Viele betrunkene Jugendliche unterwegs

22.02.2012   Ort: Schweinfurt     

Faschingsbilanz Wie bereits in den vergangenen Jahren hat die Unterfränkische Polizei auch in der Faschingshochsaison 2012 verstärkte Kontrollen durchgeführt. Dass diese unerlässlich sind, beweist die Tatsache, dass erneut zahlreiche Fahrer unter Alkoholeinfluss aus dem Verkehr gezogen und alkoholisierte Jugendliche in Gewahrsam genommen werden mussten.


Symbolbild: dpa
Auch in diesem Jahr waren die großen Faschingsumzüge in Würzburg, Aschaffenburg und Schweinfurt mit insgesamt knapp 200.000 Zuschauern gut besucht. Trotz der ausgelassenen Stimmung verliefen fast alle Veranstaltungen in der Region friedlich und größtenteils störungsfrei. Überschattet wurde leider der Umzug in Trossenfurt im Landkreis Haßberge, bei dem eine 41-Jährige schwerste Verletzungen erlitten hatte. Wie bereits berichtet, war die Frau von einem Motivwagen gestürzt und hatte sich dabei lebensbedrohliche Kopfverletzungen zugezogen. Glimpflicher war zuvor ein Zwischenfall in Aschaffenburg verlaufen, bei dem ein Ordner von der Aufbauwand eines Traktors erfasst und im Beinbereich von einem Anhängerrad überrollt wurde. Glücklicherweise stellten sich seine Verletzungen nicht so schwer dar, als zunächst vermutet.

Im Rahmen der verstärkten Kontrolltätigkeiten wurden seit dem 10. Februar knapp 10.000 Verkehrsteilnehmer angehalten und überprüft. Trotz der Ankündigung des Polizeipräsidiums Unterfranken vor gut zwei Wochen wurden auch in diesem Jahr etliche Fahrzeugführer aus dem Verkehr gezogen, bei denen die Promillegrenze deutlich überschritten war. In diesem Zusammenhang wurden unterfrankenweit gegen 43 Fahrerinnen und Fahrer Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Bei 48 weiteren Betroffenen war der festgestellte Alkoholwert so hoch, dass gegen sie Strafanzeige erstattet werden musste. Zudem wurden 19 Personen am Steuer festgestellt, die offensichtlich unter Drogeneinwirkung standen. In 15 Fällen konnten Personen noch rechtzeitig daran gehindert werden, sich betrunken ans Steuer zu setzen. Insgesamt 32 Fahrer mussten ihren Führerschein an Ort und Stelle abgeben.


Mehr Verkehrsunfälle als 2011



Während im vergangenen Jahr in zehn Fällen Alkoholeinfluss ursächlich für Verkehrsunfälle war, hat sich die Zahl 2012 leider auf 15 erhöht. Glücklicherweise wurden dabei jedoch wie auch im Vorjahreszeitraum nur zwei Personen leicht und eine Person schwerer verletzt.

Bei den Kontrollen wurden auch 24 Führer von Kraftfahrzeugen gestoppt, die nicht im Besitz eines Führerscheins sind. Erfreulicherweise sind das 13 weniger als 2011. Gegen alle Beschuldigte wurden Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Fahrens ohne Fahrerlaubnis eingeleitet. Zudem wurden bei 13 Personen Rauschgift sichergestellt. Gegen sie wird wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln ermittelt.

Was die durchgeführten Jugendschutzkontrollen betrifft, wurden leider auch wieder zahlreiche Kinder und Jugendliche mit teils erschreckend hohen Alkoholwerten festgestellt. Trauriger Spitzenreiter war ein erst 16-Jähriger, der an einem Faschingszug mit einem Wert von knapp 2,5 Promille angetroffen wurde. 22 betrunkene Jugendliche mussten in Polizeigewahrsam genommen werden. Sieben davon waren so stark alkoholisiert, dass sie sogar in ein Krankenhaus eingeliefert werden mussten. In insgesamt 51 Fällen wurde festgestellt, dass verbotenerweise Alkohol an Kinder und Jugendliche abgegeben worden war. Wegen Verstößen gegen jugendschutzrechtliche Vorschriften wurde auch gegen fünf Veranstalter Anzeige erstattet.

Was die geschilderten Fallzahlen betrifft, fühlt sich die Unterfränkische Polizei mit ihrer Einschätzung bestätigt und wird auch bei kommenden Veranstaltungen starke Präsenz zeigen und dabei ein Hauptaugenmerk auf die Verkehrssicherheit und den Jugendschutz legen. Natürlich bedankt sich die Polizei auf diesem Wege auch bei den vielen vernünftigen Faschingsnarren, die friedlich und nicht mit Gewalt- oder Alkoholexzessen die fünfte Jahreszeit feierten.


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Kommentare

 
1  Kommentare  
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koenig41 - 22.02.2012 19:43    (0)   
 

Alkohol - Hohe Dunkelziffer
Warum kontrolliert man nicht immer so Intensiv ?
Würden die Polizeichefs den Beamten die Stammtische und Kneipenbesuche nicht "verbieten", so könnten diese sich selbst ein Bild der Lage machen.

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