Alte Gleise schrecken Bauinteressenten ab

11.03.2010   Von: Werner Reißaus  inFranken.de

Bauausschuss Himmelkron Das außer Betrieb gesetzte Nebengleis, das von Schlömen nach Lanzendorf und damit unmittelbar am Baugebiet "Weißmaintal" vorbeiführt, schreckt potenzielle Bauwerber ab, die in Himmelkron auf der Suche nach einem Grundstück sind.


Die stillgelegten Gleise unterhalb des Neubaugebiets "Weißmaintal" halten den einen oder anderen Bauwerber davon ab, sich dort ein gemeindliches Grundstück zu kaufen. Dritter Bürgermeister Helmut Fischer fordert einen baldigen Rückbau der Gleise. Foto: Rei.
Diese Feststellung traf Dritter Bürgermeister Helmut Fischer in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. Fischer gab damit die bei der Baumesse in der Bindlacher Bärenhalle gemachten Erfahrungen weiter: "Wir wurden dort, wo wir ja mit unserem Baugebiet vertreten waren, von einer Neubürgerin darauf hingewiesen."

Viele Interessenten sähen das dortige Bahngleis als Beeinträchtigung der Wohnqualität an "und wenden sich gleich ab", sagte Fischer. Die Gemeinde sollte nach seiner Auffassung alles versuchen, damit die Gleise möglichst bald zurückgebaut werden.

Zudem könnte auf der ehemaligen Bahntrasse eine wichtige Verbindung zum Baugebiet "Ziegelhütte" geschaffen werden, sowohl als Geh- als auch Radweg. "Ich weiß, dass wir bei der Deutschen Bahn dafür einen langen Atem brauchen, aber wir sollten ein Schreiben loslassen und nicht ewig warten", forderte Fischer.

Bürgermeister Gerhard Schneider berichtete dazu, dass derzeit das Entwidmungsverfahren der DB für die Bahnstrecke Schlömen-Lanzendorf im Gange ist und noch in diesem Jahr abgeschlossen werden soll. Eine zeitliche Vorgabe für den Rückbau der Gleisanlagen habe die Deutsche Bahn AG allerdings noch nicht genannt. Die Gemeinde, so machte Schneider deutlich, müsse sich im klaren darüber sein, dass sie den Bahngrund erwerben muss, wenn sie die Trasse als Geh- und Radweg nutzen wolle. "Und für einen Appel und ein Ei ist der Grund nicht zu haben."

Man werde die DB AG nochmals mit Nachdruck auffordern, das Verfahren zum Abschluss zu bringen, versicherte der Bürgermeister, der in der Trasse ebenfalls eine geeignete Verbindung für Radfahrer und Fußgänger vom Neubaugebiet "Weiß-maintal" und weiter zur "Ziegelhütte" sieht. Dies sei aber nach "ein Stück weit Zukunftsmusik".

Die Bahn soll laut Schneider in diesem Zusammenhang auch aufgefordert werden, die Andreaskreuze an dem Bahnübergang umgehend abzubauen, weil diese für die Verkehrsteilnehmer nicht nur verwirrend, sondern auch nicht mehr zutreffend seien.



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