Kaminbrand hält Helfer in eisiger Nacht in Atem
05.02.2012
Ort: Haßfurt ![]()
Brandeinsatz Die Haßfurter Feuerwehr musste am Samstagabend in dem Haßfurter Stadtteil Wülflingen in die Untere Sandstraße ausrücken: In einem Einfamilienhaus brannte der Kamin. Bei eisiger Kälte stoppten die Helfer den Brand. Sachschaden entstand nicht, wie die Polizeiinspektion in Haßfurt meldet.

Die Wülflinger Löschmannschaft hatte vorsorglich die Wasserversorgung aufgebaut, und bei Temperaturen um minus 15 Grad Celsius streuten die Helfer laut Müller auch gleich Auftausalz, um das Unfallrisiko zu minimieren.
Ein Kaminbrand ist eine besondere Situation, wie Müller weiter schilder. Sie erfordert erst einmal Erkundungen auch mit Hilfe der Wärmebildkamera und der Drehleiter.
Denn die erfahrenen und ausgebildeten Feuerwehrleute wissen, dass ein Schornsteinbrand nicht mit Wasser gelöscht werden darf. Axel Müller: "Der Kamin ist dermaßen aufgeheizt, dass sich im Inneren sofort Wasserdampf (Wasser verdampft im Verhältnis 1:1700) bilden würde, der durch den schlagartigen Druckanstieg den Schornstein schwer beschädigen oder gar explodieren lassen kann."
Es gibt verschiedene Möglichkeiten: Den Schornstein kontrolliert ausbrennen lassen, also unter ständiger Beobachtung, wobei die Luftzufuhr von unten abgestellt wird; somit müssen alle Ofentüren geschlossen werden. Zweite Möglichkeit: Mit Kaminkehrerwerkzeug den brennenden Ruß von den Wänden lösen, damit er am Fuß des Ofens ausbrennen kann oder ihn die Helfer aus dem Ofen kratzen und separat löschen können. Letzte Möglichkeit, falls ein Gebäudebrand droht, ist der Pulverlöscher. Der Schornstein kann aber auch noch mit Kohlendioxid geflutet werden.
Bedachtes Vorgehen
Bei dem Kaminbrand in Wülflingen entschied sich die Einsatzleitung im Beisein des Bezirkskaminkehrers für die zweite Variante mit dem Kaminkehrerwerkzeug. So entfernte ein Trupp Helfer die Kaminhaube vom Korb der Drehleiter aus und kratzte den glühenden Ruß aus dem Kamin. Schornsteinfeger und Feuerwehr entfernten Ruß- und Aschereste aus der Revisionsöffnung des Kamins. Weil auch wenn das Feuer aus ist, der Schornstein sehr viel Hitze ausstrahlt und angrenzende Dachisolier-Materialien oder Holz-balken des Dachstuhls in Brand setzen kann, standen noch abschließende Messungen mit der Wärmebildkamera an. Dann konnten die durchgefrorenen Einsatzkräfte wieder zurück zum Standort.
Aus gegebenen Anlass informiert Pressesprecher Axel Müller darüber, wie ein Kaminbrand normalerweise entsteht. Dies geschieht durch unvollständige Verbrennung. Sie lässt Schmierruß, Glanzruß oder Hartruß bei festen Brennstoffen entstehen, Flockenruß bei flüssigen und gasförmigen Brennstoffen. Diese Rußarten enthalten deutlich mehr brennbare Stoffe als herkömmlicher Ruß.
Die Hintergründe
Eine unvollständige Verbrennung findet statt, wenn man nasses Holz oder andere ungeeignete Brennstoffe (Fett) verheizt oder wenn Brennstoffe unter Sauerstoffmangel verbrennen. Auch bei zu groß ausgelegten Kesseln für feste Brennstoffe besteht diese Gefahr: Wird keine Wärme abgenommen, fahren die Kessel in den Teillastbereich, die Luftzufuhr wird gedrosselt, dadurch erfolgt die Verbrennung unvollständig, Ruß entsteht.
Die Ablagerung von Rußpartikeln im Schornstein wird begünstigt durch einen zu großen oder zu kleinen Schornsteinquerschnitt: Ein zu kleiner Querschnitt bremst die Abgase, und die darin enthaltenen Rußpartikel lagern sich an den Schornsteininnenwänden ab. Ein zu großer Querschnitt bedeutet, dass die Schornsteininnenwände nach dem Beginn des Heizvorgangs relativ lange kühl bleiben. Damit kühlen sie das aufsteigende Abgas ab, und auch hier lagern sich die enthaltene Feuchtigkeit und Rußpartikel beim Kondensieren ab.
Um Kondensation zu vermeiden, schicken herkömmliche Öl- und Gasheizungen (Heizungen, die keine Brennwerttechnik haben) das Abgas relativ heiß in den Schornstein. Auch Kaminöfen zur Holzverbrennung tun dies: An ihrem Stutzen hat das Abgas bei Nennleistung Temperaturen von etwa 300 Grad.
Moderne Schornsteine sind wärmegedämmt: Das abgasberührende Rohr (zum Beispiel aus Keramik oder Edelstahl) ist von einer dämmenden Schicht aus Mineralwolle umschlossen. Diese Schornsteine erwärmen sich schnell; an ihren Innenwänden kondensiert viel weniger als an nicht wärmegedämmten (etwa gemauerten) Schornsteininnenwänden.
Es ist ein genz bestimmter Ruß
Mehrere Faktoren und ihr Zusammenwirken können einen ungewollten Schornsteinbrand hervorrufen laut Müller: Flammen können in Verbindungsstücke oder Züge der Feuerstätte hineinschlagen und dort befindlichen Ruß entzünden. Glut wird durch starken Schornsteinzug in Verbindungsstück oder Schornstein hineingetragen und entzündet dort den Ruß. Langflammiges Brandgut (Nadelhölzer und deren Zweige) oder Brandgut, das den Brennraum extrem heiß macht, führt zum Entzünden des Rußes.
Es ist sinnvoll, sich rechtzeitig mit seinem zuständigen Schornsteinfegermeister zu beraten, empfiehlt der Pressesprecher der Feuerwehr abschließend.
Weitere Artikel zum Thema suchen
Kommentare
kaminbrand hält...
ich kann mich nur wiederholen: bei manchen kommentaren bzw. kommentatoren ist eigentlich hopfen und malz verloren; da regt sich doch glatt einer auf, dass angeblich von wikipedia abgekupfert wurde!
woher haben denn die schlaumeier von wikipedia ihr wissen? haben sie das vor 50 jahren - als es noch viel mehr kaminbrände gab - schon im internet verbreitet? oder ist es nicht vielleicht doch so, das die macher von wikipedia alles wissen einfach anderen abgekupfert haben? die modernen schlaumeier sollten doch langsam einmal zu denken anfangen und sich daran erinnern, das es vor der internetzeit auch schon sehr viel wissen gab.
aber im alter 15 jahren kann man sich an sowas nicht erinnern -oder alex_k?
Mensch Leut´
macht mir keine Angst. Ich trau mich sonst nicht mehr meinen Kaminofen anzuschüren!!
wikipedia
Meiner Meinung nach sollten in einem Zeitungsartikel auch die Informationsquellen genannt werden, vor allem fast ein ganzer Abschnitt (hier: Die Hintergründe) kopiert ist.
http://de.wikipedia.org/wiki/Schornsteinbrand
Ach was
Das ist doch nur geguttenbergt, das ist doch legal.
Der Redakteur hat in der Eile einfach nur vergessen eine Quellenangabe zu machen....
nicht nur das
und er legt dem pressesprecher wiki in den mund -> laut Müller: Flammen können in Verbindungsstücke oder Züge der Feuerstätte hineinschlagen und dort befindlichen Ruß entzünden. (WIKI!)
Kommentieren
| Benutzername |
Passwort |
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben, klicken Sie bitte hier.
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.
Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!
| gewünschter Benutzername: * | ||||
| gewünschtes Passwort: * | ||||
| Wiederholung Passwort: * | ||||
| E-Mail: * | ||||
| Kundennummer: | ||||
| Anrede: |
|
|||
| Vorname: | ||||
| Nachname: | ||||
| Zusatz (z.B. Firma): | ||||
| Straße/Hausnr.: | ||||
| PLZ/Ort: * | ||||
| Ich bin mit den AGB einverstanden.: * | ||||








close
(












(1)


