Radler sind im Landkreis auf Odyssee
03.09.2010
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Strassenbaustellen Die Runderneuerung der Straße zwischen Eltmann und Limbach hat auf dem Maintal-Radweg zu Konfusion geführt. Für einige Radler gab es inzwischen Knöllchen, andere wählen die riskante Cross-Variante.

Hier geht es eigentlich nicht weiter: Edgar Geisel hält die Sperrung des Radwegs zwischen Limbach und Eltmann für übertrieben, und die meisten Radler stimmen zu: Diese Tourenfahrer aus Gerolzhofen nehmen die MTB-Variante durch die Baustelle. Foto: Foto: gf
Gefährliche Baustelle
"Das ist keine Behördenwillkür", sagt Firsching. "Gelegentlich denken sich die Ämter etwas dabei, wenn sie eine Sperrung anordnen und eine Umleitung ausschildern." Die Klagen der Radler über die Umleitung und die Knöllchen versteht der Polizist nicht. "Denken Sie mal anders herum: Es gibt keine Sperrung, und es passiert etwas. Wie groß wäre dann das Geschrei!" Der Radweg im Bereich der Straßenbaustelle liege direkt neben einer vier Meter hohen Böschung an der einen und dem Main an der anderen Seite. Immer wieder fallen Steinbrocken auf den Weg, spült der Regen Geröll aus der Böschung. "Wer da in der Dämmerung vorbei radelt, sieht so ein Hindernis nicht. Das ist wirklich saumäßig gefährlich", sagt Firsching.
"Übertrieben"
Für "übertrieben" hält dagegen Edgar Geisel diese Vorsichtsmaßnahmen, die viele Urlauber in der Radl-Saison zu langen Umwegen oder Irrfahrten (siehe den Artikel unten) zwingen und die Limbacher von Eltmann "abschneiden". Geisel ist bei der Bahn beschäftigt und betreut selbst oft Baustellen. "Ein paar Bretter, ein paar Schaltafeln, dann hätte man den Radweg ruckzuck von der Baustelle abgeschirmt", meint er.Für Manfred Rott, der im Staatlichen Bauamt in Schweinfurt für diese Baustelle zuständig ist, haben dagegen die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer und der reibungslose Ablauf der schwierigen Arbeiten in einem engen Zeitplan höchste Priorität. "Wir müssen die Baustelle bis zum Ende der Sommerferien abschließen. Das wird eine Punktlandung". Die Umwege für die Radfahrer hält er angesichts der kurzen Zeit für "tolerierbar", zumal die Umleitung weiträumig ausgeschildert sei "und außerdem schon x-mal in allen Zeitungen stand".Zeitungen, die die meisten "überregionalen" Radler auf dem beliebten Mainweg aber vielleicht doch nicht gelesen haben. Sie ignorieren vermehrt die Sperrungen und mogeln sich durch die Baustelle.
Ein Erlebnis
"Schreib fei bloß net mein Nama, sonst denkt a jeder, ich bin a Depp". Der Radler, den unsere Zeitung dieser Tage zufällig in Augsfeld traf, hatte beim großen Baustellenroulette im Landkreis sämtliche denkbaren Nieten gezogen.Der sportliche Mittfünfziger aus Oberfranken wollte seine Form testen und an einem Tag mit seinem eigens für die Straße umgerüsteten "Cube"-Mountainbike von Bamberg nach Würzburg radeln. In Eltmann geriet er in die Sackgasse der Straßenbaustelle. "Da war ich wohl zer schnell und hab des Schild net gsehn", meint er. Vorschriftsmäßig machte er kehrt und nahm die Umleitung über Zeil, jetzt in höchster Alarmbereitschaft wegen möglicher Baustellen. In Zeil tappte er prompt in die nächste Umleitungsfalle: Die Sperrung in Richtung Haßfurt wegen des Kreiselbaus, die nur für Autos gilt, bezog er auch auf sein Veloziped, worauf er mehrere Passanten nach einer Alternativsstrecke über Flurwege fragte. "Da hat mir kaner gsacht, dass der Radweg an der Bundesstraße ja doch frei ist", erregte er sich über die Missweisung und den speichenerschütternden Umweg am Bahndamm entlang, der ihn aber nach einigen Flüchen nach Augsfeld brachte.
Rechts oder links?
Hier entschied sich der Radfernfahrer bei den beiden möglichen Routen gen Haßfurt konsequent für die falsche: nicht links weg und durch die Mainaue am Flugplatz und am TV vorbei nach Haßfurt, sondern rechts weg und über Kleinaugsfeld zur Mittagspause in die Kreisstadt. Was normalerweise kein Problem ist, derzeit aber am Mooswäldchen in der Sackgasse der Straßenbaustelle endet; hier wird eine Verbindungsspange zwischen der Augsfelder Straße und der B26 (Obi) gebaut, was künftig den Verkehr besser fließen lässt, akut aber für Ratlosigkeit des ehrgeizigen Radlers aus Oberfranken sorgte. Wohin soll er sich wenden?Der Reporter half dem wackeren Zweiradsportler an dieser Stelle und lotste ihn an der Baustelle vorbei. Ob er an diesem Tag oder überhaupt je in Würzburg ankam, ist nicht bekannt.
Noch eine Baustelle
In Konturen ist er schon erkennbar, der neue Kreisverkehr auf der Bundesstraße 26 zwischen Augsfeld und Zeil. Die Baustelle hier wird allseits beifällig aufgenommen, entschärft sie doch einen der Unfallschwerpunkte im Landkreis.Immer wieder hat es zwischen Fahrzeugen, die flott auf der B26 unterwegs sind, und solchen, die nach langem Warten vom Autobahnzubringer nicht flott genug in die Bundesstraße einbiegen, Zusammenstöße gegeben. Das soll ab Mitte/Ende Oktober der Vergangenheit angehören. Bis dahin, so Manfred Rott vom Staatlichen Bauamt, soll der Kreisel fertig sein. Kostenpunkt: 500 000 Euro.Ehe es tätsächlich rund geht, passiert dies im übertragenen Sinn, denn die Verkehrsführung an der Baustelle wird laut Rott mehrfach geändert: Immer gesperrt bleibt die Zeiler Straße, Derzeit läuft der Verkehr zweispurig am künftigen Kreisel vorbei über den Autobahnzubringer.
Ampelregelung
In der zweiten Pase gibt es eine Ampelregelung; dann kann die Baustelle phasenweise immer nur einspurig passiert werden, wobei sich die Streckenführung über den wachsenden Kreisverkehr wiederholt ändert: Je nach Baufortschritt manövrieren die Autofahrer ihr Gefährt dann durch den Halb- und den Dreiviertelkreisel.Keine Auswirkungen hat die Baustelle für die Radler: Die Radwege an der B26 und am Autobahnzubringer bleiben laut Rott während der gesamten Bauzeit passierbar; provisorische Ausweichstrecken wurden hier jeweils in die Landschaft geschottert.
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