Die Schwaben und Frankfurter kommen

15.04.2010   Von: Christian Holhut  inFranken.de

Tourismus Knapp 42 000 Touristen haben vergangenes Jahr Kulmbach besucht. Das sind unterm Strich zwar 0,4 Prozent weniger Gäste als noch 2008, dafür ist die Zahl der Übernachtungen um 2,9 Prozent gestiegen - ebenso die durchschnittliche Verweildauer, um 0,1 auf 1,9 Tage.


Der Mainradweg bringt mehr und mehr Touristen in Stadt und Landkreis Kulmbach. Foto: Stadt Kulmbach
Für die Verantwortlichen vom Tourismus- und Veranstaltungsservice (TuV) der Stadt, kaufmännischen Betriebsleiter Uwe Angermann und Tourismus-Serviceleiterin Tonja Süsser, sind das erfolgreiche Zahlen und die Basis für mehr. Beim Pressegespräch in der Dr.-Stammberger-Halle verweist Angermann in diesem Zusammenhang auf die mit dem Qualitätssiegel des Tourismusverbandes Franken zertifizierte Tourist Information, die bald im alten Passamt in der Buchbindergasse untergebracht sein wird.

Selbstläufer wie die Bierwoche, in der alle 600 verfügbaren Gästebetten im Stadtgebiet belegt sind, gibt es freilich wenige. Zielgruppe beim Marketing der Stadt sind Radfahrer und Wanderer. Vorwiegend geworben wird deshalb mit dem Mainradweg, der vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub als erster Radfernweg mit fünf Sternen ausgezeichnet wurde und bei der Radreiseziel-Analyse Platz drei belegt. Das Buch über den Main-Radweg hat beim Verlag Esterbauer zudem mittlerweile Bestseller wie über den Donau- oder Elbe-Radweg verdrängt.

Aber auch der Wohnmobil-Stellplatz ist begehrt: Die Zahl der Ankünfte ist vergangenes Jahr um 47 Prozent auf 1161 gestiegen, 2322 Mal wurde dort übernachtet. Gästeführungen sind 440 Mal gebucht worden, im Jahr 2008 waren es noch 412.

Woher die Gäste kommen, ist bislang unbekannt. "An der Museumskasse und im Tourismusbüro fragen wir künftig nach der Postleitzahl", sagt Tonja Süsser. 1,8 Millionen Tagesbesucher hat die Stadt laut einer Erhebung von vor drei Jahren. Diese Zahl umfasst allerdings alle Personen, die nicht aus beruflichen Gründen nach Kulmbach kommen - also beispielsweise auch den Kronacher, der zum Einkaufen in die Stadt fährt.

Erfahrungswerten nach zu urteilen kommen ausländische Besucher meist aus Österreich und der Schweiz, aber auch Italien, Frankreich und den Niederlanden. Den Löwenanteil, über 85 Prozent, machen inländische Besucher aus. Sie kommen laut Süsser vorwiegend aus dem schwäbischen und Frankfurter Raum. Berliner, um die früher schwerpunktmäßig geworben wurde, interessieren sich seit der Grenzöffnung nicht mehr so sehr für Kulmbach. "Deshalb werben wir aktuell auch verstärkt in Frankfurt", so Tonja Süsser.



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