Der Obstbauer mit den leeren Händen

05.09.2011   Ort: Rugendorf/Bad Berneck  Von: Matthias Beetz  Bayerische Rundschau

Bilanz Wenn Fritz Rösch in diesen Tagen die Apfelernte des Jahres 2000 mit der in diesem Jahr vergleicht, bekommt er Falten auf der Stirn. Vor elf Jahren fuhr er einen Rekord von 17,4 Tonnen ein. Und heuer? "Null, keinen einzigen Apfel", sagt der Landwirt aus dem kleinen Rugendorfer Ortsteil Poppenholz.


Auch heuer hätte Fritz Rösch gerne Äpfel zum Pressen in die Plassenburg-Kelterei gebracht. Aber zwei kalte Nächte Anfang Mai haben seine ganze Ernte vernichtet. Und nicht nur seine: Die Sammelbehälter in Bad Berneck sind derzeit fast leer. Foto: Matthias Beetz
"Zwei frostige Nächte Anfang Mai haben alle Blüten vernichtet", beklagt Rösch, der seine Streuobstwiese seit Jahrzehnten pflegt, wenn man es einmal so bezeichnen möchte. "Entgegen aller Beratungen mache ich an den Bäumen eigentlich gar nichts", gibt er lächelnd zu und ergänzt, dass er zwei Mal pro Jahr einen Schäfer engagiert, der ihm mit seinen Tieren die Wiese mäht. Rund 70 fränkische Hochstämme, die bis zu zehn Meter hoch werden, nennt die Familie Rösch ihr Eigen.

Höhere Lagen relativ unberührt


Dass der Landwirt aus Poppenholz heuer nicht allein mit leeren Händen dasteht, tröstet ihn nur wenig. Auch andere Obstbauern und Privatleute müssen diesmal auf Äpfel verzichten. Und zwar meistens diejenigen, die in tieferen Gegenden des Landkreises wohnen. Denn: Die Kälte Anfang Mai ist in die Senken gefallen, in höheren Lagen blieben die Bestände relativ unberührt vom Frost.
Während der Obstbauer Fritz Rösch derartige Witterungsverhältnisse mit der stoischen Ruhe seines Berufsstandes trägt ("Die gesamte Arbeit des Landwirts hängt Jahr für Jahr vom Wetter ab"), ist die Apfelernte 2011 Fritz Rösch, dem Vorstandsvorsitzenden der Plassenburg-Kelterei in Bad Berneck, ganz und gar nicht gleichgültig.
Abgesehen davon, dass die Ernte im dritten Jahr hintereinander hinter den Erwartungen zurückbleibt, befürchtet Rösch, dass die Pflege der Apfelernte als fränkisches Kulturgut in der Bevölkerung immer weiter zurückgeht. "Wenn wir den Saft aus der Region haben möchten, dann muss man sich auch damit befassen", sagt er.
Auch Uwe Täuber, Aufsichtsratsvorsitzender der Kelterei, hat die Befürchtung, dass das Herzblut, mit dem Großeltern und Eltern noch die heimische Apfelernte betrieben, "auf der Strecke bleiben wird". Gerade deshalb möchten er und Markus Wolfrum, Geschäftsführer der Kelterei, die jüngere Generation ermutigen, sich mit dem Thema zu befassen, Äpfel pressen statt sie vergammeln zu lassen und Obstbaumbestände zu erhalten.

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Kommentare

 
1  Kommentare  
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Bertin - 11.09.2011 10:29    (0)   
 

Null, keinen einzigen Apfel"
das stimmt doch nicht !! alles ist voll aste brechen und und ........
auch bei den pflaumen alle da .........

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