Mehrzweckwaffe für die Narrenhochburg
07.02.2012
Ort: Förtschendorf Von: Veronika Schadeck ![]()
Fasching In Förtschendorf finden am 10. und 11. Februar zwei Büttenabende im Schützenhaus statt. Die Vorbereitungen vor und hinter den Kulissen laufen auf Hochtouren.
Gespannt folgen die Frauen bei den Proben ihren Bewegungen. Dann sind ihre "Schülerinnen" an der Reihe. Mit akribischen Blicken und mit höchster Konzentration achtet Elisabeth Eibl darauf, dass Bauch, Beine, Becken, Arme, Hände und Kopf sich tänzerisch im Einklang befinden, dass der Schleier die Figur umschmeichelt.
"In diesem Jahr habe ich es leichter, denn ich muss keine Kostüme nähen", scherzt die 51-Jährige. Es gibt trotzdem noch einiges bis zur Generalprobe zu bewältigen.
Närrisches Multitasking
Elisabeth Eibl weiß, wovon sie spricht. Denn abgesehen davon, dass sie mit fünf Frauen einen Bauchtanz einstudiert und seit Anfang September mindestens einmal pro Woche dafür trainiert, tritt sie auch als Rednerin in die Bütt. Des Weiteren wird sie zusammen mit ihren Sohn Heiko den Sketch "Der Arztbesuch" aufführen.
Den genauen Inhalt konnte sie beim Interview noch nicht sagen. "Ich mache das spontan", erklärt sie. In der Regel steht der Inhalt ein bis zwei Wochen vor dem Büttenabend. "Aber ich muss gut drauf sein, sonst wird daraus nichts." Sie setzt sich dann in aller Ruhe an ihren Laptop, versucht sich an das Geschehen im vergangenen Jahr in Förtschendorf zu erinnern, schließt ab und zu die Augen und beginnt, ihre Gedanken und Erinnerungen einzutippen.
Danach wird das Stück verfeinert und in einen Dialog gefasst. "Bisher hat es immer geklappt, also gehe ich davon aus, dass meine Rede auch 2012 beim Publikum ankommt". Wie viele Stunden sie in den Förtschendorfer Fasching investiert, weiß sie nicht. In diesem Jahr sind es weniger, da sie die kleine Garde nicht unterrichtet und auch keine Bauchtanzkostüme nähen muss.
In der Vergangenheit kam es manchmal vor, dass sie wegen Bauch- und Gardetanz stundenlang bis weit in die Nacht an der Nähmaschine saß, um für ihre Mädels und Kinder das passende Outfit zu nähen. "Die Anregungen holte ich mir in Zeitschriften!" Rund acht Stunden benötigte sie für das Nähen eines Kostüms.
Schon lang mit dem Faschingsvirus infiziert
Elisabeth Eibl hatte schon immer einen Sinn für Fasching. Aktiv wurde sie allerdings erst ab dem Jahr 2002, nachdem sie den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt hatte und somit auch der Schichtdienst im Krankenhaus wegfiel. Außerdem waren ihre Kinder aus dem Gröbsten heraus.
Noch heute erinnert sie sich gerne an ihre erste Büttenrede. Ihr Mann Peter hatte mit Fasching nichts am Hut und war ziemlich entsetzt, als er ihr "erstes Thema" in der Bütt wurde.Für sie ist Fasching zwar eine etwas verrückte Zeit, aber diese möchte sie nicht missen. "Das Leben ist manchmal ernst genug!" Schon bei den Probeabenden geht es lustig zu. Zudem entstehen tolle Freundschaften mit Gleichgesinnten, auch über die Förtschendorfer Grenzen hinaus.
Die Förtschendorfer Gesellschaft ist mittlerweile ein fest zusammengeschweißtes Team, das zwar nicht immer einer Meinung ist, aber wenn es um die Verwirklichung des gemeinsamen Ziels geht, nämlich ihre Gemeinde zu einer weiteren Faschingshochburg im Frankenwald zu entwickeln, gemeinsam an einem Strang zieht.
Auch in diesem Jahr dürfen sich die Faschingsnarren in Förtschendorf unter der Regie des Präsidenten Matthias Barnickel auf ein lustiges und abwechslungsreiches Programm freuen.
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