Die Beförderung kommt nicht von selbst
14.02.2011 Von: Britta Schmeis, dpa
Arbeit Karriere macht man nicht im Schlaf. Wer vorwärtskommen will, braucht eine gute Strategie. Hilfreich ist auch ein realistisches Selbstbild. Denn wer sich maßlos überschätzt, überzeugt den Chef ganz sicher nicht. Und der hat beim Thema Karriere nun mal das letzte Wort.
"Natürlich gibt es in jeder Branche und in den verschiedenen Unternehmen sehr unterschiedliche Mechanismen und Kulturen", erklärt die Karriereberaterin Svenja Hofert aus Hamburg. Stark reglemtiert seien die Karrierewege zum Beispiel in vielen Unternehmensberatungen. "Ein bisschen weniger vorgezeichnet sind sie in Unternehmen, in denen aktive Personalentwicklung stattfindet, also Mitarbeiter gezielt in Seminare und Fortbildungen geschickt werden." Und dann gibt es noch Firmen, in denen ein klares Personalmanagement gar nicht existent zu sein scheint. Dort sind kluges Selbstmarketing und eine kreative Strategie besonders wichtig.
"Es ist wie bei einem Verkaufsgespräch, man muss den Chef überzeugen", sagt Karrierecoach Theo Bergauer aus Waldsassen (Bayern). Es gehe auch darum zu formulieren: Was hat das Unternehmen davon, mich zu befördern? Karriere beginnt allerdings lange zuvor - beim Netzwerken: "Gerade um die Kultur eines Unternehmens zu durchschauen, ist es wichtig, dass man mit den richtigen Kollegen im Kontakt ist", sagt Svenja Hofert. Dazu gehöre, sich zu überlegen, mit wem man in die Kantine geht und wie man sich Chefs gegenüber auch bei zufälligen Begegnungen etwa auf dem Flur verhält.
Dann reiche es nicht, gute Arbeit zu leisten: "Wenn alles funktioniert, warum soll der Chef mich dann in eine andere Position heben?", gibt Hofert zu bedenken. Da muss man den Vorgesetzen schon davon überzeugen, dass man noch mehr kann. Und man müsse deutlich formulieren, was man kann und will. "Es geht im Job meist nicht gerecht zu, da muss man selbst in die Bütt", ergänzt der Coach und Psychologe Tom Diesbrock aus Hamburg.
In vielen Unternehmen gibt es dafür Zielvereinbarungsgespräche. Steht gerade keins an, muss man den Chef um einen Termin bitten. Auf keinen Fall sollte man den Wunsch nach einer Beförderung mal eben im Vorbeigehen vorbringen, warnt Diesbrock. Wichtig ist, eine logische Argumentationskette vorzubereiten und sich der eigenen Stärken und Schwächen bewusst zu werden: "Die Fragen sollten sein, was kann ich und was bringen diese Qualifikationen und Fähigkeiten dem Unternehmen?", erklärt Bergauer. Dabei müsse man ehrlich zu sich selbst sein - und sich auch fragen, ob man die Verantwortung der angestrebten Position wirklich will.
Zur Gesprächsvorbereitung sollte auch ein simuliertes Gespräch gehören. "Da ist man zumindest annährend in der Situation, und es kommen möglicherweise unerwartete Antworten, Fragen oder Bemerkungen, die dann schulen", sagt Bergauer. Nicht unterschätzen sollte man die unmittelbare Zeit vor dem tatsächlichen Gespräch mit dem Chef. "Man kann das nicht mal eben machen, deswegen sollte man dafür sorgen, dass man in einer positiven Stimmung ist, konzentriert und nicht gerade von einem anderen Termin dahingehetzt kommt", rät Bergauer.
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