Hallenbad-Lustgreis muss zahlen
11.03.2010
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Gericht Für den Angeklagten ist die Sache klar: "Ich habe nichts verbrochen!" Die junge Frau, der er im November 2009 im Kulmbacher Hallenbad nachgestellt hat, sieht das anders. Auch Richterin Sieglinde Tettmann: Sie verhängt eine Geldstrafe von 900 Euro wegen Beleidigung.
"Sieben Mal war ich auf Kur – und nie ist was passiert."
Der Angeklagte bemüht sich, als grundanständiger Mensch zu erscheinen: "Sieben Mal war ich auf Kur – und nie ist was passiert", beteuert er mehrfach. Sexuelle Absichten? "Doch nicht im Hallenbad, wo so viele Leute und Kinder sind!" Seine Kontaktversuche streitet er nicht ab. Die junge Frau sei halt "schön geschwommen". Dass man sich im Umkleidetrakt wieder getroffen habe, sei Zufall gewesen. Und die Frage, ob er mit in die Kabine könne? "Das hab ich aus Blödsinn gefragt. Das sagt man halt manchmal so…".Selbstverständlich habe er sich bei der jungen Frau, nachdem diese Anzeige erstattet hatte, telefonisch entschuldigt, versichert er. Der Verdacht, dass es sich bei diesem Telefonat eher um eine neuerliche, plumpe Kontaktaufnahme und zudem um den Versuch handelte, die Frau zur Rücknahme ihrer Anzeige zu bewegen, lässt sich nicht aus der Welt schaffen.Der Angeklagte – verheiratet und Vater von drei erwachsenen Söhnen – hält sich für unschuldig. Deswegen hat er gegen einen im Januar ergangenen Strafbefehl von 1050 Euro auch Widerspruch eingelegt. Dass das Urteil des Amtsgerichts nun niedriger ausfällt, liegt daran, dass sich ein neues Bild seiner Einkommensverhältnisse ergeben hat – nicht etwa daran, dass das Gericht seinen Unschuldsbeteuerungen glaubt.Unklar bleibt, ob es sich beim Angeklagten um jenen Mann handelt, der im Sommer 2006 an der "Kieswäsch" mehrfach aufgefallen war: Er hatte junge Frauen angesprochen und gebeten, mit ihm auf den See hinaus zu schwimmen. Er sei herzkrank und nicht gerne alleine im Wasser.Die Polizei hatte seinerzeit gegen den 80-Jährigen ermittelt. Weil sich aber, so ein Polizist im Zeugenstand, Betroffene nicht sonderlich kooperativ verhielten, sei die Sache damals im Sande verlaufen.
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