Duell: Pater contra Politiker
06.09.2010
Von: Karl-Heinz Hofmann ![]()
Kirchweih Die Fußballspiele der Ministranten und Prominenten waren beim Kirchweihfest in Pressig echte Besuchermagneten. Sie boten spannende, aber auch amüsante Unterhaltung.

15 Partien bestritten
Nach 15 spannenden Begegnungen mit jeweils knappen Ergebnissen, setzte sich das Ministrantenteam aus Rothenkirchen mit 4:2 Toren und acht Punkten durch. Für die Sieger durfte Kapitän Florian Müller umjubelt von den Zuschauern den Wanderpokal aus den Händen von Bürgermeister Hans Pietz entgegennehmen. Alle Spielerinnen und Spieler erhielten eine Medaille und die teilnehmenden Mannschaften je eine Urkunde als Anerkennung für ihren Einsatz. Die weiteren Platzierungen der Ministranten-Fußballmannschaften: 2. Gifting, 3. Welitsch, 4. Pressig II, 5. Pressig I, 6. Posseck.
Jugendliche feiern Sieg
Wie gut das Turnier bei allen "Minis" ankam, drückten stellvertretend der 13-jährige Florian Müller, der 14-jährige Torwart Markus Walther, der zehnjährige Torschütze Johannes Müller und die elfjährige Stürmerin Lisa Neubauer vom Pokalsieger aus. Sie alle waren begeistert vom Austragungsmodus, von den fairen Spielen und freuten sich, am Ende glücklicher Pokalgewinner zu sein. Nach dieser Siegerehrung traten die Prominenten auf das Spielfeld; sie setzten teilweise schon vor dem Anpfiff einen Glanzpunkt in funkelnagelneuen Trikots. Schiedsrichter Ottmar Gerber leitete das Derby zwischen Pfarrei und Gemeinde in souveräner Manier - obwohl er es keinesfalls leicht hatte; immerhin hatte er es mit Persönlichkeiten wie Bürgermeister Hans Pietz und Pater Helmut Haagen zu tun, deren Zweikämpfen der Unparteiische ein besonderes Augenmerk widmen musste. Beide gerieten mehrmals aneinander, und oft war der Fußball eben schneller, als sie es eingeschätzt hatten.
Spieler und Partie verloren
Großer Verlierer der Partie war die Pfarrei, und das gleich in doppelter Hinsicht. Sie verlor ihren Verteidiger, Pater Haagen (in Martin-Demichelis-Manier mit Zöpfchen spielend), durch Platzverweis wegen eines Foulspiels. Die so dezimierte Mannschaft verlor letztlich auch das Spiel mit 0:3. Der Unparteiische, als "verbissener Cluberer" weithin bekannt, wehrte sich gegen den Vorwurf, er sei wohl wegen des Bayern-Outfits gegen den Geistlichen zu hart vorgegangen, indem er konterte: "Die Entscheidung war regulär; außerdem wollte ich den Pater, der nun für ein Jahr gesperrt ist, vor einer Verletzung schonen, die ihn im vergangenen Jahr nach seinem Einsatz über drei Monate beim Gehen belastet hat." Gemeinderat Werner Löffler, der für die Kirchenverwaltung gespielt hat, kommentierte den Sieg der Gemeinde damit, dass diese zwei, drei gute Amateurspieler aufbieten konnte, gegen die kein Kraut gewachsen war. Als Torschützen traten Klaus Dressel, Stefan Heinlein und Johannes Glatzer in Erscheinung.
Friedliche "Kampfhähne"
Die "Kampfhähne" aus Kirche und Gemeinde saßen aber wenige Minuten nach dem Abpfiff wieder friedlich vereint am Biertisch im Festzelt, so dass keinerlei Nachwehen zu befürchten sind. Als Persönlichkeit und Allrounder des Tages tat sich aber der zwölfjährige Moritz Ströhlein hervor, der am Vormittag beim Festgottesdienst als Ministrant am Altar diente, danach zum Frühschoppen für den Musikverein Pressig mit der Tuba aufspielte und am Nachmittag die Fußballelf der Pfarrei als Stürmer verstärkte.
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