THW sprengt Eis in der Ölschnitz

08.02.2012   Ort: Kulmbach/Bad Berneck     Bayerische Rundschau

Winter-Einsatz So eine Aufgabe hat das Technische Hilfswerk Kulmbach nicht alle Tage zu lösen: Eis sprengen. "Sonst kann man solche Einsätze wochenlang vorab planen, hier musste alles schnell gehen", erläutert Mario Ehrhardt.


Mit Stangen werden die Sprengladungen unter die Eisschicht geschoben. Foto: THW
Er ist einer der drei Sprengberechtigten, die Dienstagnacht zusammen mit weiteren Helfern mitten im Kurort Bad Berneck eine dicke Eisbarriere auf der Ölschnitz gesprengt haben.

Nachmittags wird das Technische Hilfswerk Kulmbach alarmiert. Der diensthabende Fachberater des THW, Udo Wende, und Sprengmeister Andreas Hager-Wollmann fahren nach Bad Berneck, wo sich auf der Ölschnitz aufgrund der zweistelligen Minustemperaturen der vergangenen Tage eine bis zu einem Meter dicke Eisschicht am Wehr gebildet hat. "Problematisch war, dass das Wasser bereits über die Ufer trat", so Wende. Auch die über den Bach führenden Brücken sind durch den hohen Wasserstand akut gefährdet.

Hager-Wollmann und Wende wägen alle Einsatzoptionen ab und entscheiden sich für einen Sprengeinsatz. Dies hat zur Folge, dass das THW Kulmbach - inklusive seiner Fachgruppe Sprengen - mit sechs Fahrzeugen und 15 Helfern ausrückt, darunter neben Hager-Wollmann auch die beiden Sprengberechtigten Stefan Teller und Mario Ehrhardt. Kurz nach 17 Uhr sind sie an Ort und Stelle, wo bereits das THW Bayreuth mit zehn Helfern die Örtlichkeit ausleuchtet und absperrt. Am Einsatz beteiligt sind auch die Feuerwehr Bad Berneck und die örtliche BRK-Bereitschaft.

Unter der Leitung des für diesen Einsatz verantwortlichen Sprengmeisters Hager-Wollmann bereiten die Kulmbacher zunächst eine so genannte Probesprengung vor. "Das ist erforderlich, um die genaue Sprengstoffmenge für die Hauptsprengung festlegen zu können. Hier wird der vorher berechnete Wirkungsgrad der Ladung überprüft", erläutert Hager-Wollmann.

Die eigentliche Sprengung erfolgt dann eine gute Stunde später. Rund zweieinhalb Kilo Dynamit lösen auf einen Schlag die Eismengen in der Staustufe vor dem Wehr. Binnen kürzester Zeit senkt sich dadurch der Wasserspiegel deutlich ab.

"Eine Sprengung ist einfach eine Frage der Geduld und muss gut vorbereitet sein. Viele denken: Hinfahren, Sprengstoff rein und Knöpfchen drücken, fertig! Aber so einfach ist es nicht. Unter höchster Beachtung der Sicherheitsvorschriften muss gut überlegt sein, wie man vorgeht. Deswegen bekommen die Spezialisten beim THW auch eine fundierte und lange Ausbildung", versichert der Sprengmeister.
"Auch die weiträumigen Absperrmaßnahmen bei einer Sprengung führen mitunter zu längeren Wartezeiten, was oft unterschätzt wird."
Der Einsatz ist nach Überprüfung des Sprengergebnisses gegen 22 Uhr beendet. Es hat alles gepasst. Und die Helfer rücken wieder ab.


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