Was kann, was soll sich die Stadt leisten?

22.02.2012   Ort: Kulmbach     Bayerische Rundschau

Heringessen Auch in Kulmbach pflegen die Parteien die Tradition des politischen Aschermittwochs - und geben dabei einen Vorgeschmack auf den Wahlkampf für die OB-Wahl im Oktober. Die CSU zog eine Erfolgsbilanz für Amtsinhaber Henry Schramm, und die SPD träumt von der Macht in Bayern und im Rathaus.


Heringessen der Parteien. Foto: Dagmar Besand
Der Name seines Herausforderers kommt OB Henry Schramm nicht über die Lippen. Nur einmal, als es um den "Nörgler" im Stadtrat geht, der "rumnölt", bei Ortsterminen dann aber fehlt - da wissen seine CSU-Treuen im Gasthof Geuther, dass Ingo Lehmann gemeint sein muss.
Trotzdem: Inzwischen "Oberbürgermeister mit Leib und Seele", wie er sagt, ist er zur Zusammenarbeit mit jedem bereit. "Wenn's der Stadt hilft." Und auf diese Weise habe er auch das Vertrauen der Menschen gewonnen. Was übrigens auch für seine Partei im Freistaat gelte: Der Ude-Effekt sei aktuellen Umfragen zufolge längst eine geringfügige Steigerung geworden, und die Menschen vertrauten der CSU und Ministerpräsident Horst Seehofer. Die absolute Mehrheit in Bayern, so Schramm, sei wieder greifbar: "Wir haben ein wenig geschwächelt, sind jetzt aber wieder auf Kurs."
Das Schiff Kulmbach, sagt der OB rückblickend, habe auch er längst wieder dorthin gebracht. Wie Edmund Stoiber Ende der 90-er auf Landesebene sei auch er in der Stadt damals belächelt worden, als er 2006 den Schuldenstopp angekündigt habe. Der allerdings sei ihm gelungen. "Vergangenes Jahr haben wir 23 Millionen Euro investiert, heuer werden es 19 Millionen Euro sein - ohne neue Schulden."
Ingo Lehmann gibt sich beim politischen Aschermittwoch der SPD optimistisch-kämpferisch. Die Stimmung unter den Genossen sei so gut wie lange nicht mehr, freute sich der Ortsvereins- und Stadtratsfraktionsvorsitzende. "Die SPD hat wieder den Biss, gewinnen zu wollen."
Der 40-Jährige ärgert sich darüber, dass der früheren Oberbürgermeisterin Inge Aures stets vorgeworfen wurde, zu hohe Schulden für eine Sand-und-Steine-Politik zu machen. "Davon spricht heute niemand mehr, wenn die Instandsetzung des Rathauses 1,4 Millionen Euro Mehrkosten verursacht oder der Neubau der Stadtwerke eine weitere Million und damit 20 Prozent über dem Plan liegt."
Dass die Kostenüberschreitungen teilweise durch Zuschüsse finanziert werden können, ist in Lehmanns Augen kein Grund zur Freude: "Auch diese Zuschüsse, egal von welcher Stiftung oder Behörde, sind nichts anderes als Steuergelder."
Die ausführliche Berichterstattung lesen Sie in der Bayerischen Rundschau vom Freitag.


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