Kinder stürmen die Pilotenkanzel

28.07.2010     inFranken.de

Ausflug Sehbehinderte und blinde Jungen und Mädchen aus ganz Oberfranken durften auf Einladung der Luftsportvereinigung Stadtsteinach erfahren, wie ein Flugzeug funktioniert. Der Ausflug auf den Kulmbacher Flugplatz war für die Kinder ein faszinierendes Erlebnis.


Wer das Fahrwerk aus der Nähe betrachten wollte, musste schon unter die Flügel krabbeln. Foto: pr.
Außergewöhnliche Szenen auf dem Kulmbacher Flugplatz: Kinder springen herum und ziehen selbstgebastelte Papierflieger hinter sich her. Plötzlich dröhnt ein Motor. Ein Flugzeug startet. Die Jungen und Mädchen mit ihren Eltern verfolgen aufmerksam den Start.


Fahrwerk ganz aus der Nähe


Die Frühförderung für blinde und sehbehinderte Kinder war zu Gast bei der Luftsportvereinigung Stadtsteinach. Ganz nah durften die Kleinen an die Flugzeuge heran. Sie betasteten die Flügel und hörten aufmerksam Gerhard Müller zu, der erklärte, dass sich in den Flügeln der Tank befindet.

Vorsichtig durften die jungen Gäste die Landeklappen hoch und runter bewegen. Um das Fahrwerk aus der Nähe betrachten zu können, mussten sie unter die Flügel krabbeln.

Stolz stieg die kleine Anna in die Pilotenkanzel und zog den Steuerknüppel zu sich her. "Wenn der Pilot das tut, dann steigt das Flugzeug hoch", erklärte Markus Wohlrath. Dann trat Anna auf die Pedale. "Schau mal nach hinten, damit bewegst du das Seitenruder!"

Als ein Flugzeug langsam an den Kindern vorbeirollte, merkten sie schnell, dass so ein Propeller nicht nur für den Antrieb sorgt, sondern auch mächtig viel Wind macht. "Unsere sehbehinderten Kinder können im Alltag viele Details nicht sehen. Uns geht es deshalb in der Frühförderung darum, ihnen die Welt mit allen Sinnen erfahrbar zu machen", erklärt die Leiterin der Einrichtung, Maria Miller-Gadumer.


Aus ganz Oberfranken angereist


"Wann haben sie schon einmal die Gelegenheit, so nahe an Flugzeuge heran zu gehen und im wahrsten Sinn des Wortes zu begreifen, was ein Flugzeug ausmacht?" Bei einem Kaffeetrinken hatten Eltern und Kinder Gelegenheit, sich näher kennen zu lernen und auszutauschen. Sie waren schließlich aus ganz Oberfranken angereist. "Es ist für unsere Eltern wichtig, mit anderen Betroffenen ins Gespräch zu kommen", erläuterte Sylvia Hintze von der Frühförderstelle. "Auch die Kinder erleben hier, dass sie nicht die Einzigen sind, die anders sehen!"



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