Geschätzt und trotzdem frustriert

05.02.2012   Ort: Kulmbach  Von: Dagmar Besand  Bayerische Rundschau

Gesundheit Ärzte und Politiker machten sich bei einer Podiumsdiskussion in Kulmbach Gedanken über die Zukunft der ärztlichen Versorgung. MdL Sabine Dittmar (SPD) sprach sich dabei für finanzielle Anreize für diejenigen jungen Ärzte aus, die sich für eine Tätigkeit in unversorgten Regionen entscheiden.


Landtagsabgeordnete Sabine Dittmar (SPD) diskutierte in Kulmbach mit Ärzten, Kommunalpolitikern und Patienten über die Zukunft der ärztlichen Versorgung auf dem Land. Foto: Dagmar Besand
Gibt es den Landarzt von heute morgen noch? Diese Frage beschäftigt nicht nur Ärzte und Patienten, sondern zunehmend auch die Kommunen. Wie wird es zukünftig um die ärztliche Versorgung auf dem Land bestellt sein? Wie kann man junge Mediziner für diese Aufgabe begeistern? Was sind die Alternativen, wenn immer mehr Hausärzte keinen Nachfolger für ihre Praxis finden?

Diese Fragen beleuchtete eine Podiumsdiskussion, zu der MdL Inge Aures (SPD) am Freitagabend in den Mönchshof eingeladen hatte. Dabei ging es auch um konkrete Arbeitsaufträge der Bürger an die Politik - sowohl an Inge Aures selbst als auch an ihre Landtagskollegin Sabine Dittmar, die als Expertin für Gesundheitspolitik den Angehörigen medizinischer Berufe, Kommunalpolitikern und Patienten Rede und Antwort stand. Die Allgemeinärztin ist verbraucherpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Mitglied im Ausschuss des Landtags für Umwelt und Gesundheit.

Ein echter Mangel wird nach Dittmars Einschätzung zuerst im Hausarztbereich auftreten, denn hier ist der Altersdurchschnitt am höchsten und das Interesse junger Ärzte am geringsten. "Von 8000 in der hausärztlichen Versorgung tätigen Ärzten in Bayern wird die Hälfte in den nächsten 15 Jahren in Ruhestand gehen. Gleichzeitig bräuchten wir schon allein aufgrund der Altersstruktur künftig rund 20 Prozent mehr Ärzte."

Hausärztliches Zentrum?


Eine mögliche Lösung sei die Weiterentwicklung des medizinischen Versorgungszentrums in ein hausärztliches Versorgungszentrum. Die Abgeordnete fordert außerdem mehr Medizinstudienplätze, leichteren Zugang zum Studium und die Möglichkeit, dass Ärzte einen Teil ihrer Aufgaben an qualifizierte Helferinnen oder Krankenschwestern delegieren können. Eine sinnvolle Maßnahme könne außerdem sein, in unterversorgten Gebieten Zuschläge zum Arzthonorar zu zahlen.

Sprecherin der 330 Ärzte, die in Stadt und Landkreis Kulmbach tätig sind, ist die Vorsitzende des Ärztlichen Kreisverbands, Maria-Luise Rasch: "Zwar haben wir heute zahlenmäßig mehr Ärzte als früher, aber immer weniger sind bereit, rund um die Uhr zu arbeiten, während gleichzeitig das Einkommen immer unsicherer wird." Sich anstellen zu lassen und Teilzeit zu arbeiten, sei für viele Kollegen, vor allem für junge Frauen, weit attraktiver als die Selbstständigkeit.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie am Montag in der Bayerischen Rundschau.


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