Als die Windhose alles kurz und klein schlug

21.05.2011   Ort: Königsberg  Von: Gerold Snater  Fränkischer Tag

Jahrestag Am Freitag waren es genau fünf Jahre, dass über Königsberg großes Ungemach hereingebrochen ist. Am 20. Mai 2006 zog am späten Samstagnachmittag eine Windhose durch das Stadtgebiet. Dabei wurde der historische Regiomontanus, eine Statue auf dem Marktplatzbrunnen, zerstört.


Ein Wirbelsturm stieß vor fünf Jahren, am 20. Mai 2006, das Standbild des Regiomontanus von seinem Sockel auf dem Marktbrunnen in Königsberg. Ein Ast hatte die Statue getroffen, so dass sie herabfiel. Foto: sn
Innerhalb weniger Minuten hinterließ sie vor allem im Stadtteil Holzhausen, wo viele Dächer abgedeckt und Fahrzeuge durch herabstürzende Ziegeln und Äste beschädigt wurden, eine Spur der Verwüstung. In der Flur rund um Königsberg wurden etliche Bäume von den Windböen umgerissen.
Schwere Schäden richtete der Sturm zudem in der Stadt Königsberg an. Gebäude, darunter die Volksschule, wurden zum Teil abgedeckt. Bäume stürzten um und Äste brachen ab.
Besonders traf es den Königsberger Marktplatz, wo ein großer Ast eines der Kastanienbäume, die damals noch um den Marktbrunnen standen, abbrach und die 1871 eingeweihte Statue des Mathematikers Regiomontanus von seinem Sockel in der Brunnenmitte stieß. Das seinerzeit vom Haßfurter Bildhauer Johann Mayer erschaffene Standbild fiel in den leeren Brunnengrund und zerbrach in rund 70 Teile.
"Der Regiomontanus is vo sei'm Sockel gebollert", wurde in ersten Reaktionen die Nachricht von dem Unheil durch die Stadt getragen - große Sorge herrschte um das Wahrzeichen der Königsberger.

Glück im Unglück


Doch das Unglück entpuppte sich als Anstoß für eine gelungene Neugestaltung des Marktplatzes. So wurden 2007 der Brunnen und sein Umfeld neu gestaltet, das historische Gitter restauriert und die Statue des Regiomontanus nach einer fachgerechten und sorgsamen Restaurierung durch den Königsberger Bildhauer Petro Schiller wieder auf seinem Platz angebracht. Diesmal aber bedeutend sicherer, so dass der berühmte Gelehrte aus Stein nicht wieder so schnell in die Tiefe des Brunnens gestoßen werden kann.
Regiomontanus, richtig hieß er Johannes Müller, war Mathematiker und Astronom (1436 bis 1476). Seine Berechnungen nutzte beispielsweise der berühmte Seefahrer Kolumbus.



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