Der "Liederchaot" rockt Untersteinach
23.10.2011
Ort: Untersteinach Von: Rainer Unger ![]()
Kleinkunst-Brettla Beim Auftritt von Musik-Comedian Atze Bauer beim Kulmbacher Kleinkunst-Brettla in Untersteinach bleibt keine Auge trocken. Er hat kein Konzept, und deshalb ist sein Auftritt ein wahrer Genuss
Lady Gaga und die Ministerin
Ganz egal, ob Atze Bauer Katy Perry oder Lady Gaga persifliert oder auch Bundesministerin Ursula von der Leyen einen Reggae widmet. Seine natürliche, ehrliche Art reißt jeden mit. Der Besucher spürt, dass er hinter dem steht, was er macht. Bauer spielt keine künstliche Rolle auf der Bühne, ist authentisch. Und davon vergewissern können sich die Gäste in der Pause, wenn er sich unter das Publikum mischt und zwanglos drauf los plaudert.
Ein Medley beinhaltet alle Lalala- und Nanana-Lieder. Lieder, die ob des Refrains jeder leicht mitsingen kann. Natürlich darf die "Mutter aller Nanana-Lieder" nicht fehlen: "Hey Jude" von den Beatles. Im Melodienreigen lässt Atze Bauer "Fiesta Mexicana" von Rex Gildo auf "Ein bisschen Spaß muss sein" von Roberto Blanco folgen, bevor er ankündigt: "Der Horror geht weiter!" Und sogleich ertönt "Du kannst nicht immer 17 sein" von Chris Roberts.
"Ich habe mein Konzept verloren. Habe ich überhaupt ein Konzept?", fragt sich der Musik-Comedian und redet mit sich selbst. Nein, ein Konzept hat Atze Bauer nicht, und das macht seinen Auftritt so besonders, so einmalig chaotisch.
So entsteht ein Lied ...
So bekommt das Publikum auch die Entstehungsgeschichte eines improvisierten Liedes mit, als die Besucher Sebastian und Patrick auf die Toilette müssen. Er fragt sie nach ihren Namen und kreiert unmittelbar danach auf der Bühne ein Lied über beide, bis sie zurückkommen und vom Publikum mit riesigem Applaus empfangen werden. Grandios ist es, wenn sich Atze Bauer in die Welt von AC/DC begibt, "Highway to Hell" auf Deutsch singt und "Marmor, Stein und Eisen bricht" von Drafi Deutscher einen Heavy -Metal-Anstrich verpasst. Natürlich muss auch die Choreographie stimmen, wenn er sich ins Hard-Rock- und Death-Metal-Lager begibt. Und so wird mit dem lautstarken Ausruf "Fuck you, Notenständer" der Notenständer über die Untersteinacher Kleinkunst-Bühne gekickt.
Zweieinhalb Stunden Lachgarantie enthält sein Programm, mit dem er auch das Auditorium in Untersteinach begeistert. Dem serviert er dann auch noch ein Zusatzprogramm, und als auch das vorbei ist und er schon mitten unter den Zuschauern weilt, fällt ihm doch noch was ein. Und kurz drauf steht Atze Bauer plötzlich wieder auf die Bühne.
Ein bombenstarker Auftritt
Wie singt er doch in einem seiner letzten Lieder, das von AC/DC stammt: "I'm T.N.T., I'm dynamite!" Ein wahrer Ausspruch, der den tollen Auftritt des Liederchaoten wahrlich treffend umschreibt.
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