Berufswahl sollte keine Qual sein
03.02.2012
Ort: Bad Staffelstein ![]()
Ausbildung Die Staffelsteiner Realschule und der Rotary-Club boten Neuntklässern die Chance, sich bei Führungskräften aus der Wirtschaft über Ausbildungsplätze und -wege beraten zu lassen. Schüler und Eltern lobten die realitätsnahe n Tipps.

Unter den zahlreichen Jugendlichen, die sich über die Berufswelt informierten, war auch die 15-jährige Natalie Schickentanz aus Schönbrunn mit ihrer Mutter Irene. Fotos: Matthias Einwag
Ganz unbefangen stellen Natalie und Irene Schickentanz ihre Fragen zu Ausbildungszeit, Berufsschule, Arbeitszeiten und Vergütung. Michael Möslein erklärt bis ins Detail. Er sagt, die Gastronomie sei in der Genussregion am Obermain ein Gewerbe, das relativ sichere Arbeitsplätze biete, denn "essen und trinken werden die Menschen immer."
Schnupperpraktika empfohlen
Und dann sagt er einen Satz, der an diesem Abend so ähnlich auch von den anderen ehrenamtlichen Berufsberatern zu hören ist: "Ich kann nur empfehlen reinzuschnuppern, ein Praktikum zu machen." Nur so könne ein junger Mensch erfahren, ob ihm der Beruf, für den er sich interessiere, auch liege. In der Gastronomie bedeute das, mit ungewöhnlichen Arbeitszeiten zurecht zu kommen: "Wochenendarbeit muss man mögen - oder sie muss so selbstverständlich sein, dass man nicht darüber nachdenkt."
Eine solche realitätsnahe Veranstaltung konnten sich Angehörige früherer Schülergenerationen nur wünschen: Am Donnerstagabend war ein gutes Dutzend Führungskräfte aus der Wirtschaft in die Realschule gekommen, um unter dem Motto "Touch the boss" (Boss zum Anfassen) den Neuntklässern Perspektiven aufzuzeigen. Schulleiter Gerhard Allert, Fördervereins-Vorsitzender Ottmar Kerner und der Präsident des Rotary-Clubs, Ingo Rickhaus, hatten zum inzwischen dritten Mal eine solche Veranstaltung auf die Beine gestellt. Für Neuntklässer in der Phase der Berufsfindung sei das besonders wichtig, sagt Rektor Allert.
Viele Karrierewege beschrieben
Nach der Vorstellungsrunde stehen die Betriebsleiter und Ärzte, ein Notar, ein Anwalt und ein Banker in verschiedenen Räumen als Berater zur Verfügung. Chefarzt Stefan Middeldorf zieht die Massen an: Er erläutert beispielsweise, welche Modalitäten für ein Soziales Jahr an der Staffelsteiner Schön-Klinik gelten. Rechtsanwalt Manfred Glöckner gibt Einblicke in den Betrieb einer Kanzlei. Ludwig Weiß, Direktor der Milchwerke-Oberfranken-West, zeigt Karriereweg in der Lebensmittelindustrie auf und Norbert Sorg vom Autohaus Gelder & Sorg geht auf berufliche Werdegänge im Kfz-Gewerbe ein.
"Das bringt was", lobt der 14-jährige Cornelius Daiber, nachdem er sich bei Ingo Rickhaus, ehemals leitender Angestellter bei Siemens, über berufliche Werdegänge in der Industrie informiert hat. Cornelius' Vater, Thomas Daiber, zeigt sich sehr angetan von diesem Abend, weil die flankierenden Informationen seinem Sohn helfen, das Richtige herauszufiltern.
Der pensionierte Manager Lutz Müller rät jungen Leuten, nicht unvorbereitet in ein Vorstellungsgespräch zu stolpern. Auf jeden Fall sollte der Bewerber wissen, was das Unternehmen produziert. Damit junge Leute später nicht enttäuscht sind, empfiehlt er ihnen, vier bis sechs Fragen aufzuschreiben und sie dem potenziellen Arbeitgeber zu stellen.
Natalie Schickentanz ist nach diesem Abend sicher, dass sie ein Schnupperpraktikum in Kloster Banz machen möchte. Danach wisse sie mehr über die Arbeitsumstände. Zwei Praktika in der Reha-Klinik Lautergrund hat die 15-Jährige schon hinter sich. Schließlich möchte sie auswählen, für welchen Arbeitsplatz sie sich entscheidet.
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