"Benny ist ein Schmuser"

06.09.2010   Von: Daniel Schuster  inFranken.de

Haustier Die Theisenorter Familie Eckert hat eine argentinische Dogge. Weil der Hund eine Schulterhöhe von rund 65 Zentimetern hat, haben manche Passanten Bedenken. Das Tier hat den Wesenstest jedoch bestanden.


Die siebenjährige Celine Eckert schmust gerne mit Benny. Fotos: privat
Fast vier Jahre alt ist die argentinische Dogge Benny - und ein richtiger Schmuser, wie uns sein Herrchen Michael Eckert versichert. Der liebesbedürftige Hund, der nur zu gerne jedem Besucher zeigt, wie versessen er auf Streicheleinheiten ist, hat nur ein Problem: Laut der bayerischen Rasseliste gehört er zu einer potenziell gefährlichen Rasse.

"Das ist doch ein Kampfhund.", sagen immer wieder Passanten, die ihm beim Gassigehen über den Weg laufen und schauen sein Herrchen schief an, berichtet Eckert. Dass Hunde der Rasse "Dogo Argentino" jedoch keineswegs zum Kampf gezüchtet wurden, sondern für die Jagd, davon wollen sie nichts wissen. Ablehnung und Unverständnis bringen nicht wenige den Haltern sogenannter Listenhunde entgegen. Dabei habe jeder, der ihren Hund Benny einmal näher kennen lernen konnte, eingestehen müssen, dass er völlig harmlos ist.


Wesenstest verpflichtend


Den verpflichtenden Wesenstest hat Benny mit Bravour bestanden, sagt Eckert. So habe sich Benny als Familienhund bewährt. "Ich hätte es niemals zugelassen, so einen Hund im Haus zu halten, wenn er auch nur ein Fünkchen Aggression hätte." Immerhin habe er eine siebenjährige Tochter, Celine. Seine Ehefrau, Yvonne Eckert, geht sogar noch weiter: "Der Benny würde Einbrechern unsere Wertsachen wahrscheinlich sogar noch hinterhertragen", sagt sie halb im Scherz.

Mit der Problematik potenziell aggressiver Hunderassen hat sich Michael Eckert zuvor eingehend beschäftigt, wie er betont. Er habe nach einem charakterstarken Hund gesucht, wie es die argentinischen Doggen sind.

Vor allem aber wollte er keinen Angstbeißer, sagt er, denn die meisten Beißattacken passierten immer dann, wenn sich der Hund bedroht oder verunsichert fühle. Ein charakterstarker Hund wie Benny habe jedoch auch seinen eigenen Kopf und brauche daher eine konsequente Erziehung.


Hundehalter in der Pflicht


Und dies sei der springende Punkt: "Eine Kampfmaschine kann man aus jedem Hund machen, wenn nur der Verkehrte am anderen Ende der Leine steht." Als Hundehalter trage man eine große Verantwortung. Wer seine Kinder nicht richtig erzieht, müsse schließlich auch später mit unangenehmen Konsequenzen rechnen.

Michael Eckert hält es deswegen für sinnvoller, die Hundebesitzer allgemein in den Fokus derartiger Eignungsprüfungen zu rücken, sozusagen in einer Art Führerscheinprüfung für Hundehalter. Die Rasselisten solle man dagegen abschaffen.

Fragwürdig erscheine daran allein schon, dass man sich in den einzelnen Bundesländern keineswegs darüber einig sei, welche Rassen als gefährlich gelten sollten.

Während die argentinische Dogge laut Eckert in Bayern nicht einmal gezüchtet werden dürfe, sei sie in vielen Bundesländern gar kein Listenhund. Außerdem würden manche Rassen wie etwa der Schäferhund, die statistisch für überdurchschnittlich viele Beißunfälle verantwortlich sind, in der Liste nicht berücksichtigt.

Michael Eckert und seine Familie verstehen schon, dass viele Leute vor einem solch großen Hund wie Benny Angst hätten, aber ihn einfach als gefährlich abzuurteilen halten sie für falsch. Die Kampfhund-Problematik sei von der einseitigen Berichterstattung in den Medien übermäßig hochgespielt worden.


Bild in den Köpfen


"Es hat sich ein Bild in den Köpfen der Leute festgesetzt, das nicht der Realität entspricht", bedauert Michael Eckert. Er lädt besagte Zweifler daher gerne dazu ein, sich durch die Bekanntschaft mit Benny eines Besseren belehren zu lassen.





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