Sprengstoff als Hochzeitsgeschenk
15.06.2011
Ort: Hofheim ![]()
Scherz Ein 33-jähriger Mann hatte sich einen besonderen Hochzeitsgag ausgedacht. Das ging völlig daneben. Der Mann bekommt jetzt ein Strafverfahren an den Hals, wie das Polizeipräsidium in einer Mitteilung vom Mittwoch bestätigte. Der 33-Jährige hatte Sprengstoff verschenkt.
In einem Hofheimer Stadtteil hatte sich am ersten Juni-Samstag ein Hochzeitspaar das Jawort gegeben. Zahlreiche Gäste hatten sich zu dem freudigen Ereignis eingefunden, schilderte die Polizei. Unter den Geschenken, die für das Brautpaar eingetroffen waren, befand sich ein Päckchen ohne Karte und Anschreiben, bei dem zunächst nicht klar war, wer dieses "Geschenk" mitgebracht hatte. Die Braut war der Meinung, sie habe Salami-Würste geschenkt bekommen, und hatte das Päckchen auf einem Schrank abgelegt. Am vergangenen Donnerstag wurde die "Wurst" ausgepackt.
Als das frisch vermählte Paar das Packpapier entfernt hatte, kam eine polnische Aufschrift ans Tageslicht. Da dem Ehemann "die Sache nicht geheuer war", so die Polizei, und sich der Inhalt des Päckchens als zwei Stangen mutmaßlichen Sprengstoffs entpuppte, schalteten die Beschenkten die Polizei ein. Beamte der Haßfurter Polizei kamen mit ihren Kollegen der Kriminalpolizei Schweinfurt an den Ort des Geschehens. Auch ein Sprengstoffhund war mit von der Partie. Als der Vierbeiner anschlug, war der Polizei "klar, dass das Päckchen tatsächlich Sprengstoff beinhalten musste".
Daraufhin wurden die Spezialisten des Bayerischen Landeskriminalamtes hinzugezogen. Erst nach ihrer eingehenden Untersuchung konnte Entwarnung gegeben werden. Wie sich herausstellte, handelte es sich um gewerblichen Industriesprengstoff, der zum Beispiel in Steinbrüchen und im Bergbau verwendet wird. Eine konkrete Gefahr bestand den Polizeiangaben zufolge durch den Stoff nicht, weil ein spezieller Zünder erforderlich gewesen wäre, um eine Explosion herbeizuführen.
Anfangs gab es keinerlei Hinweise, von wem das sonderbare Hochzeitsgeschenk stammen könnte. Das Rätsel wurde gelöst, als sich am vergangenen Wochenende der Mann bei dem Bräutigam meldete, der die Idee mit dem ungewöhnlichen Präsent hatte. Wie der 33-Jährige erklärte, war er der Meinung, dass der beschenkte Ehemann mittlerweile im Besitz eines Sprengscheins sei. Deshalb habe er sich dieses spezielle Hochzeitsgeschenk als Gag ausgedacht, erklärte der 33-Jährige.
Den Sprengstoff will der Mann nach einer Sprengung in einer Baustelle gefunden haben, auf der er beschäftigt ist. Obwohl zu keiner Zeit für irgendjemanden eine Gefahr bestand, hat die Polizei gegen den 33-Jährigen ein Ermittlungsverfahren wegen eines Verstoßes nach dem Sprengstoffgesetz und wegen Verdachts des Diebstahls eingeleitet.
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Kommentare
So viel geballte Blödheit
sollte ihn auch noch den Job kosten. Selbst dann, wenn er den Sprengstoff tatsächlich gefunden haben sollte.
Als Chef könnte ich so einem Arbeiter nicht mehr vertrauen.
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