Hardware hui, Leitung pfui
21.03.2011
Ort: Landkreis KT Von: Sabine Paulus ![]()
Breitbandversorgung Im südlichen Landkreis warten die Menschen auf das schnelle DSL. Vor dem Ausbau muss erst die Streitfrage Glasfaserkabel oder Richtfunk geklärt werden.

Und genau hier steckt sein Problem. Hüttenheim bietet bislang nur DSL light mit 1000 bis 2000 Kilobytes pro Sekunde Übertragungsrate. Das bedeutet, dass das Versenden großer Datenmengen wie etwa Fotogalerien tagelang dauern kann. Ein Foto ist meist acht bis zehn Megabytes groß. Bei mehreren Bildern schwillt die Datenmenge schnell auf 100 Gigabytes an. Die Leistung der Verbindung wird überstrapaziert. "Ich habe drei Tage lang gewartet, bis die Übertragung abgeschlossen war", erinnert sich Wieslaw Prorok an so einen Fall. Außerdem haben Bilder gefehlt und sind nicht angekommen und der Vorgang wurde mehrere Male wegen Zeitüberschreitung abgebrochen.
Inzwischen habe er ein bisschen getrickst, verrät er grinsend. Prorok hat sich an das UMTS-Nachfolgenetz LTE angeschlossen, obwohl er das Funkangebot wegen der Lage Hüttenheims in einer Senke eigentlich gar nicht nutzen könnte. Bei LTE erfolgt die Datenübertragung über ein Mobilfunknetz. Handy-Internet heißt dies im Volksmund. Seit ein britischer Mobilfunkanbieter vor Kurzem seine Richtfunkantenne an der Bahnlinie bei Mainbernheim aufgerüstet hat, können auf schnelles DSL angewiesene Unternehmer und Privatleute dieses Funkangebot nutzen und rascher arbeiten.
Es ist ein sonniger Vormittag, Prorok testet die Verbindung. Während DSL ihm gerade mal 448 Kilobytes pro Sekunde bietet, kann das Funknetz 4600 Kilobytes pro Sekunde transferieren. Wäre der Himmel bedeckt, stünden Prorok keine 4600 Kilobytes zur Verfügung. LTE hängt vom Wetter ab, der Fotograf lebt aber ganz gut mit diesen wenigen Einschränkungen. So kann er abwarten, bis sich in Hüttenheim endlich etwas in Sachen Breitbandversorgung tut.
Darum kämpft die Bürgermeisterin Ingrid Reifenscheid-Eckert (FW). Die Stadt Iphofen mit Bürgermeister Josef Mend (FW) ist in gleicher Weise von der Situation betroffen. Willanzheim und Iphofen sollen nach dem Willen der Regierung von Unterfranken die Breitbandversorgung mittels Richtfunk statt per Glasfaserkabel ausbauen lassen, weil dies 50 000 Euro günstiger ist. Die beiden Kommunen möchten aber das Glasfaserkabel. Denn das Richtfunkangebot wird nach Ansicht der beiden Bürgermeister für die Nutzer teurer als das Kabel. Die Regierung von Unterfranken, die für die Verteilung der Zuschüsse zuständig ist, favorisiert aber die Funklösung, da sie technisch gleichwertig sei und einen günstigeren Deckungsbeitrag für die Kommune ausweise.
Am Freitag fahren Reifenscheid-Eckert, Mend, Mitarbeiter der Verwaltung und Vertreter der Regierung nach München zum Runden Tisch im Wirtschaftsministerium. Dort soll der Kampf um das Glasfaserkabel fortgesetzt werden.
Weitere Artikel zum Thema suchen
Kommentare
Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Kommentieren
| Benutzername |
Passwort |
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben, klicken Sie bitte hier.
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.
Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!
| gewünschter Benutzername: * | ||||
| gewünschtes Passwort: * | ||||
| Wiederholung Passwort: * | ||||
| E-Mail: * | ||||
| Kundennummer: | ||||
| Anrede: |
|
|||
| Vorname: | ||||
| Nachname: | ||||
| Zusatz (z.B. Firma): | ||||
| Straße/Hausnr.: | ||||
| PLZ/Ort: * | ||||
| Ich bin mit den AGB einverstanden.: * | ||||






close























(1)







