Verwirrter Mann bedroht Autofahrer

31.08.2010   Von: Jochen Bopp  inFranken.de

Unruhe Ein betrunkener und offenbar geistig verwirrter Mann hat für erhebliche Unruhe in der Haßfurter Innenstadt gesorgt.


Die Handschellen klickten bei einem 48-Jährigen in Haßfurt. Symbolbild
Er fuchtelte mit einem Messer herum und bedrohte damit Verkehrsteilnehmer am Oberen Turm. Bei der Festnahme widersetzte er sich den Polizisten.

Von Amokläufen psychisch kranker Menschen hat man schon oft gehört und gelesen. In der Haßfurter Innenstadt gab es am Montagnachmittag eine Ahnung davon.

"Wenn ich mein Seitenfenster nicht zu gehabt hätte, hätte der mich abgestochen", äußerte ein geschockter Zeuge, der seinen Namen nicht sagen wollte.

Ein sichtlich angetrunkener und instabiler Mann, 48 Jahre und aus dem Raum Haßfurt, hatte am Oberen Turm Fahrzeuge angehalten und mit einem Messer an deren Windschutz- und Seitenscheiben herumgefuchtelt.

Zum Glück hatten alle betroffenen Autofahrer die Scheiben geschlossen, konnten weiter fahren und verständigten gegen 15.40 Uhr die Polizeieinsatzzentrale.

Zwei Beamte der nicht weit entfernten Polizeiinspektion Haßfurt rannten daraufhin zum Floriansplatz, wohin sich der Randalierer inzwischen begeben hatte.

Zeugen hatten beobachtet, dass der 48-Jährige nach seinen Attacken am Oberen Turm mit einem Kleinkraftrad vom Lebensmittelmarkt Kupsch über die Hauptstraße zu einem Café an der Ritterkapelle gefahren war. In der nebenan liegenden Bäckerei-Filiale bediente eine Verkäuferin, die namentlich nicht genannt werden möchte, gerade einen Kunden, als der Rollerfahrer vorfuhr. "Der hat mich gerade mit einem Messer bedroht", habe der Kunde gesagt, schilderte sie und konnte es kaum glauben. Denn "der Mann war schon öfter hier herinnen und hat einen Kaffee getrunken."

Der 48-Jährige habe seinen Helm abgenommen und an das Lenkrad gehängt, da seien auch schon die Polizisten von der Hauptstraße herbeigerannt. "Ich geh' jetzt da rein", habe der Mann aber nur den Beamten beschieden und sei ins Eiscafé gestapft.

Die Polizisten konnten jedoch den 48-Jährigen mit Angestellten des Cafés überreden, wieder mit vor die Türe zu kommen, damit in der Enge des kleinen Lokals nicht womöglich ein Unglück passiert. Draußen setzte sich der Mann prompt heftig zur Wehr und wollte die Flucht ergreifen. Die Beamten mussten den schmächtigen Mann überwältigen und ihm Handschellen anlegen. Der Randalierer erlitt dabei leichte Verletzungen, wie die Polizei unserer Zeitung schilderte. Auf der Polizeiinspektion stellten die Ordnungshüter bei der Durchsuchung sage und schreibe insgesamt vier Messer sicher, die der Mann bei sich trug. Weil er mit 1,6 Promille deutlich unter Alkoholeinfluss stand, wurde eine Blutentnahme angeordnet. Anschließend wurde der Beschuldigte aufgrund des Vorfalls in ein Nervenkrankenhaus eingeliefert.


Bislang vernünftig betragen


Im Eiscafé hatte der Mann zum Glück keines seiner Messer gezückt. Inhaber Michael Fischer war selbst nicht anwesend, wurde jedoch sofort von seiner Angestellten informiert und eilte in sein Lokal. "Ich kenne den seit fünf Jahren", sagte er, "und er hätte längst Hausverbot bekommen, wenn er sich nicht anständig oder gar aggressiv aufgeführt hätte."

Aufgefallen ist Fischer allerdings, dass der 48-Jährige in letzter Zeit öfter angetrunken erschienen sei. "Von uns hat er dann keinen Tropfen Alkohol mehr bekommen", erklärte der Café-Besitzer, der hinsichtlich des Wandels im Menschen einen Verdacht hegt: "Bei der Psyche weiß man nie... Das hängt offenbar mit einem neuen Medikament zusammen, auf das der Mann jetzt umgestellt wurde. Bei dem alten, das hat er mir erzählt, war ihm die Zuzahlung zu teuer gewesen."

Die Haßfurter Polizei sucht noch Zeugen oder Geschädigte, die den "Messerfuchtler" am Montagnachmittag in der Innenstadt oder am Oberen Turm beobachtet haben oder möglicherweise von ihm bedroht wurden. Hinweisgeber sollen sich bei der Polizeiinspektion in Haßfurt melden unter der Rufnummer 09521/9270.




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