Die Youngsters rocken wieder
03.02.2012
Ort: Kronach ![]()
Bandserie (4) "The Doods" haben vor zwei Jahren bei "Die Festung rockt" in Kronach gespielt. Das möchten sie auch 2012 tun. Am Samstag wollen sie beim Contest für das Festival durchstarten.

"Sagen wir mal so: Wir wissen, was wir können, und müssen uns nicht verstecken." Schlagzeuger Jannes Partheymüller sagt das ohne Arroganz in der Stimme. Er stellt es einfach fest. Dass sie was können, haben sie beim Bandcontest vor zwei Jahren gezeigt. Dort sind sie unter die besten Drei gekommen und durften bei "Die Festung rockt" spielen. Klar, dass sie auch heuer wieder auf die Festivalbühne wollen.
Am Samstagabend werden sie sich dem Publikum stellen. Das wird entscheiden, ob es die drei Jungs auf dem "Die Festung rockt"-Open-Air sehen will. Was Yannik Mayer (Bass, Backgroundgesang), Jannes Partheymüller (Schlagzeug, Backgroundgesang) und Patrick Schröter beim Contest zugute kommen könnte, ist ihre Erfahrung.
"Wahrscheinlich sind wir wieder die Jüngsten. Aber wir spielen von Anfang an in der gleichen Besetzung und sind aufeinander abgestimmt", sagt Leadsänger und Gitarrist Patrick. Das ist nicht selbstverständlich. Bei vielen Bands hat die Besetzung bereits mehr als einmal gewechselt.
Die Jungs von "The Doods" kennen sich viel länger als nur die vier Jahre seit Bestehen ihrer Band: Seit der Grundschule sind sie gemeinsam unterwegs und gehen auch jetzt noch in die gleiche Klasse - die Q12 am Gymnasium. "Ach ja", sagt Yannik und lacht, "wir spielen auch noch zusammen Fußball."
Aus Schulband entstanden
Seit 2008 gibt es ihre Band und seitdem spielen sie zu dritt. Überlegungen, die Gruppe zu erweitern, gab es nicht. "Das passt perfekt so, es ist harmonisch", sagt Sänger Patrick. "Außerdem ist es schwer genug, für nur drei Leute einen Probetermin zu finden, an dem alle können."
Wenn sie proben, wird schnell klar, was Yannik mit Harmonie gemeint hat. Die Jungs legen los, gehen ab an ihren Instrumenten. Abstimmung? Die braucht es nicht mehr, es funktioniert einfach. Im Proberaum über der Garage dröhnt melodischer Pop-Punk aus den Boxen - selbst gemacht, nicht gecovert. Das war nicht immer so.
Als die drei Jungs aus Redwitz, Mannsgereuth und Marktgraitz mit der Musik angefangen haben, hatten sie weder einen eigenen Namen noch eigene Musik. "Wir waren erst eine Schulband", erklärt Patrick. "Aber irgendwann hatten wir da keinen Bock mehr drauf und haben was Eigenes entwickelt."
Das Eigene orientiert sich an musikalischen Vorbildern wie "The Ramones", "Blink 182" oder "New Found Glory". Auf der Suche nach einem passenden Namen für die eigene Band spielte die Freundschaft der drei eine Rolle. Weil sich Yannik, Jannes und Patrick schon seit der Grundschule kennen und enge Kumpels sind, wurden sie zu "The Doods". "Der Name ist abgeleitet vom englischen ,Dudes‘ für ,Kumpels‘. Weil es aber schon Bands mit diesem Namen gibt, haben wir einfach ,Doods‘ draus gemacht."
Studium als Chance
In ihren Texten spielt das Thema Freundschaft ebenfalls eine Rolle. Sie singen aber auch über Politik, Unterdrückung, Mobbing - und Frauen. "Es geht nicht nur darum, was wir selber erleben. Wir versuchen auch, uns in andere hineinzuversetzen", erläutert Leadsänger Patrick. Er schreibt die Texte gleich in der Sprache, in der "The Doods" singen - auf englisch.
Bald steht für die Zwölftklässler die Frage an, wie es in Zukunft mit der Band weitergeht. Sie wissen noch nicht, wohin es sie nach dem Abitur zum Studieren verschlagen wird. Drummer Jannes überlegt, erst einmal ein Freiwilliges Soziales Jahr zu machen.
"Wir sehen das Studium auch als Chance für unsere Band", sagt Bassist Yannik. "Vielleicht können wir in anderen Städten öfter auftreten, auf größeren Veranstaltungen." Dann sagt er das, was vielen Bands in der Region auf der Seele liegt: "Es gibt hier zu wenig Publikum für Livebands. Die Leute rennen nur noch in die Disco." Patrick fügt hinzu: "Es ist schwer, in Kneipen Auftrittsmöglichkeiten zu kriegen. Vor ein paar Jahren war das noch nicht so."
Ein größerer Auftritt steht auf jeden Fall fest: Der Contest zu "Die Festung rockt" am Samstagabend ab 19.40 Uhr im "Struwwelpeter" in Kronach. Und wenn sich die drei Youngsters - wie schon vor zwei Jahren - durchsetzen, können sie auch noch die Festung rocken (19. Mai).
Eine Hörprobe von The Doods: What it's like
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