Hans Michelbach siegt mit leichten Verlusten

27.09.2009   Ort: Importartikel  Von: Alexander Müller  inFranken.de

Analyse Zwischen 1,11 und 6,76 Prozent verliert der CSU-Bundestagsabgeordnete Hans Michelbach im Landkreis Kronach. In Wallenfels gewinnt er sogar leicht hinzu.


Die CSU ist deutliche Siegerin im Landkreis, die SPD kommt auf Rang 2, dicht gefolgt von FDP und Linker.
CSU-Bundestagsabgeordneter Hans Michelbach konnte im Prinzip seinen Stimmenanteil im Vergleich zur Bundestagswahl von vier Jahren halten. Zwar verlor er in 17 von 18 Wahlbezirken – doch im Landkreis insgesamt musste er nur mit einem Minus von 3,78 Prozent zurecht kommen.
Ganz anders sein stärkster Kontrahent Carl-Christian Dressel (SPD). Er verlor auf Landkreis-Ebene 6,89 Prozent im Vergleich zu 2005. Seinen niedrigster Verlust mit 2,29 Prozent verzeichnete er in Schneckenlohe, am deutlichsten büßte er Stimmen in Nordhalben mit 10,50 Prozent ein.
Minus 11,83 Prozent
Allerdings verlor seine Partei – wie bayern- und bundesweit – noch deutlicher. Im Landkreis machte das satte 8,45 Prozent aus. In fünf Gemeinden im Landkreis büßte die SPD sogar Stimmen im zweistelligen Bereich ein: Küps (-11,83 Prozent), Marktrodach (-11,60), Nordhalben (- 11,54), Teuschnitz (- 10,43) und Weißenbrunn (- 11,28 Prozent).
Mit 57,18 prozent in Tettau hatte Dressel 2005 sein bestes Resultat erzielt, sein schlechtestes waren die 19,12 Prozent in Wilhelmsthal.
Hans Michelbach hatte vor vier Jahren mit 69,05 Prozent der Stimmen in Steinwiesen sein bestes Ergebnis bekommen, sein schlechtestes fuhr er damals mit 33,79 Prozent in Tettau ein.
Glimpflicher davongekommen
Die CSU kam hier sehr viel glimpflicher davon und verbuchte in Ludwigsstadt (0,11 Prozent), Marktrodach (1,76) und Wallenfels (1,95) sogar leichte Zuwächse. Den deutlichsten Rückgang mussten die Christ-Sozialen in Tschirn hinnehmen, wo sie 7,93 Prozent im Vergleich zu 2005 einbüßte.
FDP auf Platz 3
Klar auf Platz 3 unter den Parteien ist im Landkreis Kronach die FDP mit 10,86 Prozent der Stimmen (7,34 Prozent waren es 2005). Ihr Kandidat Dr. Ulrich Herbert (6,94 Prozent) setzte sich allerdings nur sehr knapp gegen Uwe Hiksch (6,52 Prozent) von den Linken durch.
Anteile mehr als verdoppelt
2005 hatte die FDP-Kandidatin Jäger 3,12 Prozent der Stimmen geholt, der Linken-Bewerber Bansemir 2,73 Prozent. Damit hat Hiksch die Anteile mehr als verdoppelt. Hiksch, der von 1998 bis 2002 schon einmal im Bundestag saß, fuhr ein sehr respektables Ergebnis ein, was wohl auf seinen im Landkreis gegebenen hohen Bekanntheitsgrad zurückzuführen ist. 4,08 Prozent in Tschirn war sein schlechtestes, 12,42 Prozent in Nordhalben sein bestes Ergebnis.
Die Linke selbst hat Ergebnis zwischen 4,13 (Steinbach am Wald) und 12,16 (Nordhalben) eingefahren. 2005 hatte der Bewerber der Linken noch das beste Ergebnis in Nordhalben mit 4,91 Prozent gehabt.
FDP-Bewerber Ulrich Herbert musste nur in Tschirn mit einem schlechten Ergebnis (1,70 Prozent) leben, in den meisten Gemeinden kam er auf rund sieben Prozent. Seine Vorgängerin kam 2005 nur in Ludwigsstadt und Weißenbrunn auf rund vier Prozent – was damals die Top-Resultate waren.
Herberts Partei schnitt diesmal allerdings noch deutlich besser ab als er selbst und kam in elf der 18 Gemeinden auf ein zweistelliges Ergebnis.
Grüne auf Rang 5
Klar mit dem fünften Platz mussten sich die Grünen im Landkreis zufrieden geben. Wolfgang Weiß kam insgesamt auf 5,38 Prozent der Stimmen und verbesserte sich damit klar, vor vier Jahren waren es noch 3,16 Prozent der Stimmen gewesen, die er auf sich vereinigte.
In Tschirn schlechtestes Resultat
Sein schlechtestes Resultat fuhr er in Tschirn (2,38 Prozent) ein, das beste in Mitwitz (8,53 Prozent). Die Grünen selbst waren in der Regel besser als ihr Kandidat – 9,09 Prozent in Mitwitz war das beste Resultat für sie, 1,35 in Tschirn das schlechtestes.
Vor vier Jahren waren es nur 5,83 Prozent (in Mitwitz) gewesen, die für die Grünen herausragend waren – schlechtestes Ergebnis waren damals 1,43 Prozent in Reichenbach.
Keine Rolle spielten im Landkreis Kronach die kleineren Parteien. Stärkste Splitterpartei im Landkreis wurde die NPD, die 2,80 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte. Dicht dahinter platzierte sich schon die neue Piratenpartei mit 1,73 Prozent.
Die Ödp, obwohl sie mit Tanja Pfisterer eine Direktkandidatin hatte, erreichte nur 0,79 Prozent der Stimmen. Insgesamt 83 Stimmen (0,20 Prozent) vereinigte Markus Häßler (Willi-Weise-Projekt) auf sich.
Insgesamt gab es im Landkreis Kronach 58 456 stimmberechtigte Bürger. 41 725 Menschen gingen gestern dann tatsächlich zur Wahl. Das entspricht einer Beteiligung von 71,38 Prozent. In allen Gemeinden ging die Wahlbeteiligung zurück. Die extremsten Ausschläge verzeichneten Teuschnitz (79,65 Prozent) und Tschirn (57,69 Prozent).
Erststimmen – also für einen der acht Kandidaten – wurden im Landkreis 40.932 abgegeben, 793 waren ungültig. Zweitstimmen – für die Parteien – wurden 41 183 abgegeben – 542 waren ungütlig.


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