Elektrisiert von der Galaxie Banz

30.07.2010     inFranken.de

Interview Der 29-jährige Musiker und Kabarettist Stefan Ebert begeisterte bei den "Songs an einem Sommerabend" Tausende. Der FT fragte ihn, wie er die Atmosphäre Mitte Juli auf der Klosterwiese empfand.


Stefan Ebert mit einem Nintendo beim Auftritt bei den "Songs an einem Sommerabend" kürzlich in Kloster Banz. Foto: Ronald Rinklef
Stefan Ebert war kürzlich unter den Nachwuchs-Preisträgern der Hanns-Seidel-Stiftung. Zudem trat er im Vorprogramm der "Songs an einem Sommerabend" auf und begeisterte viele Tausend Menschen durch seine unkonventionellen Lieder über Außerirdische oder elektrischen Strom sowie durch seine Nintendo-Klangmalereien.

Stefan Ebert ist Absolvent der Musikhochschule in Mannheim. Er beherrscht die Kunst, vor dem inneren Auge der Zuhörer schon mit wenigen Worten und Tönen ganze Szenen entstehen zu lassen, die er mit Gitarre oder Klavier und vor allem mit seiner vielseitigen Stimme weiter formt.

Der FT sprach mit Stefan Ebert über seine insgesamt drei Auftritte im Juli bei den "Songs an einem Sommerabend" und beim Nachwuchspreisträger-Festival der Hanns-Seidel-Stiftung in Kloster Banz.


FT: Standest du unter Strom, als du in Banz auf die Bühne getreten bist?
Stefan Ebert: Und wie. Wenn man auf der Aufzeichnung genau hinsieht, kann man sogar kleine blaue Blitze erkennen. Und wenn man die Hände vor den Bildschirm hält, kann man sogar die elektrische Aufladung spüren.

Wie empfandest du das Publikum?
Elektrisierend. Und das bei jedem Wetter. Da hätte auch die nächste Eiszeit hereinbrechen können, das Publikum hätte einfach seine Bärenfelle aus dem Rucksack geholt und weitergefeiert.

Bist du schon einmal in Franken gewesen - und vor allem: wirst du wiederkommen?
Das war mein erstes Mal. Aber ich komme wieder!

In einem deiner schrägen Lieder machst du dich über die Außerirdischen lustig. Folgen nun als Objekte deiner Satire auf die Klingonen die Franken?
Ich möchte in diesem Punkt nicht missverstanden werden. Ich würde mich niemals über die Bewohner fremder Welten lustig machen. Mein Weltall-Song ist als Hymne auf die Feiergewohnheiten der extraterrestrischen Populationen zu verstehen. Und was das angeht, muss ich sagen, dass die Franken auch ganz schön feiern können. Ich werde mal schauen, ob mein Gameboy auch fränkisch kann.

Denkst du drüber nach, ob du zu den 25. "Songs" einen Sketch auf Banz verfassen wirst?
Bisher nicht. Erstmal schauen, ob ich überhaupt wieder dabei sein darf.

Fällt dir ein Wortspiel zu folgenden vier Namen ein: Ado Schlier, Bodo Wartke, Konstantin Wecker und Hannes Wader?
Bodo Wartke und ich sind mehrfach verwechselt worden. Es wurden sogar schon Gerüchte laut, dass wir dieselbe Person sind. Zum Glück waren wir ja beim Finale gleichzeitig auf der Bühne, so dass diese Verschwörungstheorien widerlegt werden konnten. Mit Ado Schlier, Konstantin Wecker und Hannes Wader sind solche Verwechslungen bisher nicht vorgekommen. Auch hier wäre ich gespannt auf nächstes Jahr.


Wie würdest du in der Sprache der Astronauten das derzeitige Stadium deiner Musikerkarriere bezeichnen?
Ich habe die Anziehungskraft der Erde überwunden und schwebe schwerelos durch die unendlichen Weiten. "To boldly go where no man has gone before" (frei übersetzt lautet der deutsche Vorspann der Raumschiff-Enterprise-Serie: Viele Lichtjahre von der Erde entfernt, dringe ich in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat) - allerdings mit dem Handtuch im Gepäck.



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