"Als das Tränengas flog, rannten wir"

22.06.2009   Ort: Importartikel     inFranken.de

Milchbauern-Protest Auch Milchbauern aus den Landkreisen Kulmbach und Bayreuth nahmen an der Protestaktion gegen die niedrigen Milchpreise in Brüssel teil. Und erlebten die Krawalle am Rande der Demonstrationen hautnah mit, wie Horst Hacker aus Neudrossenfeld berichtet.


Auch Milchbauern aus den Landkreisen Kulmbach und Bayreuth nahmen an der Protestaktion gegen die niedrigen Milchpreise teil. Fotos: pr
Mit einem Traktor hatte sich Horst Hacker, dessen Vater Landkreisvorsitzender im Bundesverband deutscher Milchviehhalter ist, am Dienstag vergangener Woche auf den Weg gemacht. Insgesamt neun Schlepper begaben sich um 4 Uhr auf den Weg. Erstes Ziel war Würzburg, wo sich die Bauern mit Kollegen aus dem Raum Ansbach und Würzburg trafen.
Am nächsten Tag zuckelten die Traktoren weiter in Richtung Grenze nach Winterspelt. „Dort kamen 400 bis 500 Traktoren zusammen – auch aus Belgien. Es fand eine Kundgebung mit vielen Besuchern statt“, erzählt Hacker. Themen: Die Kürzung der Förderquote um fünf Prozent und daraus resultierend die Erhöhung des Milchpreises.
60 Kilometer Stau verursacht
Zwei Stunden Fahrt und eine Übernachtung später nahmen die Milchbauern dann Brüssel ins Visier. Über die Autobahn erreichten sie die belgische Hauptstadt, die zugleich den Hauptsitz der Europäischen Union darstellt. „Die Autobahn war deswegen gesperrt, es gab einen 60 Kilometer langen Stau“, berichtet Horst Hacker. Auf allen drei beziehungsweise vier Spuren seien die Traktoren in die Stadt getuckert. Insgesamt 1200 Traktorfahrer und 3500 Zuhörer (Hacker: „Alles Milchbauern“) nahmen nach Schätzung des Neudrossenfelders an der Protestaktion teil.
Die Krawalle, die es gab, als Landwirte versuchten, mit ihren Traktoren die Absperrungen zu durchbrechen, haben die Oberfranken live miterlebt. „Wir sind zufällig nach dem Abendessen an der Stelle vorbeigelaufen und haben gesehen, dass ein Schlepperfahrer einen Balken durch die Barrikaden geschoben hat“, erzählt Hacker. „Als das eskalierte und Tränengas verschossen wurde, haben wir geschaut, dass wir wegkommen.“ Ein bisschen was habe man zwar vom Tränengas abbekommen, „aber das hat sich schnell wieder gelegt“. Verletzt worden sei von den Oberfranken jedenfalls niemand.



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