Auszubildender durch Kettensäge verletzt

09.09.2010   Von: Günter Flegel  inFranken.de

Unfall Bei Waldarbeiten wurde ein 17-jähriger Auszubildender des Staatsforstbetriebes Ebrach schwer verletzt. Der junge Mann wollte gefällte Bäume entasten. Dabei prallte die laufende Säge vom Holz zurück und verletzte den 17-Jährigen am Kopf. Er liegt zur Zeit in der Kopfklinik Würzburg.


Selbst Profis wie Paul Endres vom Forstamt Sailershausen werfen die Motorsäge nur mit gehörigem Respekt an.
In der Kopfklinik der Universität Würzburg liegt seit Mittwoch ein junger Mann aus dem Steigerwald. Die Kettensäge, mit der er im Knetzgauer Wald arbeitete, war außer Kontrolle geraten, hatte seinen Schutzhelm durchschlagen und ihm schwerste Kopfverletzungen zugefügt. Der 17-Jährige ist Auszubildender des Staatsforstbetriebes Ebrach.

Der Jugendliche, so schildert Peter Firsching von der Polizeiinspektion in Haßfurt unserer Zeitung, war in der Waldabteilung Dachsberg bei Knetzgau mit Kollegen bei Durchforstungsarbeiten eingesetzt.

Die Aufgabe des jungen Mannes, der sich im zweiten Lehrjahr befindet: Er musste die gefällten Bäume mit der Motorsäge entasten und den Stamm so zur weiteren Verarbeitung vorbereiten.

Eine Routinetätigkeit für die Mitarbeiter des Forstbetriebes Ebrach, die jedes Jahr mehrere tausend Festmeter Holz aufarbeiten. Trotz des zunehmenden Maschineneinsatzes ist dabei immer noch sehr viel Handarbeit gefragt, wie Ulrich Mergner, der Leiter des Forstbetriebes, sagt. "Die Sicherheit hat dabei absoluten Vorrang", so Mergner. Bevor die Nachwuchskräfte im Wald an die Motorsäge gelassen werden, schult sie der Forstbetrieb intensiv in Theorie und Praxis. Schrittweise werden sie für die schwierige und extrem gefährliche Waldarbeit ausgebildet, und die Einhaltung der strengen Sicherheitsvorschriften "ist dabei das oberste Gebot". Dazu gehört, so Mergner, dass jeder Mitarbeiter seine Persönliche Schutzausrüstung (Stichwort PSA) trägt.

Trotzdem bleibt das Hantieren mit der PS-starken Motorsäge brandgefährlich: Blitzschnell kann sich die Kette, die sich rasend schnell bewegt, im Holz verkanten und dem Arbeiter im günstigsten Fall die Maschine aus der Hand reißen. Am Mittwoch passierte das denkbar Schlimmste: Die laufende Säge prallte vom Holz zurück und traf den 17-Jährigen am Kopf. Sie durchschlug den Schutzhelm und fügte dem Mann schwere Kopfverletzungen zu.

Nicht auszudenken, was passiert wäre, hätte der Waldarbeiter keine Schutzausrüstung getragen. "Immer noch fuhrwerken viele private Holzwerber mit Jeans und T-Shirt im Wald herum", sagt Leo Vogt von der land- und forstwirtschaftlichen Sozialversicherung in Würzburg.


Holspalter trennt den Arm ab


Der Sicherheitsbeauftragte weist in zahlreichen Vorträgen auf die Gefahren der Waldarbeit hin und zitiert auch abschreckende Beispiele aus dem Landkreis Haßberge. Etwa den Fall eines Rentners aus Rauhenebrach, dem ein Kegelholzsspalter im Januar 2009 einen Arm abriss; der 82-Jährige, der allein auf dem Holzspaltplatz tätig war, wurde erst Stunden nach dem Unfall gefunden und starb später an den Folgen der furchtbaren Verletzung.

"Leichtsinn ist die Unfallursache Nummer 1 bei Holzarbeiten", sagt Vogt, der jedes Jahr mehrere Dutzend Unfälle in die Statistik aufnehmen muss. In der Regel trifft das Schicksal Holzwerber, die alleine auf weiter Flur im Wald arbeiten und bei der Bedienung der Motorsäge die lebensnotwendige Vorsicht außer Acht lassen. "Wer bei diesen Arbeiten leichtsinnig ist, riskiert Kopf und Kragen", sagt Vogt.




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