Die Krise blieb fast folgenlos

09.03.2010   Von: Katrin Geyer  inFranken.de

ARGE Kulmbach Für die ARGE SGB II im Landkreis Kulmbach blieb die Krise der letzten Monate fast ohne Folgen: Zwar hat man im Laufe des Jahres 2009 einen Anstieg bei der Zahl der so genannten Bedarfsgemeinschaften verzeichnet. Der blieb aber, so Geschäftsführer Norbert Halbhuber, moderat.


Norbert Halbhuber. Foto: Katrin Geyer
Nahezu gleich geblieben ist im letzten Jahr auch der finanzielle Aufwand für die Bedarfsgemeinschaften: Die ARGE hat hier etwa 8,6 Millionen Euro ausgegeben. Dazu kommen noch etwa 5,9 Millionen Euro für Unterkunftskosten und etwa 3,1 Millionen Euro an Eingliederungsleistungen.

Bei der Jahrespressekonferenz der ARGE bezeichnete es die Leiterin der Bayreuther Agentur für Arbeit, Brigitte Glos, als positiv, dass viele Firmen in der Region versuchten, die Krise mit Kurzarbeit zu bewältigen. "So haben die Unternehmen ihr Personal halten können – und sie haben auch diejenigen behalten, die von der ARGE zu ihnen vermittelt wurden."

Glos verhehlte nicht, dass sie verärgert ist über die öffentliche Diskussion der letzten Wochen. Die tatsächliche Situation sei verzerrt dargestellt und der Eindruck erweckt worden, dass sich die Arbeit der ARGE im "Spannungsfeld zwischen Sozialschmarotzern und denen, die von uns geknechtet werden" bewege.

Der Geschäftsführer der Kulmbacher ARGE, Norbert Halbhuber, machte deutlich, dass sich die Zahl der Empfänger von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II zwar auf einem gleichbleibend hohen Niveau bewege, dass die Gruppe der Hartz-IV-Empfänger aber auf längere Sicht betrachtet nicht immer gleich sei: "Hier herrscht ein ständiges Kommen und Gehen."

Im Laufe des Jahres 2009 ist Halbhuber zufolge die Zahl der so genannten Bedarfsgemeinschaften um 41 auf 2008 angestiegen. Sie liegt damit um zwei Prozent über dem Wert des Jahres davor, aber deutlich unter dem des Jahres 2007.

Die Zahl der einzelnen Hiflsbedürftigen ist nach seinen Worten ebenfalls moderat um 39 auf 2686 gestiegen, die Anzahl der Hilfsbedürftigen unter 25 Jahren um 15 auf 446 gesunken. Bei etwa einem Drittel der Hilfeempfänger handelt es sich um so genannte Aufstocker – Menschen also, die zwar arbeiten gehen, deren Einkommen aber nicht ausreichend hoch ist, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können.

Sinkend ist die Tendenz bei den Langzeitarbeitslosen. Hier wurden zum Jahresende 2009 noch 385 Personen erfasst; das sind 94 oder 19,6 Prozent weniger als am Jahresanfang. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an der Gesamtzahl der Arbeitslosen ist mit 30,4 Prozent allerdings immer noch hoch.

Insgesamt 1495 Menschen aus dem Zuständigkeitsbereich der ARGE Kulmbach sind im letzten Jahr in arbeitsmarktpolitische Maßnahmen eingetreten. 18 Prozent davon haben das auf dem Weg über eine zusätzliche Qualifizierung erreicht, neun Prozent kamen als 1-Euro-Jobber oder in anderen Beschäftigungsmaßnahmen unter.

Die unterschiedlichen Maßnahmen, die die ARGE ihrer Klientel anbietet, bezeichnet Halbhuber als durchaus erfolgreich: Deutlich mehr als ein Drittel aller Betroffenen stand auch ein halbes Jahr nach der Vermittlung noch in in einem sozialpolitischen Beschäftigungsverhältnis. Mit diesem Ergebnis liegt die ARGE auf dem zweiten Platz in Bayern und auf dem dritten Platz deutschlandweit.





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