Zwei Gnadenbilder in der Ritterkapelle

09.09.2010     inFranken.de

Prozession  In der Ritterkapelle in Haßfurt werden ab sofort zwei Gnadenbilder stehen. Die Hölzerne Pieta aus dem Jahr 1600 und die Steinerne aus dem beginnenden 15. Jahrhundert können besichtigt werden. Am Mittwoch wurde die hölzerne Pieta in die Kapelle übertragen.

Zum ersten Mal nach der vierjährigen Renovierung der Ritterkapelle erschallten am Mittwochabend wieder Gesänge und Gebete in der vollbesetzten Marienwallfahrtskirche. Denn nach einem feierlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Kilian wurde das Gnadenbild, die hölzerne Pieta, in die Kapelle übertragen.
Am Hochfest Mariä Geburt, dem Patrozinium der Ritterkapelle, feierte Stadtpfarrer Stephan Eschenbacher mit Pfarrer Joachim Bayer, Pfarrer Alkuin Mahr, Diakon Manfred Griebel und Gemeindereferent Markus Fastenmeier zunächst eine Eucharistiefeier in der Pfarrkirche. Mehrere hundert Gläubige, darunter eine Gruppe aus Wülflingen, die traditionell nach Haßfurt gewallt war, und die Fahnenabordnungen der kirchlichen Verbände, brachten dabei die Gemeinschaft in der Pfarreiengemeinschaft St. Kilian zum Ausdruck. Pfarrer Eschenbacher erklärte, dass man die Pieta in einer Lichterprozession in die Ritterkapelle übertragen werde. "Viele von Ihnen werden die Wallfahrtskirche zum ersten Mal im neuen und ungewohnten Glanz sehen", sagte er. "Doch dadurch, dass wir mit einer liturgischen Feier beginnen und in einer Prozession zur Ritterkapelle ziehen, wird deutlich, dass die Kirche in erster Linie ein Gebetsraum und ein Raum für die Feier der Liturgie ist."


Zwei Darstellungen der Pieta


In der Ritterkapelle, so Eschenbacher in der Predigt, stünden nun zwei Gnadenbilder, zwei Darstellungen der Pieta. Die Hölzerne aus dem Jahr 1600 und die Steinerne aus dem beginnenden 15. Jahrhundert. Gerade das steinerne Bildnis sei ein wichtiges Andachtsbild für die Menschen vor Ort und die Auswärtigen. Wahrscheinlich auch deshalb, weil sich drin so viel widerspiegele, was Menschen heute an Hoffnung, Glauben, Träumen, Sehnsüchten, Ängsten, Verzweiflung und Trauer mit sich trügen. "In dem Bild der Pieta bündelt sich das Leben Mariens. Sie hat Jesus, Gottes Sohn, im Schoß getragen. Am Anfang und am - vorläufigen - Ende seines Lebens", so der Pfarrer. "In dem Bild bündelt sich aber auch unser Leben mit all seinen Facetten. Mit den schönen und lichten Momenten genauso wie mit den dunklen und schwierigen Stunden." Maria habe immer auf Gott vertraut und sich seinem Licht anvertraut, bis unter das Kreuz. Wer in die Ritterkapelle komme, werde in der Pieta so manches Unverständliche und auch Leidvolle seines eigenen Lebens entdecken. Wer dort aber ein Licht entzünde, werde auch spüren können, dass hinter all dem Leid Gottes Gegenwart aufscheine. Und zwar buchstäblich. Denn der Tabernakel, in dem die Eucharistie aufbewahrt werde, befinde sich dann im Rücken des Gläubigen. "Ich wünsche mir, dass auch künftig Menschen Trost im Gnadenbild finden und dass viele Menschen spüren, wie Gott ihnen immer wieder den Rücken stärkt", schloss Eschenbacher seine Ansprache. Er dankte allen, die den Gottesdienst mitgestaltet hatten und erwähnte besonders den Mesner Bernhard Sauer und Thorsten Müller, der das Tragegestell für die Pieta angefertigt hatte. Mit diesem Gestell wurde das Gnadenbild unter dem Tragehimmel zur Ritterkapelle getragen. Die Gläubigen begleiteten die Pieta in einer Lichterprozession mit Gesängen und Gebeten durch die Stadt. In der Ritterkapelle wurde das Gnadenbild dann in die Stelle gestellt, bevor Pfarrer Eschenbacher den Segen Gottes für alle erbat.




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