Kulmbach bekommt einen Biomarkt

08.09.2010   Von: Dagmar Besand  inFranken.de

Einkaufen Christine Pöhlmann und Dave Eager haben die seit langem leer stehenden Räume der früheren Fernseh- und Hifi-Händlers Franz am Kulmbacher Zentralparkplatz übernommen und dort ein Lebensmittelgeschäft eingerichtet. Am Donnerstag findet die Eröffnung statt.


Alle Hände voll zu tun hat Dave Eager, um die Regale des neuen Biomarkts zu bestücken. Foto: Dagmar Besand
Nach vielen schlechten Nachrichten über das Ladensterben in der Kulmbacher Innenstadt gibt es endlich einmal eine positive Neuigkeit: Am Zentralparkplatz öffnet am Donnerstag ein neuer Lebensmittelmarkt seine Türen. Christine Pöhlmann und Dave Eager, die bisher den Kornladen in der Langgasse betrieben, haben die seit vielen Monaten leer stehenden Räume des ehemaligen Fernseh- und Hifi-Geschäfts Franz in der Klostergasse gepachtet, um ihren Traum von einem Biomarkt zu verwirklichen.

"Den Wunsch, so etwas zu machen, hatten wir schon länger, aber erst als diese Räume frei wurden, sind die Vorstellungen konkret geworden", erzählt Dave Eager. Für ihn und seine Frau Christine Pöhlmann war klar: Wir wollten unbedingt in der Innenstadt bleiben, nicht irgendwo auf die grüne Wiese. Dabei denken die beiden nicht zuletzt an die älteren Menschen, die weite Wege nicht bewältigen können.


Wunsch wird erfüllt


Sowohl die Vertreter der Stadt als auch die Kulmbacher selbst haben in den vergangenen Monaten immer wieder den Wunsch nach einem Lebensmittelmarkt im Zentrum geäußert, vor allem seit sich mit der Diska-Filiale aus der Edeka-Gruppe der letzte Supermarkt aus dem Kaufplatz verabschiedet hat. "Diesen Wunsch erfüllen wir jetzt", sagt Christine Pöhlmann. "Wir wollen uns nicht hinsetzen und jammern, dass die Zeiten schlecht sind, und darauf warten, dass von allein etwas entsteht. Wir setzen ein Zeichen und sind optimistisch, dass wir damit Erfolg haben werden."


Im April begann die Planung


Nachdem der Entschluss gefasst war, hat das Ehepaar sich zügig an die Umsetzung gemacht. Im April begannen die Verhandlungen mit dem Eigentümer des Gebäudes. Dann ging es mit Hilfe eines Innenarchitekten an die Planung. Vor gut sechs Wochen schließlich kam Leben hinter die großen Schaufenster. Dass der Neuanfang überhaupt möglich ist, verdanken die Inhaber ihrem langjährigen Großhandelspartner Dennree, "der uns bei der Planung, Finanzierung und Umsetzung unseres Vorhabens großartig unterstützt hat" (Dave Eager). "Allein hätten wir das nicht schaffen können."

Im neuen Verkaufsraum erinnert nichts mehr an die trostlose Leere der vergangenen Monate. Lange Kühltheken und Regalreihen präsentieren die Waren. Mit den handwerklichen Arbeiten vom Schreinern bis zur Elektrik wurden ausschließlich einheimische Unternehmen beauftragt.

Von einem kleinen Laden mit 40 Quadratmetern Fläche umzusatteln auf großzügige 160 Quadratmeter, erfordert unternehmerischen Mut. Doch die Initiative ist reiflich überlegt und stützt sich auf die Erfahrungen der vergangenen zehn Jahre, in denen das Ehepaar Eager und Pöhlmann einen verstärkten Trend zu Bioprodukten erlebte: "Die Nachfrage ist da. Sonst würden wir das nicht machen."

Die Ladeninhaber wollen mit ihrem Angebot alle ansprechen, die gesundheitsbewusst und regional einkaufen möchten. Der größte Unterschied zum früheren Laden: "Es gibt jetzt mehr von allem." Zum Sortiment gehören alle Dinge des täglichen Bedarfs: von Obst und Gemüse über Milchprodukte und Tiefkühlwaren, Brot, Nudeln und Fleisch bis hinzu Kaffee und Kosmetik.


"Bio ist kein Luxus"


"Bio ist kein Luxus", betont der 51-Jährige. Er ist überzeugt von der Qualität der Bioprodukte und von der Philosophie, die dahinter steht, und möchte nichts anbieten, was er nicht auch selbst mit Genuss essen würde. Dabei sind Dave Eager und Christine Pöhlmann weit davon entfernt, eine pathetische Ideologie verkaufen zu wollen. "Es geht einfach darum, Lebensmittel so zu produzieren und zu verarbeiten, dass sie gesund sind. Deshalb sind wir gegen Massentierhaltung, Pestizide und Raubbau an der Natur."

Deshalb lässt sich der neue Biomarkt von vier Biobäckern aus der Region mit unterschiedlichsten Produkten beliefern, auch Gemüse und Eier, Honig und Marmeladen kommen aus der Umgebung von Kulmbach.



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