Photovoltaik stört keine Schmetterlinge

10.03.2010   Von: Ralf Kestel  inFranken.de

Bürgerversammlung In Sachen Weitblick übte sich Erster Bürgermeister Robert Herrmann bei der Bürgerversammlung im Eberner Stadtteil Fierst, einem der wenigen "Bergdörfer" im Stadtgebiet.


Auf dieser 36 Hektar großen Fläche zwischen Heubach und Reutersbrunn soll ein Solarpark entstehen.
Zunächst entdeckte der Bürgermeister "Licht am Ende des Tunnels", als er die aktuell angespannte Haushaltslage ansprach. "Es gibt erste Hinweise, dass die Auftragsbücher wieder besser gefüllt sind. Der Aufschwung ist erkennbar." Dann stieg er aber schnell in die Niederungen der Kommunalpolitik hinab. Er sah sich dem Unmut der acht Bürger ausgesetzt, die sich über unzureichende Wege und den lecken Feuerlöschteich beschwerten.

Und selten war ein Problemfall so deutlich spürbar: Der schlechte Zustand des Gemeindehauses, seit Jahren ein Dauerbrenner, kam einmal mehr zur Sprache. Dass es an der nötigen Wärmedämmung fehlt, wurde nur allzu deutlich – Stadträtin Isabell Kuhn flüchtete schnell zum Holzofen, der den Raum nicht richtig erwärmte. "Heuer haben wir für die Alm kein Geld, aber in 2011 sind 30 000 Euro vorgesehen" warb der Bürgermeister nochmals um Geduld. Viel Verständnis erreichte er damit nicht. "Das Dach ist auch kaputt, da reichen keine 50 000 Euro", war sich ein Fierster sicher.

Als "unendliche Geschichte" bezeichnete das Stadtoberhaupt den Feuerlöschteich. Dafür stünden aus dem Vorjahr noch Haushaltsreste in Höhe von 30 000 Euro zur Verfügung. "Das müssen wir heuer anpacken." Wobei dies "kein so leichtes Thema" sei, da noch ein anderer Teich dranhänge. "Da müssen wir eine konzertierte Lösung finden."

"Der See läuft nach allen Seiten aus", schimpfte ein Bürger, wodurch sogar unterliegende Häuser in Mitleidenschaft gezogen werden. Überlegt werden sollte, ob der Feuerlöschteich an einer anderen Stelle angelegt werden könnte.

Angesprochen wurde auch der Bau einer Photovoltaikanlage im einstigen Übungsgelände der Bundeswehr. "Die Konversion ist eine spannende Angelegenheit, wenn man verfolgt, wie sich die Dinge entwickeln und verfestigen." Die Fläche für die Photovoltaikanlage "liegt da, gehört uns, stört niemanden und sogar die Schmetterlingen können durchfliegen", gab sich das Stadtoberhaupt zuversichtlich, den Bau in diesem Jahr über die Bühne zu bringen.



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