel bei den Bambergern einen Vertrag für vier Wochen. Der 1,89 m große Spielmacher war 2005 maßgeblich daran beteiligt, dass die Gießener in der Bundesliga das Halbfinale erreichten. Dort scheiterten sie dann am späteren Meister aus Bamberg. In den letzten Jahren spielte er in Spanien (Murcia) und Griechenland (Saloniki). Wie aus gut unterrichteten Kreisen zu erfahren war, ist davon auszugehen, dass Gavel am Samstag in Düsseldorf erstmals das Brose-Trikot trägt.
Die Statistik
Brose Baskets Bamberg — Telekom Baskets Bonn 69:80
(23:19, 15:20, 13:18, 18:23)
Bamberg: Suput (23 Punkte/2 Dreier), Garrett (10/2), Brown (10), Roberts (10), Pleiß (7), Jacobsen (4), Wyrick (3/1), Tadda (2), Taylor
Bonn: Taylor (30/4), Jordan (13/2), Bowler (12/1), Ensminger (9), Strasser (5/1), Kolodziejski (4), Flomo (3), Ohlbrecht (2), King (2)
SR: Hesse (Hamburg), Schreiner (Korschenbroich), Stokes (Gräfelfing)
Zuschauer: 6750
Gesamtwurfquote: Bamberg 42 Prozent (57 Versuche/24 Treffer), Bonn 55 (53/29)
Dreierquote: Bamberg 26 Prozent (19/5), Bonn 44 (18/8)
Freiwurfquote: Bamberg 60 Prozent (27/16), Bonn 70 (20/14)
Rebounds: Bamberg 29 (20 defensiv/9 offensiv), Bonn 34 (30/4)
Ballgewinne/-verluste: Bamberg 7/15, Bonn 4/16
Assists: Bamberg 8 / Bonn 15
Fouls: Bamberg 21 / Bonn 26
Die Fans fragen, Robert Garrett antwortet. Das aktuelle User-Interview sowie weitere Berichte zu den Brose Baskets finden Sie HIER.



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