Neuer Weg zum Abitur kommt an
25.01.2012
Ort: Kronach Von: Heike Schülein ![]()
Schule Auf hervorragenden Zuspruch stieß die Info-Veranstaltung zur Einführungsklasse am Kaspar-Zeuß-Gymnasium. Schüler berichteten von ihren Erfahrungen mit dem neuen Schulmodell.
Seit dem Beginn der Einführungsklasse am Kaspar-Zeuß-Gymnasium (KZG) zum Schuljahr 2009/2010 können Schüler mit mittlerem Bildungsabschluss aufatmen: Die zehnte Klasse müssen sie beim Wechsel ans Gymnasium zwar wiederholen, doch dann ist der Weg frei zum Abitur - und das ohne Probezeit, ohne Aufnahmeprüfung und ohne Nachlernen. Heuer machen die ersten Absolventen der ersten Kronacher Einführungsklasse ihr Abitur.
Die Gymnasiasten Julia Hechelmann, Yesim Bagci, Annika Behner und Maximilian Löffler besuchten vor ihrem Übertritt ans KZG völlig verschiedene Schulen. Julia war im M-Zug der Mittelschule Kronach, Yesim im M-Zug der Volksschule Pressig, Annika und Maximilian waren Schüler der Maximilian-von-Welsch-Realschule Kronach. Alle vier bestanden ihre Mittlere Reife und entschieden sich dafür, das allgemeine Abitur zu erwerben. Kurz vor dem Ziel sind die beiden "Pioniere" der ersten Einführungsklasse, Yesim und Maximilian, die heuer ihr heiß ersehntes Abi schaffen wollen.
Aber gibt es das gleiche Angebot nicht auch an der FOS? Nicht ganz! "An der FOS muss man sich gleich auf einen Zweig festlegen", erzählen die Tettauerin und der Haiger. Sie ergänzen: "Außerdem wären wir da jeden Tag viel länger unterwegs."
Große Umstellung
Yesim machte ihren mittleren Abschluss mit einem Notenschnitt von 2,0. Zunächst dachte sie daraufhin tatsächlich eher an den Besuch der FOS. Sie verhehlt auch nicht, dass das Gymnasium eine große Umstellung im Vergleich zum M-Zug bedeute. "An der Volksschule musste man auswendig lernen, am Gymnasium das Erlernte anwenden. Und man muss sich auf jede Stunde gut vorbereiten", weiß Yecim, die Informatik studieren möchte. "Das Abitur gibt es nicht geschenkt. Aber wenn die Motivation und der Wille da sind, ist es zu schaffen", ist sie sicher.
Ähnlich sieht es auch Maximilian, Zweiter Jahrgangsstufensprecher am KZG, der sich an der Schule - wie Yesim - sehr wohl fühlt und das gute Umfeld sowie das Engagement der Lehrer lobt. "Bei jedem Vorstellungsgespräch musste ich erst einmal zehn Minuten lang erklären, was eine Einführungsklasse überhaupt ist. Ich glaube aber nicht, dass die Arbeitgeber das als negativ empfinden - im Gegenteil, viele verbinden diesen Schulweg eher mit Fleiß, Selbstbewusstsein und Durchhaltevermögen", denkt er.
Alle Wege stehen offen
Der 19-Jährige ist sehr gut in Mathe und Physik. Bedenken hatte er wegen Französisch. "Anfangs war das viele Vokabeln lernen gewöhnungsbedürftig. Es ist aber machbar, weil Französisch weitgehend vom Lernfleiß abhängig ist und man nicht unbedingt sprachbegabt sein muss", erklärt Maximilian, der eine Arbeitsstelle mit Dualstudium in Aussicht hat. Dass die FOS leichter ist, glaubt er nicht. Er resümiert: "Durchhänger gibt es bei jedem. Aber meine Entscheidung war richtig. Mir stehen jetzt wirklich alle Wege offen."
Noch nicht festlegen
Genauso sehen es Julia und Annika, die derzeit die Einführungsklasse beziehungsweise die elfte Klasse besuchen. Da auch sie sich noch nicht auf einen bestimmten Zweig festlegen wollten, fiel auch ihre Entscheidung zugunsten des KZG aus.
"Die Einführungsklasse ist ein echtes Erfolgsmodell. Sie macht das Schulsystem durchlässiger und ermöglicht mehr Schülern einen höheren Schulabschluss", freute sich Schulleiterin Renate Leive bei der Info-Veranstaltung. Die Erfolgsaussichten seien nahezu identisch mit denen der Schüler, die gleich nach der vierten Klasse an das Gymnasium übertreten.
Dass das Modell keineswegs nur für Realschüler mit Grundkenntnissen in Französisch geeignet ist, machte nicht nur sie, sondern auch Oberstudienrat Richard Breitenbach, Beratungsfachkraft am KZG und Organisator der Veranstaltung, deutlich. Während sich die Eltern zu einer Gesprächsrunde mit der Schulleiterin sowie den beiden Gymnasiasten Christina Eideloth und Maximilian Löffler in der Mensa zusammenfanden, erhielten die Schüler in mehreren Klassenzimmern fachspezifische Informationen und Tipps. Dabei stellten mehrere Lehrkräfte ihre Fächer vor. Schüler der Einrichtung gaben ebenfalls bereitwillig Auskunft.
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