Viele Freibad-Besuche fielen heuer ins Wasser

06.09.2010     inFranken.de

Bilanz Die Freibäder im Landkreis Lichtenfels verzeichnen in dieser Saison, die von vielen Regentagen gekennzeichnet ist, größtenteils einen Rückgang der Besucher. Dies ergab eine telefonische Umfrage des Fränkischen Tages bei den Kommunen.


Einige Besucher genießen hier im Juni das schöne Wetter im Freibad der Stadt Burgkunstadt. Foto: Archiv.
Der Sommer geht zu Ende: Kein Eisschlecken mehr auf einer Parkbank, keine langen, lauen Abende auf Balkon oder Terrasse, und vor allem kein entspannender Tag mehr im Freibad - mit diesen Aktivitäten verbringt man einen schönen Sommer. Der Besuch des Freibades gehört dazu, denn dort kann man sich, nachdem man Sonne getankt hat, im Wasser abkühlen. Der Sommer 2010 war durchwachsen, das schlechte Wetter durchkreuzte oftmals die sommerlichen Pläne der Menschen. Aber wie lief diese Saison für die Freibäder im Landkreis Lichtenfels? Unsere Zeitung hat bei den Gemeinden im Landkreis Lichtenfels nachgefragt.


Saison hätte besser sein können


In Burgkunstadt hätte die Saison besser laufen können. "Aus dem Bauch heraus, da noch keine konkreten Zahlen vorhanden sind, muss ich sagen, dass es nicht die Saison war, die man sich gewünscht hätte", erklärt Heike Eber, Mitarbeiterin der Stadtverwaltung Burgkunstadt. Im Mai sei es sehr zäh losgegangen, der Juni und Juli seien dann relativ in Ordnung gewesen, weil es da doch einige warme Tage gab, so Eber. "Dann haben die großen Ferien angefangen, und ein absoluter Absturz des Wetters folgte", teilt sie mit. Es gebe Hartgesottene, die jeden Tag kommen, um ihre Bahnen zu schwimmen, aber das seien meist die Dauerkartenbesitzer. Unfälle oder Beschädigungen habe es glücklicherweise nicht gegeben. "Vielleicht mal ein Bienenstich, aber etwas Größeres ist nicht passiert", sagt Heike Eber und lacht. Technisch sei das Freibad auf dem neuesten Stand, so Eber weiter, von der Technik her dürfe also nichts passieren, denn es gebe Alarmsysteme, die sofort anspringen, wenn etwas Gravierendes im Wasser nicht passt.


Entertainment-Programm


Auf die Frage, ob es denn besondere Angebote, Aktionen oder Neuerungen in diesem Jahr gab und in der nächsten Saison geben wird, antwortete Heike Eber, dass die "tinti"-Bädertour dieses Jahr ein Erfolg gewesen sei. Bei dieser besonderen Aktion kommen Animateure in das Freibad und machen mit den Kindern Spiele im und außerhalb des Wassers. Dieses Angebot sei gut angenommen worden, und besonders die Arbeit mit speziellen Wasserfarben, mit denen man das Wasser verschieden einfärben kann, habe die Kinder begeistert. Auch in der nächsten Saison sei wieder ein Familien- und Kindertag mit speziellem Programm geplant. "Dazu kommen professionelle Animateure, die mit den Kindern spielen und ihre Show abziehen", erklärt Heike Eber. Denn ein Bad, das ein reines Freibad ist, sei ein Defizitgeschäft. "Auch in einem guten Sommer, in dem es sehr heiß ist, wie beispielsweise 2003, ist es schwierig. Da hat man zwar viele Einnahmen, aber auch mehr Kosten. Eine gute Wasserqualität ist teuer, und somit halten sich Einnahmen und die Kostendeckung ziemlich die Waage", erläutert Heike Eber, "aber natürlich will man dies den Bürgern auch weiterhin bieten."


Wetter schmälert die Motivation


Die Gemeinde Redwitz schließt sich diesem Fazit an. Auch hier sei die Saison nicht besonders gut gelaufen, vor allem gegen Ende des Sommers. "Ganz schlecht war es nicht, aber hinten raus hätte es definitiv besser laufen können", sagt Hanni Geßlein, Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung Redwitz. In letzter Zeit seien es nur noch Dauerkartenbesucher, die das Freibad in Redwitz nutzen, sonst kaufe sich ja keiner eine Karte. Das Wetter sei viel zu kalt und nass gewesen. "Trotzdem machen wir natürlich auch nächstes Jahr wieder auf", so Gäßlein.

Michael Schütz von der Gemeinde Ebensfeld erklärt, dass die Besucheranzahl trotz des schlechten Wetters im Vergleich zu 2009 ungefähr gleich geblieben ist. Die vielen Besucher an den warmen Tagen gleichen scheinbar die geringen Besucherzahlen an kalten Tagen aus, so Schütz. Dieses Jahr besuchten zirka 4000 Erwachsene und 3000 Schüler das Freibad in Ebensfeld. "Scheinbar sind die Leute hier naturverbundener, und es zieht sie auch ins kalte Wasser", resümiert Schütz. aze



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