Festhalten - Der VdK kommt
25.09.2011
Ort: Kitzingen Von: Ralf Dieter ![]()
Wohlfahrt Der Kitzinger VdK-Ortsverband ist der mitgliederstärkste in Unterfranken. Sein Vorsitzender Hartmut Stiller will sich verstärkt in sozialpolitische Themen einmischen.

Ein sichtbarer Erfolg der Arbeit: Den Bau dieser Rampe zum Dekanatszentrum hat der VdK nicht nur angeschoben, sondern auch mitfinanziert. Barrierefreiheit ist eines der Themen, um die sich Vorsitzender Hartmut Stiller auch in der Zukunft kümmern will. Foto: Dieternicht
Behindertenbeauftragter des Landkreises, Berater für Seniorenfragen und Stadtrat in der CSU-Fraktion. Hartmut Stiller ist an vielen Ecken aktiv. Zum VdK kam er bereits vor 30 Jahren, weshalb der Vorsitzende an diesem Samstag im Glashaus Café Harmonie nicht nur treue Weggefährten ehrte, sondern selbst zu den Geehrten zählte. Seit neun Jahren führt Stiller den größten Ortsverband in Unterfranken mit seinen aktuell 2750 Mitgliedern. "Rund 13 Prozent der Kitzinger Bevölkerung gehören unserem Verband an", sagt er. "Und das Schöne ist: Der VdK wächst und wächst." Kein Wunder, dass der Sozialverband selbstbewusst seine Arbeit verrichten kann. In Bayern hat er mehr Mitglieder als alle politischen Parteien zusammen.
Soziales ist seine Sache
"Wir sind Lobbyist für den sozialpolitischen Bereich." Mit diesen Worten definiert Stiller die Funktion des Verbandes. Und diese Definition ist ihm ganz wichtig: Reisen und gesellige Veranstaltungen, für die der VdK ebenfalls steht, sind für ihn nur ein Nebenaspekt der Arbeit. Stiller will sich einmischen bei Themen wie der Rente, der Pflege oder der Barrierefreiheit. Dabei ist er selbst eher aus geselligen Gründen dem Verband beigetreten.
Ehemaliger Finanzbeamter
Gustav Patz und Roswitha Kramer haben ihn vor mehr als 30 Jahren zu den Treffen in der Altdeutschen Weinstube mitgenommen, dort wo 1947 der Ortsverband mit 168 Mitgliedern gegründet worden ist. Die Gespräche rund um sozialpolitische Themen waren genau seine Sache.
Der ehemalige Finanzbeamte Stiller hatte schnell gemerkt, dass er mit seinem Berufsleben etwas anderes anfangen will und Sozialpädagogik studiert. Im Landratsamt Kitzingen fand er eine Anstellung als Jugendpfleger. Verknüpfungen zum VdK gab es schon damals. Heute ist Stiller in der Fachstelle für bürgeschaftliches Engagement und Seniorenfragen angestellt, seit 16 Jahren ist er Behindertenbeauftragter des Landkreises. Seine Arbeit für den VdK erscheint da als logische Folge.
Von 20 bis 90 Jahre reicht das Alter der Vdk-Mitglieder. Das Durchschnittsalter liegt bei 60 Jahren. "Die meisten kommen so ab 40 Jahren zu uns", erzählt der Vorsitzende. Die Gründe ähneln sich: Berufsunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeitsrente, Erwerbsminderung. Die Menschen sind mit den Bescheiden aus den Behörden nicht zufrieden und suchen einen verlässlichen Partner. Für fünf Euro im Monat werden sie beim VdK fündig. "Als Verbandsmitglied hat man Anrecht auf sozialrechtliche Beratung und eine sozialgerichtliche Vertretung", erklärt Stiller. Die wird von den hauptamtlichen Kräften in der Geschäftsstelle in Kitzingen zur Verfügung gestellt.
Vernetzung ist das Ziel
Die ehrenamtlichen Mitglieder drehen aber keineswegs Däumchen: 485 Mitgliedern haben sie im abgelaufenen Jahr zum Geburtstag gratuliert, vor Weihnachten die Mitglieder in Alten- und Pflegeheimen besucht und rund 40 Veranstaltungen wie Sozialforen oder Diskussionsrunden organisiert. Für das kommende Jahr will sich Stiller unter anderem auf das Thema Ehrenamt im VdK konzentrieren. Bei fast 9000 Mitgliedern im Kreisverband schwebt ihm eine engere Vernetzung vor. "Wenn ein Mitglied aus Geiselwind in die Klinik nach Kitzingen muss, dann sollten wir einen Weg finden", nennt er ein Beispiel.
Langeweile wird sicher auch im nächsten Jahr nicht aufkommen, bei Hartmut Stiller und seinen Mitstreitern vom VdK Ortsverband in Kitzingen. Er will die Kontakte zu Ärzten und der Deutschen Bahn intensivieren, um Themen wie die medizinische Versorgung auf dem Land und die Barrierefreiheit auf Bahnhöfen zu vertiefen.
Beliebter Ansprechpartner
Ein weiterer Anstieg der Mitgliederzahlen würde den Vorsitzenden nicht überraschen. "Bei den sozialpolitischen Entscheidungen der Bundespolitik zieht es die Menschen zu uns", sagt er.
Die Bedeutung des VdK für Senioren ist aus einer entsprechenden Befragung im Auftrag des Landkreises leicht ablesbar. Als potenziellen Ansprechpartner bei Sorgen und Nöten steht der Hausarzt an erster Stelle, der VdK liegt mit 24 Prozent an vierter Stelle - weit vor den Pfarrern mit sieben Prozent. Die Mitglieder fühlen sich beim Sozialverband und seinem Vorsitzenden ganz offensichtlich gut aufgehoben. Erste Sahne eben.
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