Unter den Toten sind 100 Kinder

27.04.2010   Von: Matthias Beetz  inFranken.de

Hilfsaktion Die Nachrichten, die der ungandische Bischof Samwiri bei seinem Besuch vor wenigen Tagen in Stadtsteinach im Gepäck hatte, waren alles andere als gut: In der Nähe des Salem-Kinderdorfes Kolonyi-Nakaloke sind bei einem Erdrutsch 350 Menschen ums Leben gekommen, darunter 100 Kinder.


Ein Dorf in der Bubuda-Region wurde unter einer bis zu acht Meter hohen Schlammlawine begraben. Salem International will helfen. Foto: pr
Eine Schlammlawine hat dort auf rund 200 Metern Breite ein Dorf bis zu acht Meter hoch verschüttet, nachdem es in der Region tagelang geregnet hatte.


Rotes Kreuz ist vor Ort


Die beiden Salem-Geschäftsführer Samuel Müller und Heiko Weiß waren über das ganze Ausmaß der Tragödie bisher nicht informiert, leiteten sofort Hilfsmaßnahmen ein. So erkundete eine Mitarbeiterin des Salem-Kinderdorfes Kolonyi-Nakaloke die Lage in dem etwa 20 Kilometer entfernten Katastrophengebiet und erstattete einen detaillierten Bericht nach Deutschland. Auch darüber, dass in der Nähe der Unglücksstelle bereits zwei Hilfslager des Roten Kreuzes errichtet worden sind.


Salem nimmt sich vor allem der Kinder an


Das gemeinnützige Hilfswerk Salem will sich nun vorrangig der Kinder annehmen, deren Eltern bei dem Unglück ums Leben gekommen sind, oder die von ihren Familien getrennt wurden. Zu diesem Zweck werden einheimische Salem-Mitarbeiter in den Auffanglagern eine Kontaktbörse aufbauen und Verbindungen zwischen den verschiedenen Clans in der betroffenen Bubuda-Region herstellen. Wie Salem-Geschäftsführer Samuel Müller erläutert, können Waisen im Salem-Kinderdorf Kolonyi-Nakaloke ein neues Zuhause finden. In dem seit 40 Jahren bestehenden Dorf leben derzeit etwa 250 Menschen, die mit der Hilfe von Salem betreut und auch ausgebildet werden.

Die zweite Stufe der Salem-Hilfe wird laut Müller die Beteiligung am Wiederaufbau der völlig zerstörten Schule sein. Nach ersten Schätzungen wird das rund 25 000 Euro kosten, was vor allem den hohen Transportkosten in der bergigen Region geschuldet ist.


Umwelterziehung unbedingt notwendig


Und schließlich will sich Salem auch an der von Bischof Samwiri vorgeschlagenen Umwelterziehung der Menschen in der Region beteiligen und auf längere Sicht ein Baumpflanzungsprojekt begleiten. Denn der verheerende Erdrutsch ist auch darauf zurückzuführen, dass die Hänge rund um das Dorf von den Menschen bedingungslos gerodet wurden.

Samuel Müller ist das Hilfsprojekt auch deswegen ein besonderes Anliegen, weil er noch Anfang des Jahres in Kolonyi-Nakaloke zu Gast war und in der Bubuda-Region unter anderem Kontaktgespräche für ein Salem-Dorfgesundheitsprogramm geführt hatte.

Nähere Auskünfte über die Salem-Hilfe und das Uganda-Projekt finden sich auf der Homepage des Hilfswerkes unter www.saleminternational.org.



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